Sailfish OS : Jolla spaltet das Geschäft mit Hardware ab

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Sailfish OS: Jolla spaltet das Geschäft mit Hardware ab
Bild: Jolla

Der finnische Smartphone-Hersteller Jolla trennt das Hardware-Geschäft vom Software-Geschäft. Jolla Ltd. konzentriert sich künftig auf die Entwicklung und Lizenzierung des Betriebssystems Sailfish OS. Das Hardware-Geschäft sucht in Zukunft sein Glück bei auf Datenschutz bedachten Konsumenten.

Antti Saarnio, Chairman von Jolla, wird Jolla Ltd. führen. Der bisherige Jolla-CEO Tomi Pienimäki wechselt laut Mitteilung (PDF) im August zu einem anderen Unternehmen. Wer das noch nicht getaufte Hardware-Geschäft leiten wird, will Jolla im Herbst mitteilen.

Saarnio, der künftige Chef von Jolla, begründet die Aufspaltung damit, dass sich jedes junge Unternehmen irgendwann entscheiden müsse, was sein Fokus ist. Der Fokus von Jolla sei das Lizenzgeschäft. Erste nicht näher benannte Erfolge habe man auf diesem Gebiet in Indien und Russland erzielen können.

Die Hardware-Sparte will sich an Kunden wenden, denen die Privatsphäre wichtig ist. Schon bei der Crowdfunding-Kampagne zum angekündigten Tablet mit Sailfish OS stellte Jolla den Datenschutz in den Mittelpunkt. „Es gibt keine Hintertüren oder irgendetwas, das Dritte benutzen könnten, um euch zu überwachen“, heißt es auf der Seite auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Die Kampagne war erfolgreich. Angekündigt war das Tablet für Mai 2015, doch erschienen ist es bislang nicht. Erst war laut Jolla die Software Schuld, nun sind es angeblich Lieferengpässe bei einigen Hardware-Komponenten. Auch der Termin Ende Juli 2015 ist mittlerweile erneut gefährdet.

Hinter Jolla stecken ehemalige Nokia-Mitarbeiter, die das Startup nach ihrem Ausscheiden bei Nokia gründeten. Basis des Betriebssystems Sailfish OS bildete MeeGo, das wiederum aus der Verschmelzung von Nokias Betriebssystem Maemo mit Intels Moblin-Projekt entstand. Nokia hatte nach seinem Umstieg auf Windows Phone für MeeGo keine Verwendung mehr. 2013 erschien das erste Jolla-Smartphone. Sailfish OS kann Android-Apps ausführen, verfügt jedoch nicht über den Google Play Store.