2/4 Sony Xperia M4 Aqua im Test : Wasserdicht mit Charme und Schwäche der Z-Serie

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Performance

Für Rechenleistung ist ein Qualcomm Snapdragon 615 verantwortlich. Das System on a Chip ist 64-bit-fähig und bietet insgesamt acht Cortex-A53-Kerne. Die Kerne sind wiederum in zwei Cluster à vier Kernen aufgeteilt. Ein Cluster läuft mit maximal 1,5 Gigahertz Taktfrequenz, das zweite erreicht maximal 1,0 Gigahertz. Anwendungen werden in den 2 Gigabyte großen LPDDR3-Arbeitsspeicher ausgelagert.

Im Alltag navigiert das Smartphone schnell durch das Betriebssystem. Das M4 Aqua zeigt sich reaktionsfreudig und zügig. Die Ladezeiten von Apps waren der Preis- und Leistungsklasse angemessen, auch wenn der verbaute Speicher nicht zu den schnellsten gehört und somit Potenzial verschenkt wird. Im direkten Vergleich zu einem stärker ausgestatteten Smartphone fallen merkbare Unterschiede bei alltäglichen Anwendungen seltener auf. Dafür mehr bei größeren Anwendungen oder vielen geöffneten Apps; hier gerät das Smartphone ins Hintertreffen und nimmt sich die eine oder andere Denkpause. Als GPU kommt eine Adreno 405 zum Einsatz. Diese reicht für 3D-Spiele in der 720p-Auflösung aus, bei sehr anspruchsvollen Titeln kann das M4 Aqua aber ins Schwitzen kommen. Auffällig schlechter als die stärkeren Adreno-GPUs schlägt sich die verbaute 405 etwa in Offscreen-Benchmarks. Auch die Hitzeentwicklung zeigt sich rund um das NFC-Symbol in solchen Fällen teilweise auffällig.

Spürbare Abwärme fiel im Test phasenweise auch bei angeschaltetem Display bei anhaltenden Prozessen im Hintergrund auf. Vereinzelt kam es beim Herunterladen von mehreren Updates aus dem Play Store oder dem Zurücksetzen des Smartphones zu einer spürbaren Hitzeentwicklung. Allerdings kam es zu keinem Zeitpunkt zu einem temperaturbedingten Herunterfahren.

In Benchmarks ordnet sich das Smartphone erwartungsgemäß im Mittelfeld an. Die oberen Ränge sind beinahe bei allen synthetischen Messungen sehr weit entfernt. Einzig im CF-Bench kann das M4 Aqua aufgrund seiner vielen Kerne weiter nach oben klettern. Spürbar absetzen kann sich Sonys neue Mittelklasse derweil vor allem gegenüber dem mittlerweile betagten Snapdragon 400, der vorher häufig im mittleren Preissegment zum Einsatz kam – so etwa auch im Vorgänger M2 (Aqua).

Betriebssystem

Über das zugrunde liegende Android 5.0 stülpt Sony seine bekannte Oberfläche. Diese ist leichtfüßig und schlank und verändert das Betriebssystem nicht so tiefgreifend wie etwa LG, Samsung oder Huawei. Neben einer veränderten Optik, die der Nutzer mit Themen dem eigenen Geschmack anpassen kann, lädt Sony auch viele weitere Apps vor. Abgesehen von Themen können Anwender auch die Sortierung aller Anwendungen im App-Drawer über ein Menü personalisieren, das mit einer Wischgeste vom linken Rand aufgerufen wird. Eine weitere Möglichkeit der Personalisierung sind anpassbare Schnellzugriffe in der Benachrichtigungsleiste. Zudem steht dem Anwender alternativ ein einfacher Startbildschirm für unerfahrene Nutzer zur Verfügung, der größere Symbole und Schrift sowie eine einfache, alphabetische Liste als App-Drawer bietet.

Zusätzliche Apps gibt es etwa für Galerie und Musikspieler, Videos sowie Bild- und Videobearbeitung. Davon lassen sich allerdings nicht alle ab Werk deinstallieren, bei einigen ist nur eine Deaktivierung in den Einstellungen möglich. Die eher zurückhaltenden Veränderungen von Sony im Vergleich zu anderen Herstellern zeigen sich unter anderem im praktisch unveränderten Grundgerüst von Statusleiste und Einstellungen. Zwar gibt es wenige Schaltflächen mehr, der Aufbau entspricht aber dem puren Android.

Die Oberfläche zeigt sich trotz neu hinzugekommener Funktionen von Sony übersichtlich. Einer der auffälligsten Unterschiede ist der Wegfall von Google Now als linker Homescreen, der Dienst ist aber nach wie vor per Wischgeste über den Home-Button erreichbar. In der Multitasking-Ansicht ergänzt der Hersteller das Betriebssystem mit einem Button, der alle Anwendungen schließt. Ebenfalls über diese Ansicht abrufbar sind sogenannte Small Apps wie ein Rechner oder ein Timer, die sich als kleine Fenster über den Bildschirm legen, so dass für bestimmte Funktionen keine App geöffnet werden muss.

Insgesamt schafft es Sony erneut, durch seine schlanke Oberfläche das Betriebssystem zu verbessern, ohne dabei zu tiefe Eingriffe vorzunehmen. Die Bedienung bleibt strukturiert und klar und bietet einige Möglichkeiten, Anpassungen nach eigenem Geschmack vorzunehmen. Einziger Kritikpunkt ist, dass sich die vielen mitgelieferten Apps nicht alle deinstallieren lassen.

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