3/4 Sony Xperia M4 Aqua im Test : Wasserdicht mit Charme und Schwäche der Z-Serie

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Kamera

Die rückwärtigen Kameras der Sony-Flaggschiffe lösen mit 20,7 Megapixel auf. Beim Xperia M4 Aqua hingegen kommt ein Sensor mit einer reduzierten Auflösung von 13 Megapixeln zum Einsatz. Der Frontkamera stehen 5 Megapixel zur Verfügung, durch ein Weitwinkel-Objektiv sollen Freunde von Selfies besonders angesprochen werden. In schlechten Lichtsituationen soll ein kleiner LED-Blitz, unterhalb der Optik auf der Rückseite angesiedelt, aushelfen. Die maximale Videoauflösung beträgt Full HD (1.920 × 1.080 Pixel) bei 30 Bildern pro Sekunde.

Die Hauptkamera schießt Fotos mit 13 Megapixeln
Die Hauptkamera schießt Fotos mit 13 Megapixeln

Dass ein Kontrast-Autofokussystem bei Dunkelheit für gewöhnlich Probleme hat, ein schlecht ausgeleuchtetes Motiv scharfzustellen, ist normal und keine neue Erkenntnis. Ungewöhnlich wird es erst dann, wenn sogar tagsüber kontrastreiche Motive fehlfokussiert werden. Beim neuen M4 Aqua ist aber genau dieses Verhalten immer wieder zu beobachten. Falsch fokussierte Bilder sind die Folge.

Sony Xperia M4 Aqua im Test – Kamera

Fotos, die tagsüber oder auch in Innenräumen mit dem Sony Xperia M4 Aqua entstehen, sind eher ernüchternd. Ein gelegentlich fehlerhafter Weißabgleich beziehungsweise eine falsche Bildtönung (Bild 9, 10) sowie der häufig anzutreffende Pastellfarben-Look (Bild 5, 6) stören nicht selten die Bildwirkung. Sobald eine Lichtquelle in Richtung des Sensors zeigt, ist zudem mit hohen Linsenreflexionen zu rechnen (Bild 13, 26, 27).

Hinzu kommt, dass die Bildschärfe des M4 Aqua zum Rand der Fotos rapide abfällt. Die Bildmitte hingegen weist eine gute Schärfe auf. Interessanterweise zeigt das Xperia M4 Aqua deutlich feinere und somit unauffälligere Schärfungsartefakte als zum Beispiel das besser ausgestattete und erst kürzlich getestete Sony Xperia Z3+ oder die vorangegangenen Flaggschiffe von Sony. Es liegt auf der Hand, dass eine zu hohe Auflösung starken Einfluss auf die für Sony typischen groben Schärfungsartefakte hat.

Kamera-App
Kamera-App

Das Rauschen des Sensors in Low-Light-Situationen ist sehr gut. Zur Veranschaulichtung dient das Foto 25, welches mit einer Empfindlichkeit von ISO 3000 entstanden ist. Bei den Nachtaufnahmen fällt auf, dass Bilder ohne Blitzausleuchtung trotz höherer Empfindlichkeit besser aussehen. Der Grund hierfür liegt in der Software, die bei einem aktivierten Blitz die Empfindlichkeit und Verschlusszeit niedrig beziehungsweise kurz hält. Dadurch wird das Motiv zu dunkel abgelichtet (Bild 24). Motive auf kurzer Distanz leuchtet der LED-Blitz akzeptabel aus. Für weit entfernte Objekte sollte die Aufnahme hinsichtlich der erhabenen Bildqualität ohne Blitz entstehen.

Wie bei den Modellen der Z-Serie vergisst die Kamera Einstellungen, sobald sie über den Sperrbildschirm oder die Kamerataste gestartet wird. So merkt sich das Smartphone beispielsweise nicht die zuletzt genutzte Auswahl der beiden Kameras. Dass die Kamera Einstellungen vergisst, ist bereits innerhalb der gesamten Z-Reihe zu beobachten. Auf diese Weise sind nicht in jeder Situation die eigenen Einstellungen sofort einsatzfähig, was auf Dauer frustrierend sein kann.

Konnektivität

Das Xperia M4 Aqua bietet eine Menge aktueller Übertragungsstandards. Durch LTE Cat. 4 sind theoretisch Geschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s im Up- und 50 MBit/s im Downstream möglich. Dazu gesellen sich Bluetooth 4.1, NFC, GPS und WLAN nach n-Standard; WLAN ac fehlt. Ebenfalls mit an Bord ist ein FM-Radio. Der interne Speicher der deutschen Verkaufsversion misst lediglich 8 Gigabyte, von denen nur rund 1,5 Gigabyte zur Verfügung stehen – ein viel zu geringer Wert, gerade für die Installation von Anwendungen. Hier wäre die Möglichkeit, auf Wunsch die Apps von Sony zu deinstallieren, ein richtiger Schritt gewesen. Eine Erweiterung kann via microSD um bis zu 128 Gigabyte vorgenommen werden. Auch Unterstützung für ANT+ bringt das M4 Aqua mit. Weiterhin stehen dem Käufer Miracast und DLNA bereit.

Das M4 Aqua bietet eine Menge an Übertragungsstandards
Das M4 Aqua bietet eine Menge an Übertragungsstandards

Getestet wurde das Xperia M4 Aqua in Düsseldorf und im Ruhrgebiet im zusammengelegten Netz von o2 und E-Plus. Hierbei machte das Smartphone eine gute Figur und zeigte sich im Alltag ohne Aussetzer bei Telefonaten oder mobilem Internet. Einzig bekannte Problemfelder wie U-Bahn-Schächte oder schnelle Zugfahrten können das M4 Aqua kurz aus dem Tritt bringen, ehe es schnell wieder eine Verbindung aufbaut. Auch als Navigationsgerät überzeugte das Modell mit sekundenschneller Ortung und präziser GPS-Verbindung via Google Maps (Einstellung: höchste Genauigkeit). Bei Telefonaten klingt der Gesprächspartner deutlich und klar, während des Testzeitraums kam es zu keinen Störungen.

Laufzeiten

Mit bis zu zwei Tagen Akkulaufzeit bewirbt Sony das Xperia M4 Aqua und dessen 2.400 mAh großen Akku. Diese Angabe beläuft sich laut Hersteller auf die Nutzung „durch einen typischen Smartphone-Benutzer“. Darunter fallen unter anderem Telefonate, SMS, Surfen im Internet und in sozialen Medien sowie Spiele und Videos. In welchem Rahmen und mit welcher Häufigkeit, gibt Sony allerdings nicht an.

Im Alltag mit Abgleich zweier E-Mail-Konten, sozialen Netzwerken, Browsen und Telefonie pendelte sich das Smartphone bei einer Laufzeit von einem bis eineinhalb Tagen bei gemischter Nutzung ein. Im Stand-by war ein geringer Verbrauch zu erkennen, so dass gerade für Wenignutzer die von Sony angegebenen zwei Tage realistisch erscheinen. Power-User sollten das Smartphone hingegen jeden Abend mit einer Steckdose verbinden. In den Akkumessungen erreicht das M4 Aqua Positionen im Mittelfeld: Im Video-Dauertest kommt das Gerät auf knapp sieben Stunden. Im Browser-Test und im PCMark stehen etwa sechs Stunden auf der Uhr.

Verlängern lässt sich die Akkulaufzeit mit verschiedenen Modi zum Energiesparen, die bei Sony hohen Stellenwert genießen. Dies gelingt, indem im Stamina genannten Modus bestimmte Funkverbindungen oder Apps im Hintergrund temporär oder komplett deaktiviert werden. Gleichzeitig können die Prozessorleistung gedrosselt und das Herunterladen von Hintergrunddaten auf Intervalle beschränkt werden. Für besonders lange Akkulaufzeit greift ein Ultra-Stamina-Modus, der bis auf grundlegende Telefonfunktionen wie SMS und Anrufe alle weiteren Dienste und Verbindungen kappt. Durch die Modi lässt sich bei entsprechender Konfiguration vor allem der Stand-by-Verbrauch weiter senken, so dass Nutzer besonders in Ruhephasen profitieren.

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