Lab126 : Amazon entlässt Hardware-Entwickler des Fire Phone

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Lab126: Amazon entlässt Hardware-Entwickler des Fire Phone

Wie The Wall Street Journal von Quellen aus dem Unternehmensumfeld berichtet, hat Amazon in den vergangenen Wochen erstmals seit deren 11-jährigem Bestehen Personalkürzungen in der Entwicklungsabteilung für Hardware namens „Lab126“ vorgenommen. Wie viele von den rund 3.000 Mitarbeiter genau gehen mussten, ist unbekannt.

Jedoch soll es sich dem Bericht nach um „dutzende“ Betroffene handeln, die an der Entwicklung des im vergangenen Jahr gefloppten Fire Phone beteiligt waren. Ein zweites Smartphone-Modell wird es demnach auf absehbare Zeit nicht geben, so The Wall Street Journal. Bereits vor einiger Zeit sollen die verantwortlichen Entwickler informiert worden sein, dass die Pläne für einen Nachfolger auf Eis gelegt werden. Einer anderen Quelle zufolge wurde die Smartphone-Entwicklung hingegen in den Firmensitz nach Seattle verlegt, der über 1.000 Kilometer vom Lab126-Standort im kalifornischen Sunnyvale entfernt ist.

Der Misserfolg des Fire Phone soll die Moral in Amazons Entwicklungsabteilung gedrückt haben. Laut einigen Ingenieuren habe Amazon-Chef Bezos darauf bestanden, dass das Smartphone einen 3D-Bildschirm und Kameras zur Gesichtserkennung erhalte, was sie persönlich als Spielerei und unnötig teuer eingeschätzt hätten. Außerdem soll es intern Probleme bei der Arbeits- und Rollenverteilung gegeben haben, was einige Mitarbeiter zum Wechsel zu anderen Unternehmen bewogen habe.

Auch andere Projekte sollen pausiert oder zumindest zurückgefahren worden sein, darunter ein Stylus mit dem Codenamen „Nitro“, der handschriftliche Notizen in digitale Einkaufslisten umsetzen soll, ebenso wie ein „Shimmer“ benannter Projektor. Auch ein 14-Zoll-Tablet namens „Project Cairo“ soll betroffen sein, während an einem weiteren Tablet mit 3D-Display weiterhin gearbeitet wird: Dieses soll einen 3D-Effekt ohne Brille ermöglichen und auf eine andere Technik setzen als das Fire Phone. Darüber hinaus gibt es Pläne für einen Akku, mit dem ein Kindle mit einer Ladung ein Jahr auskommen soll. Ebenfalls in der Entwicklung ist ein „High-End-Computer“ für die Küche namens „Kabinet“, der als Hub im vernetzten Heim unter anderem Sprachbefehle für Bestellungen entgegenimmt.