Desktop : GNOME 3.18 erlaubt Firmware-Updates

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Desktop: GNOME 3.18 erlaubt Firmware-Updates
Bild: Greg Grossmeier (CC BY 2.0)

GNOME 3.18 bringt neben der Möglichkeit, Firmware-Updates für Mainboards aus dem Desktop heraus anzustoßen auch die Integration von Google Drive. Außerdem wurde die Integration von Wayland weiter vorangetrieben: Applikationen, die unter Xwayland laufen und solche unter Wayland nutzen nun die gleiche Zwischenablage.

Das mit dem Codenamen Gothenburg ausgelieferte GNOME 3.18 macht einen ersten Schritt in Richtung UEFI-Updates aus der Desktop-Umgebung heraus. Kernel 4.2 bringt dafür die nötige Unterstützung für UEFI 2.5 mit. Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis diese Neuerung, die Linux-Nutzern künftig bei Aktualisierungen der Mainboard-Firmware Ausflüge nach Windows oder DOS ersparen soll, praktische Auswirkungen hat. Bisher unterstützen nur wenige Mainboard-Hersteller die neue Technik. Anstehende Firmware-Upgrades von UEFI und der Rechnerhardware werden automatisch im Modul Software angezeigt und zur Installation angeboten.

Eine weitere hervorstechende Neuerung ist die eingebaute Unterstützung von Googles Cloudspeicher Google Drive. Diese Integration beschränkt sich auf Nautilus und weitere GNOME-Anwendungen, die Dateioperationen ausführen können. GNOME-fremde Programme bleiben außen vor. Die Probleme liegen hier in der Umsetzung der Bezeichner der gespeicherten Objekte in POSIX-kompatible Linux-Pfade.

Darüber hinaus erlaubt GNOME 3.18 Notebooks mit einem vom Kernel unterstützten Helligkeitssensor die automatische Anpassung der Bildschirmhelligkeit an die jeweilige Umgebungssituation. Mit Calendar und Characters gehören zwei neue Applikationen nun standardmäßig zum Paketbestand von GNOME. Die Apps Files, Boxes und Polari erfuhren signifikante Verbesserungen. Bei Files wurde die Seitenleiste überarbeitet, die zudem Zuwachs in Form von Other Location erhielt, womit lokale und entfernte Netzwerkadressen eingebunden werden können. Neben der weiteren Integration von Wayland wurde auch das Application Sandboxing weiter vorangebracht und kann mit GNOME 3.18 ausprobiert werden.

GNOME 3.18 kann in der fast identischen Version 3.17.91 bereits in der kürzlich veröffentlichen Beta-Version von Fedora 23 oder als OpenSuse-Live-Image ausprobiert werden. Weitere Distributionen werden GNOME 3.18 zeitnah einbinden. Weitere Details der Änderungen sind in den Release Notes verzeichnet.

YouTube-Video: Introducing GNOME 3.18