Linux-Wissen: Die Desktop-Umgebung KDE

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Ferdinand Thommes
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KDE 4: Radikaler Wechsel und viel Kritik

Im Jahr 2008 erschien KDE 4.0 und brachte einen Paradigmenwechsel. Die Desktop-Umgebung war durch Komponenten wie dem semantischen Framework Nepomuk und dem Datenverwaltungsdienst Akonadi in ihrem Unterbau stark erweitert worden. Die ersten Versionen von KDE 4 wurden zu Recht stark kritisiert, da damit an produktives Arbeiten nicht zu denken war. Das Projekt verlor viele Nutzer als nach einem Jahr immer noch vieles im Argen lag und vor allem die beiden neuen Komponenten, die die meisten Probleme verursachten, von vielen Anwendern als unnütz abgelehnt wurden. Etwa ab Version 4.4 wurde dann auch dieser Zweig benutzbar.

KDE 5: Sanfter Übergang

Den gleichen Fehler wollte man mit dem Umstieg auf KDE 5, der derzeit noch im Gange ist, nicht machen. KDE 5 ist sowohl organisatorisch als auch optisch eine Abkehr von den Vorgängern. Organisatorisch wurde während der Entwicklungszeit intern viel Umbauarbeit geleistet. So wurde der monolithische Block der Kdelibs aufgebrochen und in rund 60 einzelne Bibliotheken gesplittet, die nun einfacher von anderen Projekten genutzt werden können. Teilweise wurden Funktionalitäten aus KDE auch direkt nach Qt zurück portiert. Auch das Release-Modell wurde angepasst. Durch die Aufteilung in die drei Bereiche KDE Plasma, KDE Frameworks und KDE Applications gibt es keine einheitlichen Veröffentlichungen zu einem bestimmten Zeitpunkt mehr, was den Anwendern zugute kommt, da Entwicklungen so schneller zum Benutzer gelangen. Als logischer Schritt aus dieser Entwicklung wurde auch die Bezeichnung KDE 5 für die Software fallen gelassen, sie würde lediglich verwirren. Eine einheitliche Namensregelung fand bisher jedoch noch nicht statt. Es kursieren sowohl das nicht zutreffende KDE 5 sowie Plasma 5 oder Kf 5.

Optisch betrachtet ist Plasma 5 ein moderner, zurückgenommener Desktop, der dem Anwender nicht im Wege steht. Dazu tragen in den Anwendungen blasse Pastelltöne des neue Themes namens Breeze sowie moderne Icons im Flat-Look bei. Die fünfte Generation von KDE ist bei Distributionen wie Arch, Debian Unstable, Kubuntu, openSUSE und Anderen längst angekommen, der Rest wird vermutlich im Jahresverlauf 2016 nachziehen.