Radeon Technologies Group : ATi feiert mit neuem Namen eine halbe Wiederauferstehung

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Radeon Technologies Group: ATi feiert mit neuem Namen eine halbe Wiederauferstehung

Im Jahr 2006 erwarb AMD die kanadische Grafikschmiede ATi rund um die Radeon-Produkte. Neun Jahre später hat AMD eine neue Abteilung gegründet, die sich Radeon Technologies Group nennt und den Fokus allein auf Produkte mit Grafikeinheit legt – ATi erlebt unter neuer Bezeichnung eine halbe Wiederauferstehung.

Unter der Radeon Technologies Group sollen fortan alle Produkte mit einer Grafiklösung gesammelt werden, seien es diskrete Grafiklösungen oder integrierte in APUs. Aber auch die professionellen GPUs der FirePro-Familie sowie die Semi-Custom-Chips, wie sie in Konsolen von Microsoft, Nintendo und Sony zum Einsatz kommen – im erweiterten Sinne sind auch dies bekanntlich APUs. Die neue Abteilung soll sich dabei nicht nur um Hardware sondern auch die Software (Treiber) und das Thema VR kümmern.

Das Ziel ist es nicht nur, das Know-How zu vereinen, sondern letztlich auch die Verkäufe der eigenen Produkte zu erhöhen und die Marktanteile wieder auszubauen. Diese waren beispielsweise bei diskreten Grafiklösungen zuletzt auf nur noch 18 Prozent gefallen – dem tiefsten Stand seit Jahren. Das zweite Quartal 2015 markierte im gesamten Konzern zudem den niedrigsten Quartalsumsatz seit zwölf Jahren. Die Semi-Custom-Sparte fängt den fehlenden Umsatz in allen anderen Bereichen teilweise auf, die Gewinne sind jedoch zu gering, um AMD aus den roten Zahlen zu holen.

Die Aufgabe, die Radeon Technologies Group nicht nur konkurrenzfähig sondern auch profitabel zu machen, fällt Raja Koduri zu, der bisher bei AMD den Posten des Vice President of Visual and Perceptual Computing inne hatte und nun zum Senior Vice President und Chief Architect der Radeon Technologies Group befördert wurde und damit direkt CEO Lisa Su untersteht. Koduri ist ein alter ATi/AMD-Veteran, der nach einem vierjährigen Ausflug zu Apple im Jahr 2013 zurück zu AMD wechselte, wo er bis 2009 CTO von AMDs Graphics Products Group war – der Kreis schließt sich. Damit sitzt nach vielen Jahren neben Jim Keller in der Prozessorabteilung, unter anderem verantwortlich für Zen, auch in der Grafiksparte wieder ein alter Hase am Ruder, der Erfahrungen in der Materie hat. Die Hoffnungen und Erwartungen sind dementsprechend alles andere als gering, sie sind riesig.

Wie üblich gehen Umstrukturierungen nicht ohne weitere Personalanpassungen über die Bühne. US-Medien berichten, dass mit Matt Skynner, ein ebenfalls altes ATi-Urgestein und seitdem hoher AMD-Angestellter in der Grafiksparte, seine Position aufgeben und das Unternehmen verlassen wird.