2/5 7 × Musik-Streaming im Test : Apple Music gegen Deezer bis Spotify

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Das Musikangebot

Nach wie vor ist der jeweilige Katalog das Aushängeschild eines jeden Musikdienstes. Mittlerweile haben auch immer mehr Labels und Künstler die Chancen des Musik-Streamings erkannt und geben ihre Inhalte dafür frei. Dennoch gibt es weiterhin eine nicht geringe Anzahl von Musikern oder Rechteinhabern, die sich dieser Darbietungsform bewusst entziehen. Die deutschen Bands Die Ärzte oder Die Toten Hosen gibt es nicht als Stream.

In Summe ist dennoch zu beobachten, dass die Kataloge in der vergangenen Zeit viel größer geworden sind: Bis auf Qobuz reicht jeder Dienst an die Marke von 30 Millionen Titel heran, Napster und Deezer liegen mit 34 beziehungsweise 35 Millionen Titeln deutlich an der Spitze.

Zum besseren Vergleich der Dienste wurde auf den letztjährigen Suchkatalog zurückgegriffen, der sich aus Album-Empfehlungen der ComputerBase-Redaktion zusammensetzt. Für eine Einschätzung von aktuellen Inhalten wurden zudem die zehn meistverkauften Alben in Deutschland zu zwei verschiedenen Zeitpunkten herangezogen. In beiden Fällen gilt ein Album nur dann als vorhanden, wenn es über die komplette Titelanzahl verfügt.

Der Suchkatalog

Bei den Testteilnehmern des letzten Jahres ist teilweise eine deutliche Steigerung in der Anzahl der vorhandenen Alben zu erkennen, fast alle Dienste liegen bei einer Übereinstimmung von über 85 Prozent. Einzige Ausnahme bildet Qobuz, welcher knapp ein Drittel der gesuchten Inhalte nicht führt und damit weit abgeschlagen das Schlusslicht bildet.

Auch wenn der Anbieter den musikalischen Fokus sichtlich anders als die Kontrahenten anlegt, dürfte dieses Ergebnis wenig überzeugen. Enttäuschend tritt auch Apple auf: Weil das Unternehmen zum Start des eigenen Streaming-Dienstes nicht müde wurde, immer wieder die große Anzahl der gewonnenen Musiklabels zu betonen, birgt es schon einer gewissen Ironie, dass der Dienst mit einer Übereinstimmung von knapp über 87 Prozent zusammen mit dem Erzrivalen Spotify lediglich den vorletzten Platz einnimmt. Darüber hinaus finden mit Tidal auch ehemalige WiMP-Nutzer nun mehr Inhalte aus dem Testparcours vor. Den größten Sprung kann jedoch Deezer vorweisen, welcher als einziger Dienst die 90-Prozent-Marke im Test überschreitet.

Apple Music Deezer Napster Google Play Music Tidal/Wimp Qobuz Spotify
Titelanzahl* 30 35 34 30 30 28 30
Gefundene Alben 2014 84,51 % 83,10 % 87,32 % 81,69 % 85,92 %
Gefundene Alben 2015 87,32 % 90,14 % 85,92 % 88,73 % 85,92 % 67,61 % 87,32 %
* in Millionen

Bei den zehn meistverkauften Alben in Deutschland fallen in einer der beiden Wochen nur Apple und Spotify aus dem Rahmen, die jeweils ein Album noch nicht zu bieten hatten. In der zweiten Referenzwoche haben alle Anbieter alle zehn Alben im Katalog.

Top-10-Alben Deutschland 04.09.2015 – 10.09.2015
Apple Music Deezer Napster Google Play Music Tidal Qobuz Spotify
Motörhead – Bad Magic
Sarah Connor – Muttersprache
Manuellsen – Killemall
Bon Jovi – Burning Bridges
Disturbed – Immortalized
eRRdeka – Rapunderdog
The Weeknd – Beauty Behind The Madness X
Dr. Dre – Compton X
Santiano – Von Liebe, Tod und Freiheit
Mark Forster – Bauch und Kopf
Top-10-Alben Deutschland 11.09.2015 – 17.09.2015
Apple Music Deezer Napster Google Play Music Tidal Qobuz Spotify
Iron Maiden – The Book Of Souls
Helene Fischer – Farbenspiel
Sido – VI
a-ha – Cast In Steel
Five Finger Death Punch – Got Your Six
Wise Guys – Läuft bei euch
Fettes Brot – Teenager vom Mars
Motörhead – Bad Magic
Sarah Connor – Muttersprache
Amorphis – Under The Red Cloud

Wie im letzten Jahr sollte die Erhebung auch dieses Mal nicht überbewertet werden, stellt sie doch lediglich eine Momentaufnahme dar und lässt sich nicht immer auf die Hörgewohnheiten anderer Nutzer übertragen. Diese können mehr, aber auch weniger Glück mit den gesuchten Titeln besitzen. Darüber hinaus kann sich die Lizenzsituation jederzeit ändern, so dass bisher nicht gefundene Titel vorhanden sind, andere aber aus dem Katalog genommen werden. Das ist ein Los der Angebote: Sicherheit darüber, ein bestimmtes Angebot dauerhaft nutzen zu können, gibt es nicht.

Streaming-Test 2015 Deezer

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