2/7 Android Auto und CarPlay im Test : Google & Apple als Beifahrer im Skoda Rapid Spaceback

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Einfache Einrichtung

Um Android Auto oder CarPlay im Fahrzeug nutzen zu können, muss das Smartphone per USB mit diesem verbunden werden. Im Rapid Spaceback ist dafür in Verbindung mit dem Soundsystem Bolero eine USB-Buchse unterhalb des Schalters für die optionale Sitzheizung angebracht. Diese sitzt neben einem AUX-Anschluss in einer gemeinsamen Einheit, die leicht in das Ablagefach vor dem Schaltknüppel hineinragt.

Obwohl der Name es zunächst vermuten lässt, ist SmartLink nicht nur eine optionale Ausstattung, um das Smartphone per USB an das Automobil anzuschließen, sondern auch eine Software auf der Headunit des Pkws, die Android Auto und CarPlay sowie die Steuerung über die Bedienelemente des Fahrzeugs ermöglicht. Die Berechnung der auf dem Pkw-Display angezeigten Informationen findet aber stets auf dem angeschlossenen Telefon statt.

Die Erstkonfiguration gestaltet sich bei beiden Systemen sehr simpel, weil sie fast nicht vorhanden ist und kaum mehr als den Anschluss über USB sowie wenige Bestätigungen über den Bildschirm des Smartphones umfasst. Etwas einfacher gelingt die Erstkonfiguration allerdings bei Apple, weil CarPlay seit iOS 7.1 bereits in das Betriebssystem integriert ist, es benötigt also keine App. Um CarPlay in iOS nutzen zu können, muss allerdings mindestens ein iPhone 5 zum Einsatz kommen.

Android Auto ist selbst in der aktuellen Version 6.0 Marshmallow kein fester Teil des Betriebssystems. Für die Nutzung muss zunächst die App über Google Play auf dem Smartphone installiert werden. Voraussetzung dafür ist wiederum ein Smartphone mit mindestens Android 5.0 Lollipop. Die App ist 38 Megabyte groß und neben der Ersteinrichtung auch für die Verwaltung der verbundenen Fahrzeuge zuständig.

Ersteinrichtung von Apple CarPlay in iOS
Ersteinrichtung von Apple CarPlay in iOS

Auf dem iPhone findet man die Optionen für CarPlay in den iOS-Einstellungen im Menü Allgemein. Wird das iPhone das erste Mal mit dem Automobil verbunden, fragt iOS, ob Informationen des Nutzers ohne Entsperren des Smartphones auf dem Bildschirm des Fahrzeugs angezeigt werden dürfen. Denn CarPlay erlaubt über die Headunit den umfangreichen Zugriff auf Daten des Nutzers, ohne dass Touch ID benutzt oder eine PIN eingegeben werden muss. Damit hat CarPlay in dieser Hinsicht eine Exklusivstellung.

Android Auto benötigt Rechte

Wird ein Android-Smartphone mit Android Auto das erste Mal mit dem Fahrzeug verbunden, holt sich dieses auch hier zunächst einmal die benötigten Rechte ein. Die App weist darauf hin, dass Android Auto zum Beispiel eigenständig Bluetooth aktivieren und ein Pairing mit dem Pkw durchführen kann. Außerdem können Benachrichtigungen des Smartphones auf dem Bildschirm des Fahrzeugs angezeigt werden.

Anschließend muss noch den Hauptanwendungen von Android Auto die Berechtigung zur Verwendung im Fahrzeug gewährt werden. Hierzu zählen Play Music, die Google-Suche, Google Maps und das Telefon. Zum Abschluss der Ersteinrichtung rät Google zu einer sicheren Fahrt und weist auf Einschränkungen des Systems sowie auf möglicherweise anfallende Kosten für die Datenübertragung im Mobilfunknetz hin.

Die grundsätzlich unterschiedlichen Ansätze setzen sich bei der Nutzung von Apps fort. CarPlay funktioniert hier ähnlich wie Apps für die Apple Watch. Ist unter iOS eine Anwendung installiert, die auch mit CarPlay genutzt werden kann, dann erscheint diese ohne weitere notwendige Schritte auf dem Bildschirm des Fahrzeugs im Hauptmenü von CarPlay. Im Gegensatz dazu muss bei Google abgesehen von den hauseigenen Apps zunächst im Store nach kompatiblen Apps gesucht werden.

Grundsätzlich sind beide Plattformen in puncto App-Auswahl sehr verschlossen und haben im Vergleich zum Angebot für Smartphones und Tablets nur wenige Zusatzanwendungen zu bieten. Apple und Google gehen sehr penibel bei der Freigabe von neuen Apps vor, was insbesondere bei Google eine Abkehr von der automatisierten Einstellung von Apps in den Play Store ist. Wie bei Android TV werden auch bei Android Auto die Apps manuell von Mitarbeitern überprüft und freigegeben oder abgelehnt.

Bei Apple gibt es eine Handvoll Medien-Apps als Ergänzung zum Standardumfang. Zu nennen sind beispielsweise Spotify, Stitcher, Rdio, Overcast und Audible. Bei Google gibt es grundsätzlich das gleiche Angebot, mit Amazon Music, dem BBC Media Player oder NPR One ist das App-Sortiment aber noch etwas umfangreicher.

Nur Google bietet Messaging-Apps

Google deckt darüber hinaus noch eine Kategorie von Apps ab, die Apple derzeit gar nicht bedient: Messaging. Es stehen unter anderem WhatsApp, Telegram, Skype, Threema und ICQ zur Auswahl. Die beliebten Messenger können damit ausschließlich mit Android Auto im Pkw verwendet werden, Apple beschränkt sich hingegen auf den eigenen Dienst iMessage, der nur von iOS zu iOS und OS X funktioniert, sowie SMS.

Social Media hat keinen Platz im Pkw

Wer nach Anwendungen wie einen Browser oder Facebook und Twitter auf einer der beiden Plattformen sucht, sucht übrigens vergebens. Das sind von beiden Anbietern nachvollziehbare Entscheidungen, weil diese Dienste im Pkw viel zu sehr von der Fahrt ablenken würden. Das Surfen im Browser ist ohne Blick auf den Bildschirm nicht möglich, und das akustische oder visuelle Informieren über jeden Like, Share oder Retweet würde nicht zur Sicherheit beitragen, die sich beide Hersteller auf die Fahne schreiben.

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