3/4 Runde Smartwatches im Test : Gear S2 gegen Huawei Watch gegen Moto 360 2.0

, 57 Kommentare

Zwei Mal Android Wear, ein Mal Tizen

Huawei und Motorola setzen auf Android Wear, sind somit Googles strengen Regularien unterworfen. Eine Fragmentierung des Betriebssystem wie bei Android für Smartphones versucht der Konzern beim OS für Uhren zu vermeiden. Samsung setzt bei der Gear S2 mit Tizen hingegen abermals auf ein eigenes System und kann so freier agieren.

Mehr Ziffernblätter als Huawei hat niemand

Mit insgesamt 40 verschiedenen Ziffernblättern übertrumpft Huaweis Erstlingswerk alle Android-Wear-Kontrahenten. Die Moto 360 2nd Gen bietet sogar nur 17 Watchfaces.

Sonstige Auffälligkeiten beim Umgang mit Android Wear waren in der Testphase nicht auszumachen. Die Hardware genügt vollends um sämtliche Befehle auszuführen. Das Betriebssystem und auch die entsprechende Smartphone-App, die der Konfiguration dient, sind flach gehalten und intuitiv zu bedienen. Dies war zuletzt beim kalifornischen Nebenbuhler Apple Watch nicht der Fall. Das System benötigte, trotz Erfahrungen im Umgang mit iOS-Geräten, ein wenig Einführung und konnte von unerfahrenen Nutzern, die das erste Mal mit der Uhr in Berührung traten, nur mit Hilfestellung bedient werden.

Watchfaces der Huawei Watch Nr. 1
Watchfaces der Huawei Watch Nr. 1
Watchfaces der Huawei Watch Nr. 2
Watchfaces der Huawei Watch Nr. 2
Watchfaces der Motorola Moto 360 2nd Gen
Watchfaces der Motorola Moto 360 2nd Gen

Mit Tizen macht Samsung alles richtig

Tizen erweist sich bei der Gear S2 als echte, weil im Alltag bessere Alternative zu Android Wear. Ein Garant für die Samsung Gear S2 stellt die in Software integrierte Lünette dar. Auch Apple versucht mit einer „Digitalen Krone“ die Bedienung einer Smartwatch zu revolutionieren, im Alltag ist diese Möglichkeit aber kaum präsent. Mit der Lünette der Gear S2 ist das anders.

Zwar kann die Uhr auch mittels Sprachbefehlen und Touch-Gesten bedient werden, doch bereitet die Lünette Spaß und erleichtert dem Träger die Bedienung wirklich. Durch drehen der Lünette in die jeweilige Richtung bewegt sich das System durch die einzelnen Hauptbildschirme oder das Menü – und das beachtlich schnell. Auch sonst wirkt das gesamte System wesentlich schneller und flüssiger als Android Wear. In einzelnen Applikationen dient die Lünette ferner dem Scrollen durch Nachrichten, dem Regeln der Lautstärke oder dem Zoomen in Karten.

Samsung Gear S2 – Lünette im Detail
Samsung Gear S2 – Lünette im Detail

Auch bei der Verwendung der Uhr im Alltag kann die Gear S2 in gleich mehrerer Hinsicht punkten. Sie bietet etwa die bislang beste Bewegungsaktivierung. Jede Bewegung des Handgelenks, die dem Ablesen der Uhr dient, wird restlos erkannt und das Display aktiviert sich, sofern die entsprechende Option in den Einstellungen aktiviert ist. Wird das Handgelenk wieder gesenkt, geht das Display automatisch in den Ruhezustand über.

Samsung Gear S2 Ziffernblatt und Menüführung
Samsung Gear S2 Ziffernblatt und Menüführung

Ebenfalls gut von Tizen gehandhabt werden die eingehenden Benachrichtigungen, die nahezu jede Smartphone-App unterstützen und samt Logo ausgegeben werden. Bei der Beantwortung eingehender Nachrichten zeigt sich darüber hinaus eine kleine Revolution. Sämtliche im Test verwendeten Textdienste (E-Mail, SMS, WhatsApp und Facebook Messanger) erlauben das Beantworten über eine direkte Touch-Eingabe: Dafür erscheint ein kleines T9-Tastenfeld, das sich besser als gedacht bedienen lässt.

Wie bei der Konkurrenz kann auch bei der Gear S2 via Sprachmemo, Emojis, vorgefertigtem Textbaustein oder Diktierfunktion geantwortet werden. Anrufe können mittels Wähltasten oder aus den Kontakten heraus getätigt werden. Zum Telefonieren muss der Nutzer jedoch das gekoppelte Smartphone nutzen. Eine Freisprechfunktion, wie sie die Apple Watch bietet, gibt es nicht.

Watchfaces der Samsung Gear S2
Watchfaces der Samsung Gear S2

Ebenfalls Grund zur Freude bietet die Ziffernblattanpassung, die sowohl über die Smartphone-App wie auch der Uhr selbst ausgeführt werden kann. Bieten andere Uhren nur minimale Anpassungsmöglichkeiten wie Farbe, Indexgröße und Zusatzinhalte zur Anpassungen, kann der Gear-S2-Nutzer aus einer reich bestückten Individualisierungspalette wählen. Abhängig vom Ausgangsziffernblatt können unter anderem die Farbe, Indexbeschriftung, Zeigerlayout und -farbe, Zusatzinhalte wie Akkuladung, Puls oder Wetter eingestellt werden. Manchen Anzeigen bieten sogar die Möglichkeit das gesamte Uhrenlayout zu ändern und etwa ein Skelettuhrenoptik zu wählen. Ungeachtet dessen lassen sich auch vorgefertigte Designs im Gear Shop herunterladen.

Ein Problem haftet der Gear S2 allerdings an: Der Umfang der Kompatibilität mit Smartphones anderer Hersteller. So wir das Huawei Ascend Mate 7 zwar grundsätzlich unterstützt, Einschränkungen gegenüber der Galaxy-Serie sind aber schnell ausgemacht: Im kreisförmigen Menüaufbau fehlen schlichtweg die Punkte Nachrichten und E-Mails.

Ein kurzer Test bestätigt die Beschränkungen. E-Mails werden zwar über die jeweilige Smartphone-Mail-App auf der Uhr angezeigt, ein Beantworten ist jedoch nicht möglich. Noch gravierender trifft es die SMS-Kurznachrichten, deren Unterstützung vollkommen entfällt. Andere Benachrichtigungen wie WhatsApp-Nachrichten oder etwa der Spiele-App „Die Stämme“ werden wie gewohnt ausgegeben.

Abgespeckter Menüumfang unter Android eines nicht Galaxy-Smartphones
Abgespeckter Menüumfang unter Android eines nicht Galaxy-Smartphones

Wünschenswert wäre darüber hinaus eine stärkere Vibrationsmitteilung bei eingehenden Benachrichtigungen. Trotz im Menü gewählter hoher Vibrationsintensität fällt diese schwach aus und einige Benachrichtigungen bleiben unbemerkt.

Auf der nächsten Seite: Laufzeiten