Jolla : Hersteller von Smartphones und Tablets in Finanznöten

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Jolla: Hersteller von Smartphones und Tablets in Finanznöten
Bild: Kārlis Dambrāns (CC BY 2.0)

Nach einem Bericht der finnischen Tageszeitung Aamulehti hat das Unternehmen Jolla derzeit Probleme, die Gehälter der rund 120 Angestellten zu zahlen. Zudem sei die gerade erst begonnene Auslieferung des mit fast sechs Monaten Verspätung veröffentlichten Jolla Tablets wieder ins Stocken geraten.

Wie die Zeitung berichtet, wird das Unternehmen mehr als die Hälfte der Angestellten in einen unbezahlten Urlaub schicken, um der Krise Herr zu werden. Die Finanzdecke des Unternehmens sei dünn, hinzukommt nun, dass sich eine Finanzierungsrunde, die eigentlich im November abgeschlossen sein sollte, verzögert. Davon sind nicht nur die Gehälter der Angestellten betroffen, auch die weitere Auslieferung des im November 2014 mit rund 500 Prozent mittels Crowdfunding überfinanzierten Tablets stockt.

Den Finanznöten gingen Erfolgsmeldungen voraus

Jolla konnte im Verlauf des Jahres Siege feiern, musste aber auch Niederlagen einstecken. Zu den positiven Meldungen gehörte im März die Veröffentlichung von Sailfish OS 2.0. Im Juli konnte dann eine Partnerschaft mit Indiens zweitgrößtem Smartphonehersteller Intex geschlossen werden, der noch in diesem Jahr ein Gerät mit Sailfish OS 2.0 auf den indischen Markt bringen will.

Etwa zur gleichen Zeit spaltete sich das Unternehmen in zwei Teilbereiche auf, deren einer sich auf Projektierung und Herstellung von Hardware konzentriert, während sich der andere Teil um das Stammgeschäft Softwareerstellung und deren Lizenzierung an Hardwarehersteller und Telekommunikationsunternehmen kümmert.

Negative Schlagzeilen erzeugte der Weggang des Mitbegründers Marc Dillon, der die Galionsfigur des Unternehmens war. Offiziell hieß es er „wende sich neuen Aufgaben zu“, es wurde aber ruchbar, dass er schon länger mit einigen Entscheidungen nicht einverstanden war und sich intern bereits zurückgezogen hatte.

Auch die agile und dem Unternehmen sehr verbundene Community war unzufrieden mit der oft stagnierenden Kommunikation zwischen Unternehmen und der Gemeinschaft. So auch jetzt, wo die Öffentlichkeit bereits informiert ist, aber die Community im Dunkeln tappt. Das Unternehmen versprach nun alsbald eine öffentliche Erklärung. Zahlreiche Käufer warten indes weiterhin auf ihr crowd-finanziertes Jolla Tablet, ohne darüber informiert worden zu sein, wann genau mit einer Auslieferung zu rechnen ist.