Kommentar : Mit Tizen macht Smartwatch Spaß

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Jan Lehmann

Tizen statt Android? Auf dem Smartphone ist dieser Wechsel bisher nicht von Erfolg gekrönt. Die Smartwatch Gear S2 von Samsung zeigt hingegen, dass die Rechnung hier aufgehen kann. Für mich ein echter Lichtblick nach zehn getesteten Modellen mit Android Wear und watchOS.

Tizen vereint nicht alle Funktionen der Konkurrenz, das, was Tizen beherrscht, macht es aber gut. Clevere Detaillösungen und das intuitive, flache System erleichtern den Umgang mit der Uhr im Alltag deutlich. Textnachrichten schnell mittels virtueller T9-Tastatur auf der Uhr beantworten – wieso nicht gleich so?! Ich bin niemand, der öffentlich mit seinem Handgelenk reden will.

Doch nicht nur die Software, auch das relativ kompakte Design, die Hardware und deren Ansteuerung sorgen bei der Gear S2 dafür, dass mir der alltägliche Umgang mit einer Smartwatch erstmals Freude bereitet. Samsungs Umsetzung der drehbaren Lünette geht für mich voll auf. Was Apples „Digitale Krone“ versucht hat, wird hier genau im richtigen Maße vollbracht.

Die Gear S2 ist damit die erste Smartwatch, die mich von dem Konzept Smartwatch selbst überzeugt – ganz ohne Sprachbefehle. Und das sage ich als jemand, der iOS auf dem Smartphone auswendig kennt und diesen Aha-Moment von der Apple Watch mit ihrer Krone erwartet hätte.

Und noch etwas hat mich die Samsung Gear S2 gelehrt: Dass sich der Smartwatch-Markt nicht ausschließlich um das Design der Uhren bemüht, sondern diesen auch weiterentwickeln will. Samsung sollte genau hier weiter machen, denn mit Tizen wird offensichtlich auf das richtige weil extrem flexible Pferd gesetzt. In Zukunft dann bitte mit mehr Laufzeit und einer nochmals erweiterten Kompatibilität.

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