Thecus W2000+ und W4000+ im Test: Zwei Alleskönner-NAS mit Windows Server

 7/7
Frank Hüber
31 Kommentare

Fazit

Die NAS-Systeme Thecus W2000+ und W4000+ versuchen den Spagat zwischen zwei Welten: NAS und Windows-Server. NAS zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie für den Anwender signifikant weniger komplex und somit leichter zugänglich sind als ein Server. Genau dies ist eine große Hürde der beiden Thecus-NAS mit Windows Storage Server 2012 R2 Essentials. Sie wollen ein NAS sein, sind aber ein vollwertiger Server und erfordern deshalb, um sinnvoll eingesetzt werden und den Mehrpreis gegenüber vergleichbaren NAS-Systemen rechtfertigen zu können, auch entsprechende Kenntnisse vom Nutzer.

Wer diese Kenntnisse im Umgang mit Windows Server nicht besitzt, wird zwar nach etwas Einarbeitung in der Lage sein, die rudimentären Funktionen wie die Ordnerfreigabe im Netzwerk und Backups lokaler Clients einzurichten, benötigt hierfür aber gerade kein teureres System mit Windows Storage Server, da ihm diese Funktionalität andere NAS günstiger und einfacher zur Verfügung stellen.

Wer hingegen über das nötige Wissen verfügt und sich zu den professionellen Anwendern zählt, kann von der schier endlosen Funktionalität von Windows Server durch die vollständige x86-Unterstützung tatsächlich Gebrauch machen und erhält durch viele professionelle Funktionen einen echten Mehrwert. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Nutzer bei der Bedienung des Betriebssystems über das vergangen geglaubte Netbook-Gefühl hinwegsehen kann und sich nicht an der gebotenen Geschwindigkeit stört. Sowohl bei der Benutzung als auch bei den Übertragungsgeschwindigkeiten können die W2000+ und W4000+ nämlich nicht mit aktuellen NAS auf Basis von Linux mithalten.

Thecus W4000+
Thecus W4000+

In jedem Fall verbesserungswürdig ist die Dokumentation zur Einrichtung. Thecus vertraut hier auf die Erfahrung des Nutzers und gibt keinerlei Hilfestellung in Form einer Kurzanleitung. Zumindest die ersten Schritte sollte der Hersteller erläutern, so dass auch Laien die oben genannten, rudimentären Funktionen einrichten und sich gegebenenfalls daraufhin am lebenden Objekt in die Materie einarbeiten können. Im Profibereich weniger relevant ist die vergleichsweise hohe Leistungsaufnahme beider Systeme, die hohe Lautstärke der W2000+ ist jedoch sehr störend.

Auch die Kunststoffvorderseite beider NAS-Systeme sollte angesichts des Metallgehäuses hochwertiger ausfallen und passt nicht zum aufgerufenen Preis von 455 respektive 490 Euro, der neben der Server-Lizenz auch von der integrierten 60-Gigabyte-SSD in die Höhe getrieben wird. Wer ein NAS mit Windows Server selber aufsetzen möchte, muss allerdings für Windows Server 2012 R2 Essentials bereits 400 Euro bezahlen. Die abgespeckte Variante Windows Storage Server 2012 R2 Essentials ist nicht frei im Handel erhältlich.

Doch nicht nur die vom Betriebssystem gebotenen Funktionen sind zahlreich und erstklassig, sondern auch die Anschlussmöglichkeiten wissen zu überzeugen. Mit USB 3.0, eSATA, VGA, HDMI, zwei Netzwerkschnittstellen und einem SD-Kartenleser (W2000+) beziehungsweise einem Audio-Ausgang (W4000+) wird dem Käufer einiges geboten.

Thecus W4000+
Produktgruppe NAS-Systeme, 18.11.2015
  • Geschwindigkeit
    +
  • Leistungsaufnahme
  • Lautstärke
    O
  • Verarbeitung
    +
  • Software
    ++
  • Funktionsumfang dank Windows Storage Server
  • Verschlüsselung (BitLocker)
  • HDMI- & Audio-Ausgang
  • USB 3.0 & eSATA
  • Link Aggregation
  • ausgereifte Software
  • hohe Leistungsaufnahme
  • Dokumentation
  • Kunststofffront
Thecus W2000+
Produktgruppe NAS-Systeme, 18.11.2015
  • Geschwindigkeit
    +
  • Leistungsaufnahme
  • Lautstärke
  • Verarbeitung
    +
  • Software
    ++
  • Funktionsumfang dank Windows Storage Server
  • Verschlüsselung (BitLocker)
  • HDMI-Ausgang & Kartenleser
  • USB 3.0 & eSATA
  • Link Aggregation
  • ausgereifte Software
  • hohe Leistungsaufnahme
  • Dokumentation
  • Kunststofffront
  • Lautstärke

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