2/4 Xperia Z5 (Compact) im Test : High-End-Hardware hinter wasserdichten 4,6 und 5,2 Zoll

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Performance

Xperia Z5 und Z5 Compact setzen beide auf den Snapdragon 810. Für Multitasking stehen drei (Xperia Z5) beziehungsweise zwei Gigabyte (Xperia Z5 Compact) Arbeitsspeicher zur Verfügung. In der dritten Compact-Generation wäre ein Gleichstand beim RAM anzuraten gewesen, so dass die Leistungsreserven auch in dieser Hinsicht gleichauf liegen. Den für Hitzeprobleme bekannten 810 kühlt Sony im Z5 mit zwei Heatpipes, die die Wärme besser abführen sollen. Das Z3+ mit der angeblich kühleren Revision 2.1 versorgte Sony bereits mit einer Heatpipe, spürbare Verbesserungen brachte dies allerdings nicht.

Zwar werden bei intensiver Nutzung von Spielen, dem Browser oder Multitasking auch das Xperia Z5 und das Xperia Z5 Compact warm, es kam allerdings zu keiner Zeit zu hitzebedingten Neustarts oder dem Schließen einer App. Auch Leistungseinbrüche im Alltagsgebrauch waren nicht auszumachen. Nur starke Beanspruchung durch Benchmarks ließ die Hitzeentwicklung ansteigen. Zwar schafft es Sony nicht komplett, die Hitzeentwicklung des Snapdragon 810 einzudämmen, insgesamt hat der Hersteller das Problem aber gut in den Griff bekommen.

Im Alltag sind die Modelle dank der leistungsfähigen Komponenten sehr reaktionsfreudig und schnell unterwegs. Apps und Webseiten laden schnell und auch der Wechsel zwischen Anwendungen gelingt zügig. Zudem steht auch aktuellen Spielen nichts im Weg, die Adreno 430 birgt genug Leistungsreserven. Denkpausen waren im alltagsnahen Einsatz nur für kurze Zeit nach dem Schließen aller geöffneten Anwendungen auszumachen. Die hohe Leistung spiegelt sich auch in synthetischen Benchmarks wieder.

Im CF-Bench, im GFXBench oder im 3DMark können sich Sonys neue Modelle nicht nur von einigen Konkurrenten mit Snapdragon 810 absetzen, sondern teilweise auch Spitzenpositionen belegen. Sony ist es sehr gut gelungen, den hitzköpfigen Prozessor zu regulieren und die Leistung dadurch hoch zu halten. Das Duo zählt nicht nur auf dem Papier und in synthetischen Messungen, sondern auch im Alltag zu den schnellsten Android-Modellen auf dem Markt.

Betriebssystem

Als Betriebssystem setzt Sony auf Android 5.1.1 Lollipop, eine Aktualisierung auf die neue Version 6.0 Marshmallow wurde für alle Smartphones der Z5-Serie angekündigt. Zusätzlich kommt die vom Hersteller gewohnte Oberfläche zum Einsatz. Diese verändert Android hauptsächlich optisch, ergänzt jedoch auch neue Funktionen und Apps. Die Optik kann zusätzlich durch Themes verändert werden, auch die Schnellzugriffe in der Benachrichtigungsleiste lassen sich anpassen. Wie von vergangenen Sony-Smartphones bekannt, ist die Oberfläche schlank und leichtfüßig und greift nicht so tief in das System ein wie etwa Samsungs TouchWiz oder Huaweis EMUI.

Finger lassen sich jetzt auch bei Sony scannen

Erstmals verbaut auch Sony einen Fingerabdrucksensor in seinen Smartphones. Dieser ist im Power-Button an der Seite integriert und reagiert zuverlässig und schnell. Die einzige Ausnahme bilden feuchte Finger – ein Problem, mit dem auch andere Hersteller zu kämpfen haben. Die Einrichtung gestaltet sich schnell und einfach. Wie von anderen Smartphones mit Fingerabdrucksensor gewohnt, muss neben dem Fingerabdruck ein Passwort oder PIN als Back-Up für den Gerätezugriff eingerichtet werden.

Die Nähe der Oberfläche zu Googles purem Android zeigt sich etwa in der Statusleiste oder den Einstellungen, die zwar um Schnellzugriffe oder Menüpunkte erweitert wurden, die Struktur aber unverändert übernehmen. Der noch beim Z3+ und davor eingesetzte App-Drawer mit Menü am linken Bildschirmrand ist einem weiter reduzierten gewichen. Die neue Version läuft im Vollbild und ist optisch noch zurückhaltender. Sie versteckt die Wahlmöglichkeiten für die Anordnung sowie die Einstellung zur Symbolgröße hinter dem Menü-Button von Android und bietet sonst nur Zugriff auf die Suche. Nach langem Druck lassen sich Apps verschieben oder deinstallieren, die Verknüpfung mit eigenen Diensten wie „What's New“ innerhalb des Drawers hat Sony entfernt.

Eine der größten Änderungen zum Google Now Launcher ist der Wegfall des namensgebenden Dienstes auf dem linken Startbildschirm. Nach wie vor erreichbar ist Google Now aber über die Wischgeste via Home-Button. Sony liefert einige Apps mit, von denen sich aber nicht alle deinstallieren lassen. Darin enthalten sind unter anderem die eigene Kamera-App, PlayStation-Apps oder eigene Anwendungen für Musik, Fotos und Videos. Weitere Ergänzungen sind etwa Mini-Anwendungen, die sich über den geöffneten Inhalt legen oder die eigene Tastatur.

Homescreen | Schnellzugriffe | App-Drawer
Homescreen | Schnellzugriffe | App-Drawer

Die von Sony bekannte, schlichte Oberfläche ist auch in der neuen Z5-Reihe ein klarer Pluspunkt. Die Änderungen sind zurückhaltend, durch den weiter reduzierten App-Drawer wirkt das System noch weniger aufdringlich. Gleichzeitig gewähren die wenig tiefgreifenden Änderungen die Leichtfüßigkeit und Übersicht in der Benutzerführung.

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