3/4 Xperia Z5 (Compact) im Test : High-End-Hardware hinter wasserdichten 4,6 und 5,2 Zoll

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Kamera

Mit 23 Megapixel hat der 1/2,3"-Sensor, der sowohl im neuen Sony Xperia Z5 als auch im Xperia Z5 Compact verbaut ist, eine sehr hohe Auflösung zu bieten. Ein lichtstarkes Objektiv mit einer Blende von f/2.0 ermöglicht auch bei Dunkelheit dank kürzerer Belichtungszeiten scharfe Aufnahmen aus der Hand. Falls trotzdem mehr Licht benötigt wird, soll einer einzelner LED-Blitz auf kurzer Distanz Aushilfe schaffen. Durch einen hybriden Autofokus mit einer Kombination aus Phasen- und Kontrasterkennung verspricht Sony den schnellsten Autofokus in einem Smartphone: Das Scharfstellen soll 0,03 Sekunden dauern.

Im Test zeigten die Smartphones tatsächlich einen schnellen und zuverlässigen Autofokus, inklusive Nachbearbeitung und Speicherung der Fotos durch die Software ist der Zeitraum zwischen mehreren Fotoaufnahmen im Vergleich zu Konkurrenten wie dem LG G4, dem Samsung Galaxy S6 oder dem iPhone 6S aber in etwa gleich auf.

Videos zeichnen beide Neulinge maximal mit einer Auflösung von 4K auf. Mit der Frontkamera können Full-HD-Videos aufgenommen und Fotos mit einer Auflösung von 5 Megapixel geschossen werden.

Blieb beim Xperia M4 Aqua zuletzt die Erkenntnis, das eine niedrigere Auflösung des Sensors Artefakten, wie sie bei Smartphones von Sony nun mal besonders häufig vorkommen, entgegensteuert, machen das Z5 und das Z5 Compact genau dort weiter, wo das Xperia Z3+ zuletzt aufgehört hat. Artefaktbildungen sind demnach wieder ein großes Problem der neuen Sony Smartphones und fallen besonders schnell in der 100-%-Ansicht oder beim Hineinzoomen in das Bild auf.

Erschwerend kommt hinzu, dass es der Optik nicht gelingt, die vollen 23 Megapixel aufzulösen. Bilder sind selbst bei niedrigsten Empfindlichkeiten mit einer gewissen Unschärfe überzogen. Wer seine Bilder jedoch auf einem Medium mit niedrigerer Displayauflösung als 23 Megapixel, was derzeit vermutlich auf jeden zutrifft, ausschließlich in der Vollbildansicht betrachtet, dem werden die hier kritisierten Eigenschaften des Xperia Z5 und Z5 Compact nicht auffallen.

Sony Xperia Z5 (Compact) im Test – Kamera

Ansonsten hinterlassen die neuen Smartphones einen guten Eindruck hinsichtlich Dynamikumfang und Farbgenauigkeit. Während der Testzeit zeigten sich beide Geräte überwiegend genau bei der richtigen Wahl des Weißabgleichs. Selbst Kunstlicht meistern beide Smartphones gut und weisen in den gezeigten Szenarien keine Farbverschiebung auf (Bilder 46, 49 und 52). Einzelne Farben geben das Z5 und Z5 Compact bei niedriger Empfindlichkeit gut gesättigt und meist angemessen wieder.

Artefakte stören auch bei Dämmerung

Sobald die Dämmerung einsetzt, müssen Verschlusszeit und Empfindlichkeit bei Smartphones verlängert beziehungsweise erhöht werden. Die Erhöhung des ISO-Wertes bringt wie bei jedem Kamerasensor ein stärkeres Rauschsignal mit sich, das in Abhängigkeit der gewählten Empfindlichkeit unterschiedlich stark ausfällt. Bereits ab Werten von ISO 800 zeigen Fotos aus dem Z5 und Z5 Compact ein starkes Rauschen und eine dadurch verminderte Bildqualität. Dies ist nicht ungewöhnlich und war zu erwarten. Was jedoch sehr störend im High-ISO-Bereich auffällt, sind Farbartefakte (Bild 67). Dem LED-Blitz gelingt es Objekte, die nicht weiter als einige Meter zur Kamera entfernt stehen, gut auszuleuchten. Darüber hinaus ist er schlicht und einfach bedingt durch seine Größe wirkungslos.

Im Vergleich mit dem Apple iPhone 6S und dem Samsung Galaxy S6 ist festzustellen, dass beide Smartphones zwar eine geringere Anzahl an Megapixel haben, Bilder jedoch schärfer auflösen als Z5 und Z5 Compact. Zudem gibt es keinerlei ähnlich starke Probleme mit Artefaktbildungen.

Kamera-App
Kamera-App

In ihren High-ISO-Fähigkeiten nehmen sich alle beteiligten Smartphones nicht viel, wobei das Apple iPhone 6S in dieser Kategorie leicht vor dem Galaxy S6 liegt. Z5 und Z5 Compact bilden in dieser Disziplin das Schlusslicht, erneut weil sie zum Teil mit störenden Farbartefakten zu kämpfen haben.

Nicht zur vergessen: Die Kamera bleibt vergesslich

Ein nach wie vor nicht gelöstes Problem ist die Vergesslichkeit der Kamera beim Start aus dem Sperrbildschirm oder dem Kamera-Button. Die Kamera merkt sich in diesem Fall etwa die Einstellungen für Helligkeit oder Farbe nicht oder vergisst gar den vorher ausgewählten Modus. Noch immer startet die Kamera dann automatisch in den Modus „Überlegene Automatik“. Dies kann durchaus Nerven kosten, wenn die vorgenommen Einstellungen nur unter bestimmten Bedingungen erhalten bleiben.

Konnektivität

Als Flaggschiffe sind beide Smartphones standesgemäß auch mit aktuellen Übertragungsstandards ausgerüstet. Dank Snapdragon 810 gibt es LTE mit bis zu 300 Mbit/s im Down- und 50 Mbit/s im Upstream. WLAN gibt es nach ac-Standard mit zwei Streams, Bluetooth 4.1 und NFC sind ebenfalls mit an Bord. Zudem bietet die Kandidaten auch Unterstützung für MHL 3.0, GPS, GLONASS, BeiDou und Miracast sowie Wi-Fi Direct.

USB Typ C bietet Sony Ende 2015 noch nicht

Trotz des großen Schnittstellenumfangs ist die Konkurrenz etwa dank Infrarot oder USB Typ C teilweise voraus. Der 32 Gigabyte interne Speicher lässt sich per microSD um bis zu 200 Gigabyte erweitern.

Im Netz von O2 im Ruhrgebiet und in Düsseldorf zeigten sich beide Smartphones solide und zuverlässig. Einzig bekannte Problemfelder wie Zug- oder U-Bahn-Fahrten erwiesen sich als Störfaktor für Telefonate und mobiles Internet. Die Sprachqualität überzeugt mit ausreichender Lautstärke und Klarheit. Auch die Lautsprecher bieten ansprechende Ergebnisse. Im Modus für höchste Genauigkeit erfolgt die Ortung per A-GPS und Mobilfunknetz in wenigen Momenten und bleibt im Anschluss präzise, so dass die Kandidaten auch zur Navigation genutzt werden können.

Laufzeiten

Trotz der unterschiedlichen Größen sind die Smartphones im Punkt Akkukapazität wenig voneinander entfernt. Das Xperia Z5 bietet 2.900, das kleinere Z5 Compact 2.700 mAh Nennladung. Zudem ist bei Letztgenanntem nicht nur das Display, sondern auch die Auflösung deutlich kleiner, was der Akkulaufzeit zu Gute kommt. Sony wirbt bei beiden Smartphones mit einer Akkulaufzeit von bis zu zwei Tagen bei gemischter Nutzung mitsamt angeschaltetem Stamina-Modus. Beide Smartphones unterstützen Qualcomm Quick Charge 2.0 für schnelleres Aufladen, das passende Netzteil liefert Sony allerdings nicht ab Werk mit.

Verkehrte Welt: Klein hält länger durch als groß

Im Alltag mit automatischer Helligkeit, aktiviertem WLAN und LTE sowie Telefonie, Messengern und Websurfen pendelte sich die Akkulaufzeit des großen Z5 bei ungefähr einem bis eineinhalb Tagen ein. Bei starker Beanspruchung durch viel mobiles Internet und Spielen bittet das Smartphone bereits vorher um Strom. Das Z5 Compact hingegen hält länger durch und kann bei genügsamer Nutzung auch gut zwei Tage erreichen.

Per Stamina-Modus kann die Akkulaufzeit zusätzlich verlängert werden: Hierdurch lässt sich der Datenverkehr im Standby deaktivieren oder auf bestimmte Apps einschränken oder etwa die Leistung des Smartphones eindämmen um Akku zu sparen. Noch radikaler geht der Ultra-Stamina-Modus zu Werke: Wird dieser aktiviert, werden Internetverbindungen deaktiviert und nur grundlegende Anwendungen unterstützt, wie zum Beispiel Telefon und SMS, die Kamera, Musik oder der Wecker.

In den Laufzeitmessungen kann das Z5 Compact die größere Version auf Abstand halten. Mit rund 7 Stunden kann das Z5 an seinem Vorgänger und beispielsweise dem HTC One M9 oder dem LG G4 vorbeiziehen, während das Z5 Compact noch mal 80 Minuten drauflegt. Damit hält das Smartphone zudem knapp eine Stunde länger durch als das Z3 Compact. Den Vorgänger überholen kann das Z5 Compact auch im PCMark, bei dem ein sehr guter Wert von etwa acht Stunden auf der Uhr steht. Dem Z5 geht bei dieser Messung knapp eine halbe Stunde vor dem Z3+ die Puste aus. Eine messbare Verbesserung verglichen mit der vorherigen Serie lässt sich somit nur beim kompakten Modell feststellen. Insgesamt betrachtet liegt das Xperia Z5 in etwa auf einem Level mit der High-End-Konkurrenz rund um fünf Zoll. Das Compact kann sich mit seinen guten Ergebnissen im oberen Drittel platzieren.

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