2/4 ZUK Z1 im Test : 4.100 mAh, USB Typ C, Full HD und 64 GB für rund 300 Euro

, 126 Kommentare

Performance

Der etwas betagte Snapdragon 801 bietet vier Krait-400-Kerne mit einem maximalen Takt von 2,5 Gigahertz und eine Adreno-330-GPU. Für Multitasking stehen drei Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Der Prozessor setzt noch auf den Befehlssatz ARMv7-A und ist nur 32-Bit-fähig. Auch wenn das in 28 nm gefertigte System-on-a-Chip nicht mehr ganz taufrisch ist, reicht die Leistung im Alltag für eine flüssige Bedienung aus.

Anwendungen und Webseiten werden schnell geladen und auch bei vielen geöffneten Anwendungen bricht die Leistung nicht ein. Auch zum Spielen liefert die Adreno 330 aktuell noch genug Leistung. Im Alltagseinsatz zeigt sich das Smartphone reaktionsfreudig und ohne große Denkpausen. Zwar navigiert das Z1 nicht ganz so schnell wie aktuelle Android-Flaggschiffe à la Samsung Galaxy S6 durch Apps und Menüs, in seinem Preisbereich zählt das ZUK aber zu den performantesten Vertretern.

Erwartungsgemäß ins obere Mittelfeld schlägt sich das ZUK Z1 auch in synthetischen Messungen. Vergleichsweise gute Plätze kann das Smartphone vor allen Dingen noch bei der Grafikleistung belegen, wo es aktuelle Mittelklasse-Telefone, die ähnlich oder sogar mehr kosten – wie auch bei der Alltagsleistung – teils auf Abstand halten kann.

Insgesamt liefert das ZUK Z1 eine hohe Leistung auf dem Papier und im Alltag. Auch wenn der Snapdragon 801 nicht einer aktuellen Baureihe entspringt, liefert der Prozessor genug Leistung auch für größere Anwendungen und lässt gerade in Anbetracht des niedrigen Preises des ZUK keine Fragen offen. Nachteile finden sich eher auf technischer Seite, so etwa im älteren Befehlssatz und fehlender 64-Bit-Unterstützung.

Betriebssystem

Für das Betriebssystem setzt der Hersteller auf die Cyanogen OS genannte kommerzielle Version des CyanogenMod. Dieses basiert beim Z1 auf Android 5.1.1, bringt jedoch einige Veränderung im Vergleich zu Stock-Android mit. Neben einer veränderten Optik setzt das System vor allem auf viele Freiheiten bei der Personalisierung und bietet bereits ein Rechtemanagement für Apps, wie Google es erst mit Android 6.0 Marshmallow eingeführt hat.

Im Gegensatz zum Google Now Launcher werden Apps im Drawer von unten nach oben durchsucht. Für die alphabetische Sortierung stellt jeder Buchstabe praktisch eine Kategorie dar, über eine Buchstabenleiste kann schnell zwischen den einzelnen Lettern gewechselt werden. Ein weiterer Unterschied zum puren Android ist der Wegfall von Google Now als linker Homescreen. Gestartet werden kann der Dienst über einen langen Druck des Home-Buttons oder eine Wischgeste bei aktivierten On-Screen-Tasten. Der Nutzer kann auswählen, ob für die Bedienung der physische Home-Button und die kapazitiven Tasten oder wahlweise On-Screen-Tasten genutzt werden sollen.

An dieser Stelle zeigt sich eine der mannigfaltigen Möglichkeiten, die Oberfläche und das System dem eigenen Geschmack anzupassen. So kann darüber hinaus in Cyanogen OS beispielsweise festgelegt werden, wie lang und in welcher Farbe die LED bei welcher (App-)Benachrichtigung leuchten soll, welches Programm auf welche Daten zugreifen darf oder ob die Statusleiste bei der Nutzung von Anwendungen angezeigt werden soll. Auch die Optik lässt sich durch Designs anpassen. Ein „erweiterter Modus“ schaltet weitere Anpassungsmöglichkeiten frei. Verschiedene Profile gehören ebenso zum Paket des Betriebssystems.

Cyanogen OS richtet sich hier auch an versierte Nutzer, die sich gerne detaillierter und länger mit der Anpassung beschäftigen möchten. Anzumerken ist hier allerdings, dass einige Anwendungen aus dem Google Play Store wie etwa WhatsApp das vorinstallierte Cyanogen OS als Custom ROM wahrnehmen und darauf hinweisen, dass kein Support gegeben wird oder es zu Fehlfunktionen kommen kann. Im Alltag zeigte sich dies aber nicht. Der integrierte Fingerabdrucksensor kann zum Entsperren des Geräts genutzt werden und reagiert sehr zügig. Auch mit feuchten Fingern kommt der Sensor verhältnismäßig gut zurecht, nach wie vor sorgen diese aber für Ungenauigkeit.

Die veränderte Oberfläche ist übersichtlich und klar strukturiert, kann in der Tiefe aufgrund der vielen Untermenüs der Einstellungspunkte aber durchaus verwirren, auch war nicht jede Meldung des Systems übersetzt. Ein Pluspunkt von Cyanogen OS auf dem ZUK Z1 ist die geringe Anzahl an zusätzlichen Anwendungen. Ergänzt wurden ein Equalizer, eine App für Videoaufnahmen des Bildschirms, ein eigener Browser, ein Dateimanager und ein Sprachrekorder. So wirkt die Oberfläche abseits der Einstellungen nicht überladen und nähert sich beim Umfang einem puren Android.

Auf der nächsten Seite: Kamera