Desktop-Distribution : Solus OS 1.0 freigegeben

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Desktop-Distribution: Solus OS 1.0 freigegeben
Bild: okubax (CC BY 2.0)

Die mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Distribution Solus OS ist mit rund drei Monaten Verspätung in der finalen Version 1.0 veröffentlicht worden. Solus ist speziell auf die Verwendung am Desktop ausgelegt und wurde von Grund auf neu gebaut. Die Desktopumgebung Budgie ist ebenfalls eine Eigenkreation.

Hinter Solus OS und Budgie, steht Intel-Mitarbeiter Ikey Doherty mit rund einem Dutzend weiterer Entwickler. Die Distribution ist darauf ausgelegt, einfach bedienbar zu sein und einer klaren Designlinie zu folgen, die dem Anwender nicht im Weg steht. Dabei geht es nicht darum, möglichst den letzten Designtrends nachzulaufen, sondern ein durchgängiges und gefälliges Design zu bieten. Budgie setzt auf dem GTK-Toolkit auf und verwendet für die täglichen Aufgaben GNOME-Apps.

Solus OS setzt auf Kernel 4.3.3 und ist auch ansonsten mit aktueller Software ausgestattet. So sind unter anderem Firefox 43.0.2, Thunderbird 38.5.0, Nautilus 3.18.4, Rhythmbox 3.2.1 und VLC 2.2.1 vorinstalliert. Für die Handhabung von Eingabegeräten setzt Doherty auf die Bibliothek libinput. Der Steam-Launcher ist im Software-Center nur einen Klick entfernt. Für Grafikkartentreiber wurde das Modul DoFlicky entworfen, das bei Bedarf AMDGPU- oder Nvidia-Treiber installiert.

Die am rechten Displayrand einblendende Seitenleiste namens Raven dient sowohl der Konfiguration diverser Applets als auch für Benachrichtigungen. Darüber hinaus ist Budgie weitläufig an die eigenen Bedürfnisse anpassbar. Der Installer ist sehr einfach gehalten und installiert das System in Windeseile auf die Festplatte. Beim ersten Start von der Platte wird eine Lokalisierung und Personalisierung durchgeführt, nach der das System einsatzbereit ist.

Neben der üblichen Desktop-Kost bietet Solus im Software-Center aber auch eine Vielzahl an Tools für Softwareentwickler an. Solus fährt zügig hoch und hält diese Geschwindigkeit auch bei der täglichen Arbeit. Als Paketsystem kommt eopkg zum Einsatz, ein eigens aus dem Paketmanager Pisi entwickeltes Werkzeug, das die Paketierung so vereinfacht, dass auch Anwender es schnell erlernen können. Pläne für die Zukunft von Solus OS sind die Integration eines Backup-Werkzeugs und einer Systemwiederherstellung unter Verwendung der Mechanismen von zustandslosen Systemen.

Letzteres ist eine Übernahme aus Dohertys täglichem Broterwerb bei Intel, wo er an der zustandslosen Cloud-Distribution Clear Linux OS arbeitet, die erst kürzlich veröffentlicht wurde.

Solus OS, das auch für UEFI vorbereitet ist, steht auf der Projektseite für 64-Bit-Systeme zum Download bereit. Das Abbild hat eine Größe von rund 820 Megabyte.