2/4 Logitech G410 im Test : Romer-G mit RGB-LEDs statt Metallplatte

, 92 Kommentare

Äußerlichkeiten

Bereits der erste Kontakt mit der G410 macht deutlich, dass Ausstattung und Preis bei der Konzeption oberste Priorität hatten. Das Gehäuse ist aufgrund seiner rauen Oberfläche haptisch mehr funktional und kein Handschmeichler; eine ähnliche Anmutung liefern bereits Tastaturen zum halben Preis. Fugen und empfindliche Hochglanzelemente sorgen darüber hinaus für unnötigen Reinigungsbedarf. Die glatten Flächen frei von Kratzern zu halten, erweis sich bereits im Testzeitraum als unmöglich, entsprechend erscheint mittelfristig „visueller Verschleiß“ unvermeidbar.

Das grundsätzliche Design der G-Serie hat Logitech nur im Hinblick auf die Integration des Arx-Control-Features geändert. Das Arx-Dock, welches in Zusammenspiel mit der Arx-Control-App Smartphones mit einer Dicke von maximal 12 Millimetern als zweites Display nutzbar machen soll, kann bei der G410 erstmals getrennt von der Tastatur aufgestellt werden. Damit entfällt ein wesentlicher Kritikpunkt der alten Umsetzung, da das Smartphone ohne feste Position der Halterung nicht länger zwingend Inhalte des Bildschirms überdeckt.

Arx bleibt eine Spielerei

Alle Probleme der Arx-Einbindung werden durch diese Änderung jedoch nicht aus dem Weg geräumt. Sind die kurzen Kanten des Smartphones wie etwa bei einem Motorola Moto X gebogen, steht das Chassis hochkant nicht sicher im Dock. Zudem lässt sich das eingesetzte Modell unter Umständen nicht laden, wenn sich der USB-Anschluss an der Unterseite befindet oder der Display-Inhalt einer Rotation um 180 Grad nicht folgt. Den mobilen Begleiter im Querformat zu nutzen, löst das Problem beim Laden und gewährleistet einen sicheren Stand. Dennoch ist diese Ausrichtung die schlechtere Option, weil der Wechsel zwischen verschiedenen Menüpunkten der Software im Betrieb unterbunden wird. Verantwortlich ist die Position des Touch-Buttons zum Ausklappen der Menüleiste am unteren Rand des Displays, der vom Arx-Dock überdeckt wird – ein Problem, das sich bei einer Positionierung am oberen oder seitlichen Rand des Bildschirms einfach hätte umgehen lassen.

Dennoch ist die Arx-Funktionalität trotz unverändertem Funktionsumfang bei der G410 prinzipiell etwas nützlicher geworden. Da die Tastatur über keine dedizierten Medien-Tasten verfügt, kann die App diese Funktionalität sinnvoll bereitstellen. Insgesamt fällt der Mehrwert aber nicht überragend aus: Das gesamte System bleibt aufgrund der vielen Einschränkungen weiterhin eine Spielerei, deren inkonsequente Implementierung andeutet, dass das Feature vor allem einen Werbewert besitzt.

Die Tastenkappen der G410 werden in einem ersten Verarbeitungsschritt aus transluzentem Kunststoff gefertigt und in einem zweiten Schritt dunkleres Material aufgetragen, wobei die Lettern der Beschichtung ausgespart werden („2K“-Verfahren). Die Sekundärbeschriftungen an der Vorderseite der Kappen sind hingegen aufgedruckt und werden daher nicht farbig angestrahlt. Anders als bei MX-Modulen von Cherry ist die Ausleuchtung der „Romer-G“-Taster nicht nur direkt über der LED optimal, was Logitech durch großzügige Beschriftungen eindrucksvoll unter Beweis stellen kann: Durch die zentral innerhalb des „Sliders“ platzierte Diode sowie das transparente Schaltergehäuse gewinnt der Hersteller zusätzlichen Spielraum, wobei eine „light pipe“ die Verteilung des Lichts verbessert und sicherstellt, dass der Leuchtkreis der direkt auf dem PCB befestigten Dioden nicht nur die Tastenkappe erkennbar ist.

Qualitativ gehört die Ausleuchtung weiterhin zu den absolut besten am Markt verfügbaren Lösungen. In diesen Kreis rückt dank kleiner Änderungen auch die Beleuchtung insgesamt ein: Logitech erlaubt es nun, auch die beiden Rubberdome-Taster farblich zu individualisieren und bietet eine der wenigen RGB-Tastaturen an, bei der die Helligkeit dieser Schalter gegenüber dem mechanischen Modellen nicht abfällt. Wie bei der G910 kann die Leuchtstärke aber nur nach unten angepasst werden, was den Betrieb der Software erfordert. Das gewählte Maximal- und Standardniveau ist allerdings gut sichtbar ohne dabei durch übertriebene Helligkeit zu stören.

Lediglich ein Manko hat Logitech nicht abgestellt: Ein reines Weiß kann auch das neue Kleinmodell nicht darstellen. Diese Unfähigkeit liegt an dem blauen Gehäuse der Taster, das dem Licht einen Blauton beimischt. Im Ergebnis kommt die Tastatur über ein schmutziges Weiß mit blass türkisen Zügen nicht hinaus.

Auf der nächsten Seite: Alltagserfahrungen