3/4 Logitech G410 im Test : Romer-G mit RGB-LEDs statt Metallplatte

, 92 Kommentare

Alltagserfahrungen

Der von Logitech bei Omron gefertigte Romer-G ist ein Taster mit leicht taktil markiertem Druckpunkt, was ihn, wie auch ein Blick in das Kraftdiagramm zeigt, rudimentär vergleichbar mit den MX-Brown-Modulen von Cherry macht. Im Gegensatz zu diesen Tastenmodulen wird der Signalpunkt jedoch bereits nach 1,5 statt den üblichen 2,0 Millimetern, der finale Anschlag nach 3,0 statt 4,0 Millimetern erreicht. Das Design mit zentral angeordneter LED wirkt sich auf die Konstruktion des Führungsschlittens und damit auf die Befestigung der Tastenkappen aus. Für Kreuzaufnahmen ausgelegten Zubehörprodukte lassen sich durch diese Besonderheit nicht verbauen. Aktuell gibt es daher keine Möglichkeit, die von Logitech vorgesehenen Modelle mit Vier-Punkt-Befestigung durch Alternativen zu ersetzen.

Kombiniert werden die Taster mit Stabilisatoren im Cherry-Stil, die Bewegungen größerer Kappen durch zusätzliche Stempel eliminieren. Damit verändert sich die Charakteristik der entsprechend gestützten Taster minimal. Bewegungen über die Längsachse werden, anders als bei den Drahtbügel-Versionen, im Gegenzug minimiert.

Logitech G910 (Romer-G)
Logitech G410 (Romer-G)

Trotz gleicher technischer Basis unterscheiden sich G910 und G410 mehr als nur in ihrer Größe und dem Umfang der Ausstattung. Akustisch grenzt sich das Tenkeyless-Modell durch höhere und aufgrund des helleren, deutlicher klackernden Klangbildes subjektiv lauteren Geräuschemissionen von der G910 negativ ab. Zusätzlich tritt das metallische Pingen der Taster bereits bei Eingaben in normaler Stärke hörbarer hervor; die bei ihrem ersten Auftritt leisen Romer-G nähern sich in dieser Erscheinungsform Cherrys MX-Tastern an. Die Ursache lässt sich nach dem Aufschrauben im Inneren des Gehäuses entdecken: Logitech verzichtet auf die Verwendung einer Metallplatte zur Stabilisierung der Taster, die bei Eingabegeräten oberhalb von 50 Euro Kaufpreis auf dem deutschen Markt eigentlich ein unangefochtener Standard ist.

Stattdessen werden die Taster lediglich auf dem PCB fixiert. Unter dieser Sparmaßnahme leidet auch das Schreibgefühl. Die G910 ist so nicht nur leiser, sondern bringt ein feineres, „geschmeidigeres“ Tipperlebnis hervor, welches das des kleinen Ablegers zu übertreffen vermag; dem Anschlag sowie dem Feedback fehlt Festigkeit zugunsten eines spürbar federnden, weicheren Feedbacks. Auch deshalb ist der Entfall eines längst nicht mehr optionalen Ausstattungselementes, das unter anderem Vibrationen unterbindet und das PCB vor Belastung schützt, kritisch zu sehen.

Das geänderte Profil der Tastenkappen hat indes keinen Einfluss auf die Ausprägung dieser Charakteristika. Nachdem das Eigendesign auf der G910 nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß, greift Logitech nun wieder auf Kappen im konservativem OEM-Profil zurück. Wie ein Kreuztausch zeigt, ändert sich jedoch weder Klangkulisse noch Feedback merklich durch den Wechsel des Designs.

Weniger Tasten sparen kaum Platz

Im Alltag fällt die G410 zwar mit einem ordentlichen Layout sowie durch einhändig gut erreichbare Shortcuts auf, lässt aber beim Schreiben eine breitere Handballenauflage wünschen; für die rechte Hand dürfte die Auflage durchaus breiter ausfallen. Genau umgekehrte Wünsche entstehen an die Breite des Gehäuses. Verglichen mit der schlanken Tenkeyless-Umsetzung von Ozone genehmigt Logitech der eigenen Interpretation des Formfaktors fünf zusätzliche Zentimeter in dieser Dimension. Was absolut nach wenig klingt, ist in Relation bereits fünf Siebtel desjenigen Platzes, den ein zusätzlicher Nummernblock verschlingen würde, sofern das Gehäuse nicht oder nur minimal über die Tasten selbst hinauswächst. Selbst im Vergleich mit großzügiger geschnittenen Chassis herkömmlicher ISO-105-Layouts, welche die Masse der am Markt verfügbaren Tastaturen ausmachen, spart das Unternehmen aber umgerechnet nur einen halben Nummernblock ein.

Ein anderer Vorteil des „TKL“-Layouts wird davon jedoch nur geringfügig beeinträchtigt. Durch den Entfall des Nummernblocks kann auch die G410 dichter an die Maus gerückt werden, was für Nutzer, die mit „WASD“-Tasten spielen, in einer bequemeren Haltung der Hand resultiert. Damit platziert Logitech das Konzept der Tastatur in einer schwierigen Situation: Sie ist insgesamt betrachtet nicht wesentlich kleiner als Tastaturen im großen Layout, aber deutlich größer als kleinere Modelle gleicher Tastenanzahl, ohne diese Kompromissform mit zusätzlichen Features schmackhaft machen zu können.

Software

Logitechs Gaming-Software bleibt mangels internem Speicher weiterhin eine zwingende Voraussetzung, um Tastaturen der G-Serie mit eigenen Einstellungen zu betreiben. Im Falle der G410 betrifft diese Einschränkung lediglich die Beleuchtung. Ohne im Hintergrund aktive Software strahlen die LEDs lediglich in einem homogenen Blauton, mit dem das Unternehmen den irritierenden Regenbogeneffekt als neuen Standard-Modus abgelöst hat. Konfigurieren lassen sich die LEDs entweder einzeln oder in Zonen, wobei Effekte nur für alle Dioden gleichzeitig festgelegt werden dürfen. Auswahl und Einstellungsoptionen sind allenfalls durchschnittlich. Die Option, Profile und Beleuchtung zu verbinden, versteckt Logitech überdies weiterhin in einer ausklappbaren(!) Checkbox.

Logitech G410 – Gaming Software 8.76.155

Ansonsten besteht in der Software lediglich die Möglichkeit, eine Heatmap anfertigen und mit Hilfe der Tastatur visualisieren zu lassen, die Auskunft über häufig betätigte Tasten gibt. Dies soll die Selbstoptimierung und -analyse von Spielern unterstützen. Tasten lassen sich nicht mit neuen Funktionen belegen, sondern lediglich nach Wunsch im Spiele-Modus deaktivieren. Gemessen an der Preisklasse und dem Umstand, dass die Software ohnehin im Hintergrund aktiv sein muss, ein enttäuschendes Ergebnis.

Logitech Gaming Software 8.76.155
Konfigurierbar Primärtasten
Makrotasten
Beleuchtung Ja
Gaming-Modus Ja
Makros Anzahl
Länge
Wiedergabe
Ausgabe
Vorlagen
Im-/Export
Makro-Aufnahme Editor
Verzögerung
Editieren
Profile Anzahl Unbegrenzt
Benennung Ja
Autostart Ja, mehrere
Im-/Export Nein
Besonderheiten

Auf der nächsten Seite: Fazit