Sony Xperia Z5 Premium im Test : Wasserdichtes „4K Ultra HD“ im Hosentaschenformat

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Sony Xperia Z5 Premium im Test: Wasserdichtes „4K Ultra HD“ im Hosentaschenformat

Das Xperia Z5 Premium ist das Topmodell in Sonys Z5-Reihe. Während die technische Basis weitgehend identisch mit der von Z5 (Compact) ist, ist das Display das große Alleinstellungsmerkmal. Mit Ultra-HD-Auflösung auf 5,5 Zoll sticht das Smartphone aus der Masse heraus. Doch die von Sony vorsichtshalber mit „4K Ultra HD“ beworbene Auflösung kommt im Alltag selten zum Zug.

Spezifikationen

Das technische Fundament teilt sich das Z5 Premium weitgehend mit den anderen Modellen von Sonys aktuell stärkster Baureihe. Als System on a Chip dient auch beim Z5 Premium ein Qualcomm Snapdragon 810. Dieser wird durch drei Gigabyte Arbeits- und 32 Gigabyte Nutzerspeicher (per microSD erweiterbar) ergänzt, das kleinere Z5 Compact bringt 1 Gigabyte RAM weniger mit.

Das Display unterscheidet die Z5-Reihe

Wie schon zwischen Z5 und Z5 Compact findet sich der größte Unterschied in Display-Größe und -Auflösung: 2.160 × 3.840 Bildpunkte verteilen sich auf 5,5 Zoll. Das entspricht Ultra HD, aber genau genommen nicht 4K – hierfür wären 2.160 × 4.096 Bildpunkte erforderlich. Weil beide Begriffe allerdings häufig synonym verwendet werden, hat Sony beide in die Bezeichnung des Bildschirms aufgenommen und nennt ihn „4K-UHD-Display“.

Mit dem Z5 Premium erweitert Sony die Z5-Reihe um eine weitere Diagonale nach oben hin. In das gewachsene und schwerere Gehäuse des Z5 Premium steckt Sony auch einen größeren Akku mit 3.430 mAh. Der neue, im Ein-/Ausschalter integrierte Fingerabdrucksensor erhält auch im Z5 Premium Einzug.

Andere große Smartphones wie das LG G4, das Microsoft Lumia 950 XL oder das Samsung Galaxy S6 edge+ bieten zusätzlich kabelloses Laden. Einen Fingerabdrucksensor bieten ebenfalls Apples iPhone 6s Plus und das S6 edge+. Die höchste Kameraauflösung im Vergleich bietet das Z5 Premium, beim Akku kann das Lumia 950 XL gleichziehen.

Sony Xperia Z5 Premium
Sony Xperia Z5
Sony Xperia Z5 Compact
Software:
(bei Erscheinen)
Android 5.1
Display: 5,50 Zoll
2.160 × 3.840, 801 ppi
5,20 Zoll
1.080 × 1.920, 424 ppi
4,60 Zoll
720 × 1.280, 319 ppi
Bedienung: Touch
Fingerabdrucksensor, Status-LED
SoC: Qualcomm Snapdragon 810
4 × Cortex-A57, 2,00 GHz
4 × Cortex-A53, 1,55 GHz
20 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 430
650 MHz
Adreno 430
600 MHz
Adreno 430
650 MHz
RAM: 3.072 MB
LPDDR4
2.048 MB
LPDDR4
Speicher: 32 GB (+microSD)
Kamera: 23,0 MP, 2160p
LED, f/2,0, AF
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 5,0 MP, 1080p
AF
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓300 ↑50 Mbit/s
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 4.1
Ortung: A-GPS, GLONASS
Weitere Standards: Micro-USB 2.0, MHL, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM
Akku: 3.430 mAh
fest verbaut
2.900 mAh
fest verbaut
2.700 mAh
fest verbaut
Größe (B×H×T): 76,0 × 154,4 × 7,80 mm 72,1 × 146,0 × 7,45 mm 65,0 × 127,0 × 8,90 mm
Schutzart: IP68
Gewicht: 180 g 157 g 138 g
Preis: ab € 570 ab € 440 ab € 400

Design & Verarbeitung

Auch beim Z5 Premium bleibt Sony dem OmniBalance-Design treu, Gleiches gilt für die ansprechende Materialwahl. Diese ist mit dem Z5 identisch: Glas auf der Vorder- und Rückseite wird von einem Rahmen aus Aluminium zusammengehalten. Nur die Kanten sind mit Kunststoff bedeckt. Ein großer Unterschied zu Xperia Z5 (compact) ist der Wegfall von Mattglas auf dem Rücken. An dieser Stelle findet sich spiegelndes Glas, das Fingerabdrücke anzieht. Die restlichen neuen Design-Elemente wie ein eingraviertes Xperia-Logo, der neue Ein-/Ausschalter mit Fingerabdrucksensor sowie die Positionierung der Knöpfe entsprechen den kleineren Z5-Modellen.

Die Verarbeitung ist wie bei der gesamten Xperia-Z5-Reihe fehlerfrei. Alles sitzt fest an seinem Platz, durch das hohe Gewicht wirkt das Smartphone massiv und stabil. Der Aluminiumrahmen verstärkt diesen Eindruck. Alle Spaltmaße sind minimal und gleichmäßig. Auch die Öffnungen für den Micro-USB-Port und den Kopfhöreranschluss sind säuberlich ausgearbeitet. Alle Knöpfe sind auf der rechten Seite untergebracht. Dies birgt die gleiche, wenn auch minimale Schwachstelle wie bei den kleinen Brüdern: Die niedrig positionierte Lautstärkewippe wird oft von der rechten Hand verdeckt und ist dadurch etwas umständlicher zu erreichen. Der Druckpunkt aller Knöpfe ist präzise und knackig. Die Knöpfe lassen sich auch blind voneinander unterscheiden.

Ebenfalls unverändert und von den Vorgängerserien bekannt ist die Zertifizierung nach IP68, wodurch das Smartphone absolut gegen Staub und dauerhaft gegen Untertauchen in Wasser geschützt ist. Die Öffnungen für Kopfhörer und Ladeanschluss sind intern versiegelt, SIM- und Speicherkarte werden unter einer Kappe auf der linken Seite untergebracht. Diese schließt bündig mit dem Gehäuse ab. Eine Einhandbedienung ist ob der Display-Größe und des großen Gehäuses nicht möglich.

Wie bei Xperia Z5 und Z5 Compact kann festgehalten werden, dass Sony überzeugend hochwertige Materialien mit einer fehlerfreien Verarbeitung und wasserdichtem Design kombiniert. Das Z5 Premium wirkt widerstandsfähig und massiv. Was Sony nicht erreicht, ist ein Verhältnis zwischen Display und Front, wie es etwa Huawei und LG bewerkstelligen.

Display

Das größte Alleinstellungsmerkmal des Z5 Premium ist trotzdem das Display. Die Auflösung des Bildschirms liegt bei 2.160 × 3.840 Pixeln, was in einer enormen Pixeldichte von 806 ppi und einem entsprechend scharfen Bild resultiert. Doch bereits im Vorfeld stellte Sony klar, dass Ultra-HD-Smartphone nicht bedeutet, dass nativ auch durchweg die hohe Auflösung dargestellt wird. Das Betriebssystem und Apps werden „nur“ in 1.080 × 1.920 Bildpunkten (Full HD) dargestellt und mit dem Faktor 4 hochskaliert. Screenshots des Z5 Premium werden ebenfalls in Full-HD-Auflösung abgespeichert. Von Seiten der Software unterstützen nur Sonys Album- und Video-App die volle native Darstellung. Als weiteren Grund für die Skalierung weiter Teile nennt Sony neben mangelnder Unterstützung des Betriebssystems und der meisten Apps vor allem die Akkulaufzeit.

Gegen immensen Akkuverbrauch möchte Sony neben der Skalierung auch mit einem Cache entgegenwirken, der statische Inhalte wie etwa angesehene Bilder zwischenspeichert, so dass diese nicht neu geladen werden müssen und so die dauerhafte Neuberechnung durch den Prozessor wegfällt.

Zumindest in Sachen Alltagstauglichkeit ist die beworbene Auflösung damit mehr Schein als Sein. Gleichzeitig ist für eine scharfe Darstellung auf 5,5 Zoll auch keine höhere Auflösung als Full HD oder QHD (1.440 × 2.560 Pixel) notwendig.

Pluspunkte sammelt das Z5 Premium bei Helligkeit und Kontrast: Beide Ergebnisse fallen mit 522 cd/m² und 1.305:1 hoch aus, auch wenn keine Höchstwerte erreicht werden. Wie bereits Z5 und Z5 Compact fällt allerdings die Farbtemperatur mit diesmal rund 9.100 Kelvin (Z5: 7.200, Z5 Compact: 8.200) viel zu kühl aus, so dass das gesamte Bild ab Werk blaustichig wirkt. Kalibriert man den Weißabgleich in den Einstellungen auf eine Temperatur von ungefähr 6.500 Kelvin, sinkt die Leuchtkraft stark auf 370 cd/m². Die Blickwinkel sind großzügig und Farben auch bei schräger Sicht sehr konstant.

In Summe überzeugt die Anzeige des Z5 Premium durch ein allgemein scharfes Bild, die hohe Helligkeit und den guten Kontrast. Nutzer müssen aber zwischen Leuchtkraft oder Blaustich wählen. Ein Vorteil durch die hohe Auflösung auf einer Diagonale von 5,5 Zoll ist selten wahrnehmbar und ein Unterschied mit bloßem Auge, etwa verglichen mit einem QHD-Bildschirm gleicher Größe, nicht zu erkennen.

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  • Mahir Kulalic E-Mail Twitter
    … schreibt mit Schwerpunkt im Ressort Mobiles für ComputerBase. Sein Interesse lag schon früh bei Smartphones, später kamen Tablets hinzu.