Wayland-Test : Erste Live-CD für KDE Plasma

, 59 Kommentare
Wayland-Test: Erste Live-CD für KDE Plasma
Bild: KDE

Kurz vor den Feiertagen legen die Plasma-Entwickler den Anwendern mit dem ersten Live-Medium für KDE Plasma ein Geschenk unter den Weihnachtsbaum. Während GNOME bei der Integration von Wayland bereits ein wenig weiter fortgeschritten ist, holte Plasma in den letzten Wochen auf.

Den Beleg liefert das 1,2 GByte große Image, dessen Verfügbarkeit Jonathan Riddell jetzt bekannt gab. Das Image liegt nur für 64-Bit vor und funktioniert noch nicht in virtuellen Umgebungen. Vom USB-Stick gestartet, vermittelt es einen ersten Eindruck vom Display-Server der Zukunft unter Linux. Das Image ist noch nicht zum produktiven Arbeiten geeignet.

Es basiert auf Kubuntu 15.10 und setzt standardmäßig auf Plasma 5.4.3 und KDE Frameworks 5.18.0. KDE Applications sind in Version 15.11.80 integriert. Bevor man das Abbild näher testet, lohnt es sich, mit der Befehlsfolge

apt-get update && apt-get dist-upgrade

eine Aktualisierung vorzunehmen. Damit wird Plasma auf Version 5.5.1 hochgezogen, womit ein etwas stabilerer Gesamteindruck entsteht. Das Image macht jedoch auch dann deutlich, wo das Plasma-Team noch Arbeit investieren muss. Plasma stürzt recht häufig ab, was nicht so tragisch ist, da es direkt neu gestartet wird. Kniffliger ist manchmal die Steuerung der Maus, die noch nicht immer an allen Stellen weiß, was ihre jeweilige Aufgabe ist.

Der Hauptakteur der Wayland-Sitzung auf diesem Image ist KDEs Fenstermanager KWin, der über die Zeit vom simplen Fenstermanager, der Fenster mit Rahmen versieht, zu einem vollwertigen Compositor heranwuchs, der in der Mitte zwischen dem Wayland-Protokoll und den Clients interagiert. Bereits seit 2011 arbeitet das Plasma-Team und im speziellen Martin Gräßlin an der Integration von Wayland in KDE. Eine Wiki-Seite erläutert die Zusammenhänge zwischen KDE und Wayland näher, technische Einzelheiten in Fülle bietet Gräßlins Blog zu seiner Arbeit an Plasma.

Wayland wird im kommenden Jahr vermutlich bei einigen Distributionen zum Standard werden. Allen voran plant Fedora die Umstellung bereits im Mai mit Ausgabe 24 der Distribution. Dabei wird die Umstellung vom mittlerweile 30 Jahre alten X-Server auf das Wayland-Protokoll nicht mit einem harten Schnitt gelingen. Der Übergang wird vielmehr einige Jahre dauern, in denen zusätzlich XWayland als herkömmlicher X-Server auf Wayland aufsetzt. Das garantiert, dass auch noch nicht an Wayland angepasste Programme weiterhin nahtlos lauffähig sind.

Die Vorteile von Wayland gegenüber X sind eine gesteigerte Sicherheit, eine bessere Erweiterbarkeit in der Zukunft und die grafische Darstellung ohne Tearing. Zudem ist bei Wayland für kurze Wege gesorgt, da der Compositor gleichzeitig der Display-Server ist, während diese bei X getrennt sind.