3/5 Netgear ReadyNAS RN214 im Test : Mit btrfs-Korrektur gegen QNAP und Synology

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Benchmarks

Im Folgenden sind die Testergebnisse des Netgear ReadyNAS 214 in verschiedene Untergruppen gegliedert. Die Lese- und Schreibgeschwindigkeit werden dabei im RAID5- und im JBOD-Festplattenverbund sowohl bei Nutzung eines einzelnen LAN-Anschlusses als auch mit aktivierter Link Aggregation, also gebündelten Netzwerkanschlüssen, für einen erhöhten Datendurchsatz getestet. Die Lautstärke und die Leistungsaufnahme werden ebenso wie das Preis-Geschwindigkeits-Verhältnis des NAS gesondert behandelt. Die einzelnen Ergebnisse jeder Kategorie können über die Schaltflächen über den Diagrammen durchgeschaltet werden. Die Einzelheiten zur Testmethodik, die den Ergebnissen zugrunde liegt, sind in einem gesonderten Artikel „So testet ComputerBase NAS-Systeme“ zusammengefasst.

Als Besonderheit wird beim RN214 auch ein Test mit aktiviertem und deaktiviertem Bit-Rot-Schutz im RAID 5 durchgeführt, um etwaige Leistungseinbußen aufzudecken, auf die Netgear bei Aktivierung der Option auf Ordnerebene explizit hinweist. Ein Vergleich zwischen dem Dateisystem btrfs und ext4 wie bei der Synology DS716+ ist beim RN214 nicht möglich, da Netgear nur btrfs unterstützt.

Bit-Rot-Schutz und Dateitransfer

Der auf Ordnerebene aktivierbare Bit-Rot-Schutz kostet in der Praxis so gut wie keine Leistung. Während beim Lesen von Dateien gar kein Geschwindigkeitsunterschied zu messen ist, liegt er beim Schreiben sowohl bei der Übertragung einer einzelnen großen Datei als auch eines 15 Gigabyte großen Ordners bei jeweils rund 3 Prozent, was 3 beziehungsweise 2 MB/s entspricht. Die Warnung in der Benutzeroberfläche des Netgear ReadyNAS 214 erscheint angesichts dieses Ergebnisses übertrieben und unnötig abschreckend, da der Käufer die Option immer aktivieren sollte, um von einer möglichen Fehlerkorrektur zu profitieren. Sämtliche weiteren Ergebnisse beziehen sich auf Messungen bei aktiviertem Bit-Rot-Schutz.

Bei der realen Schreibgeschwindigkeit kann das ReadyNAS 214 sowohl mit aktiviertem als auch deaktiviertem Bit-Rot-Schutz nicht ganz mit den schnellsten NAS-Systemen im Testfeld mithalten. Die Synology DS415+ und DS215+ liegen rund 14 Prozent vor Netgears NAS. Bei der CIFS-Lesegeschwindigkeit dreht das RN214 diese Reihenfolge jedoch komplett um und liegt sogar mit 3 Prozent Vorsprung an der Spitze des Testfeldes. In Kombination aus Lesen und Schreiben liegt das RN214 5 Prozent hinter der Synology DS415+, aber selbst wiederum 3 Prozent vor der QNAP TS-451 mit Intels Celeron-J1800-Prozessor.

Da das ReadyNAS 212 mit zwei Festplatteneinschüben auf die gleiche Hardware setzt wie das 4-Bay-Modell, sind in den Diagrammen auch die schnellsten 2-Bay-NAS ausgegeben. Das RN214 liegt hierbei knapp hinter der Synology DS215+, aber noch vor der QNAP HS-251 und Synology DS716+.

Im Intel NAS Performance Toolkit bestätigt sich dieses Bild, wobei das Netgear ReadyNAS 214 mit 9 Prozent Rückstand nach der DS415+ das zweitschnellste 4-Bay-NAS im Testfeld ist und sich erneut knapp vor der TS-451 platzieren kann.

Verschlüsselung

Das Netgear RN214 bietet eine volumenbasierte AES-256-Verschlüsselung, muss jedoch auf die AES-NI aktueller Intel- und AMD-Prozessoren verzichten.

Der Einsatz der Verschlüsselung macht sich beim ReadyNAS 214 sowohl bei der Schreib- als auch Lesegeschwindigkeit mit im Schnitt 20 Prozent bemerkbar. Die DS415+ liegt auch in diesem Test vor dem RN214, die TS-451, deren Celeron J1800 keine AES-N-Instruktionen unterstützt, hat das ARM-basierte NAS aber weiterhin gut im Griff.

Während die Übertragung einer einzelnen großen Datei nicht von Link Aggregation profitiert, legt das ReadyNAS 214 insbesondere bei der Übertragung des großen Ordners mit vielen kleinen Dateien deutlich zu. Die Schreibgeschwindigkeit erhöht sich von rund 60 MB/s auf fast 100 MB/s. Auch beim Lesen ist ein Anstieg von 80 auf 100 MB/s festzustellen. Dennoch ist gerade die Lesegeschwindigkeit der großen Datei im Vergleich zu anderen NAS deutlich zu niedrig und lässt auf eine Limitierung, die nicht von der eigentlichen Leistungsfähigkeit des NAS abhängt, schließen, die eventuell mit einem Software-Update behoben werden kann.

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