Quartalszahlen : Amazons Rekordergebnisse enttäuschen die Analysten

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Quartalszahlen: Amazons Rekordergebnisse enttäuschen die Analysten
Bild: Amazon

Der Versandriese Amazon hat sein Geschäftsjahr mit positiver Bilanz beendet. Im vierten Quartal 2015 stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 35,7 Milliarden US-Dollar, als Nettogewinn konnten 482 Millionen US-Dollar verbucht werden. Der Profit hat sich gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum damit mehr als verdoppelt.

Für das Gesamtjahr 2015 nennt Amazon einen Umsatz von rund 107 Milliarden US-Dollar – auch dies ist ein neuer Rekord und eine Steigerung um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Jahresüberschuss lag bei 596 Millionen US-Dollar; 2014 musste noch ein Verlust von 241 Millionen US-Dollar verbucht werden.

Amazon-Gründer und CEO Jeff Bezos ließ es sich nicht nehmen, stolz auf die bescheidenen Anfänge des inzwischen mächtigen Konzerns hinzuweisen:

Vor zwanzig Jahren fuhr ich selbst die Pakete zum Postamt und hoffte darauf, dass wir uns eines Tages einen Gabelstapler leisten könnten. In diesem Jahr überschreiten wir 100 Milliarden US-Dollar Umsatz und bedienen 300 Millionen Kunden“.

Als Höhepunkte des Jahres nennt Amazon unter anderem den Erfolg mit eigenen Produkten wie dem 50-Dollar-Fire-Tablet oder auch Fire TV. Für mehr Umsatz sorgte auch die um 51 Prozent gestiegene Zahl der weltweiten Prime-Abonnenten – Nutzerzahlen wurden allerdings nicht veröffentlicht. Mit dem gebührenpflichtigen Amazon Prime erhalten Kunden nicht nur Lieferungen schneller und sparen Versandkosten, sondern erhalten inzwischen auch Zugriff auf die Mediendienste Prime Video und Prime Music. International soll sich die Anzahl der Nutzer des Streaming-Dienstes mit Filmen und Serien im Vergleich zu 2014 „nahezu verdoppelt“ haben, was verdeutlicht, dass vor allem Prime Video das Zugpferd für Amazon Prime geworden ist. Auch bei den Cloud-Diensten der Amazon Web Services (AWS) seien Fortschritte verzeichnet worden. Unter anderem startete das Unternehmen ein AWS-Angebot in der Region Asien-Pazifik und plant zudem eine Ausweitung auf Kanada.

Ausblick und enttäuschte Erwartungen

In den ersten drei Monaten dieses Jahres erwartet Amazon einen Umsatz von 26,5 bis 29 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 17 bis 28 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspräche. Der operative Gewinn werde voraussichtlich zwischen 100 und 700 Millionen US-Dollar liegen.

Trotz der Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn wurden die Erwartungen im Vorfeld enttäuscht. Analysten hatten mit einem noch höheren Umsatz und Gewinn gerechnet. Nach Veröffentlichung der Quartalsergebnisse fiel die Amazon-Aktie zwischenzeitlich um über 12 Prozent.