Quartalszahlen : Intels Abschlussquartal übertrifft die Erwartungen

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Quartalszahlen: Intels Abschlussquartal übertrifft die Erwartungen

Nach den schwachen Absatzzahlen im PC-Markt, die Marktforscher übereinstimmend zur Wochenmitte veröffentlichten, wurden die Quartalszahlen des Branchenriesen Intel mit Spannung erwartet. Und der lieferte nahezu eine Punktlandung mit einem um ein Prozent gesteigertem Umsatz bei nahezu unverändertem Gewinn.

An der Börse lag die Erwartung vorab bei 14,82 Milliarden US-Dollar Umsatz und 64 Cent Gewinn pro Aktie, Intel verbucht für das letzte Quartal 14,914 Milliarden US-Dollar Umsatz und 3,613 Milliarden US-Dollar Gewinn (74 Cent pro Aktie). Im Vorjahr lagen die Zahlen bei 14,721 Milliarden US-Dollar Umsatz und 3,661 Milliarden US-Dollar Gewinn.

Doch die Marktforscher von IDC und Gartner haben mit ihrer Studie zum PC-Markt nicht unrecht, wie auch Intels Zahlen klar darlegen. Der Umsatz in der PC Client Group ging im Gesamtjahr 2015 um acht Prozent zurück. Aufgesplittet in die einzelnen Bereiche wurden 16 Prozent weniger Desktop-CPUs, neun Prozent weniger Notebook-Chips und noch einmal 16 Prozent weniger Tablet-Chips verkauft, jeweils jedoch bei gestiegenen Preisen (Desktop +4 Prozent, Notebook +2 Prozent, Tablet unbekannt), weshalb der Umsatz nicht so stark fiel wie die ausgelieferten Stückzahlen.

Die Data Center Group hat auch das vierte Quartal mit einem Umsatzplus abgeschlossen, im Gesamtjahr steht ein Plus von elf Prozent beim Umsatz dank acht Prozent mehr ausgelieferten Systemen und zuzüglich noch drei Prozent höheren Preisen im Bericht. Auch die Internet of Things Group machte ein wenig mehr Umsatz (insgesamt 2,3 Milliarden US-Dollar), die Software- und Security-Abteilung verlor leicht, knapp 2,2 Milliarden US-Dollar Umsatz. Gegenüber den über 32 respektive 16 Milliarden US-Dollar Umsatz der beiden Kernsegmente bei Intel sind diese Abteilungen nach wie vor eher kleine Fische, wenngleich beide Bereiche mit 515 und 211 Millionen US-Dollar im Jahr 2015 gute Gewinne einfuhren.

Unterm Strich verfehlte Intel im vergangenen Jahr die Zahlen des Gesamtjahres 2014 – sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Während der Umsatz nur ganz knapp verfehlt wurde (55,36 zu 55,87 Milliarden US-Dollar), sind die Auswirkungen des schwachen PC-Marktes beim Gewinn deutlicher erkennbar – „nur“ noch 14,00 statt vormals 15,35 Milliarden US-Dollar operativer Gewinn.

Die Aussichten für das Gesamtjahr 2016 sieht Intel mit einem halbvollen Glas und folglich einem Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich – auch dank einer 2016 zusätzlich verbuchten Arbeitswoche (53 statt 52). Für das erste Quartal 2016 sind 14 Milliarden US-Dollar Umsatz plus/minus 500 Millionen US-Dollar prognostiziert. Darin enthalten sind auch rund 400 Millionen US-Dollar Umsatz von Altera, deren Kauf kürzlich offiziell abgeschlossen wurde.

Doch die Börse haderte trotz der oberflächlich guten Aussichten mit dem Bericht. Zum einen wuchs die Data Center Group im letzten Quartal nur noch minimal, das angestrebte Wachstum (CAGR) von 15 Prozent bis 2018 scheint dort nicht haltbar, auf der anderen Seite wird zudem eine höhere Steuerlast erwartet. Die Aktie verlor deshalb nachbörslich zwischenzeitlich bis zu sechs Prozent.