3/5 Xiaomi Redmi Note 3 im Test : China-Smartphone aus Metall für versierte Anwender

, 118 Kommentare

Genug Leistung für den Alltag

Als System on a Chip sitzt im Redmi Note 3 ein MediaTek MT6795 (Helio X10). Dieses verfügt über acht Cortex-A53-Kerne mit einer maximalen Taktrate von 2,0 GHz und einer PowerVR G6200 als GPU. Die Grafikeinheit taktet in der hier getesteten „Prime“-Version mit 700 MHz, in der Basisversion liegt der Takt bei nur 550 MHz.

Im Alltagseinsatz zeigt sich das Redmi Note 3 reaktionsfreudig und flüssig, Ruckler sind nicht auszumachen. Apps und Webseiten laden schnell und der Wechsel zwischen geöffneten Anwendungen gelingt ebenfalls zügig. Auch Denkpausen gibt es nicht, das Smartphone hinterlässt einen performanten und jederzeit einsatzbereiten Eindruck. Auch aktuelle Spiele lassen sich mit Xiaomis neuem Modell spielen.

In synthetischen Messungen ordnet sich das Helio X10 erwartungsgemäß etwa im Mittelfeld ein. Die höchsten Wertungen erreicht das Redmi Note 3 in Benchmarks, die alle Kerne miteinbeziehen, beispielsweise im CF-Bench oder den Multi-Core-Abschnitten des Geekbench – an dieser Stelle erreicht das Smartphone teils obere Ränge. Die Grafikleistung ist durchschnittlich, die besten Ergebnisse erzielt das Smartphone im GFXBench T-Rex Offscreen. Hier liegt das Smartphone in etwa auf dem Niveau vom Snapdragon 801 mit der Adreno 330, der etwa im ZUK Z1 oder Samsung Galaxy S5 steckt.

MIUI v7 hat viele Vorteile und kann Deutsch lernen

Als Betriebssystem kommt wie für Xiaomi üblich MIUI zum Einsatz, auf dem Redmi Note 3 in der aktuellen Version v7. Die Basis bildet das mittlerweile betagte Android 5.0.1. Jede Woche erhält MIUI v7 laut Xiaomi ein Update, während des Testzeitraums waren dies Bugfixes und Verbesserungen der Stabilität. Der Bootloader des Redmi Note 3 ist ab Werk geschlossen, dies kann aber auf eigene Gefahr aufgehoben werden.

Die Oberfläche entfernt sich optisch weit vom Google Now Launcher und setzt auf farbenfrohe Akzente. Zudem bringt MIUI auch neue Funktionen und Apps mit. Wie beispielsweise Huaweis EMUI verzichtet Xiaomi auf einen App-Launcer, alle installierten Apps werden auf dem Homescreen und in Ordnern darauf verteilt.

Ab Werk nicht verfügbar ist Deutsch als Gerätesprache. Zur Auswahl stehen Chinesisch und Englisch. Auf dem chinesischen Markt kommen keine Google-Apps oder Dienste zum Einsatz, so dass der Google Play Store wie sämtliche Google-Apps in der Originalfirmware von Haus aus fehlen und nachträglich installiert werden müssen. Internationale Firmwares von Xiaomi bringen die Google-Dienste mit.

Der Fingerabdrucksensor arbeitet sehr schnell

Auf der Rückseite des Redmi Note 3 findet sich ein Fingerabdrucksensor. Dieser lässt sich in wenigen Schritten einrichten und zum Entsperren des Smartphones auch aus dem Standby heraus nutzen. Der Sensor reagiert zuverlässig und schnell, nur bei feuchten Fingern ist mehr als ein Anlauf nötig.

Benachrichtigungen und Schnellzugriffe finden sich auf zwei Seiten getrennt voneinander verteilt. Besonders vielfältig sind die Möglichkeiten zur individuellen Anpassung und Konfiguration von MIUI. Teils bieten einige Punkte der Einstellungen zusätzliche Untermenüs, so dass die Vielzahl an Einstellungen in wenigen Fällen etwas unübersichtlich wird. Persönliche Daten lassen sich durch einen Gastmodus und die Sperre einzelner Apps schützen, die Farbe der LED für Benachrichtigungen anpassen und die Optik durchs Themes verändern. Zusätzlich hinzugefügte Apps sind unter anderem ein Datei-Manager, eine App für die Nutzung als Fernbedienung und eine App zur Steuerung der Gerätesicherheit. Mit letztgenannter Anwendung können unter anderem Apps Berechtigungen entzogen werden. Zudem wird der Anwender beim Erststart einer App gefragt, ob für die Nutzung notwendiger Zugriff auf Daten wie Kontakte oder Standort gestattet werden soll - das bietet Google selbst erst mit Android 6.0.

Durch die vielen Einstellungsmöglichkeiten und die guten Optionen zum Datenschutz bietet MIUI bereits ab Werk vielfältige Möglichkeiten zur Personalisierung und Kontrolle des Smartphones. Die Oberfläche ist klar strukturiert, einzig die vielen Einstellungen können mitunter Fragezeichen aufwerfen. Gleichzeitig eignet sich MIUI so allerdings auch out-of-the-box nur für versierte Nutzer. Je nach Firmware gibt es keine deutsche Sprache oder den Google Play Store, so dass in solchen Fällen oftmals vom Nutzer selbst Hand angelegt werden muss.

Auf der nächsten Seite: Kamera mit Problemen bei Kunstlicht