Kommentar : Werde ich HTC Vive vorbestellen?

, 111 Kommentare
Jan-Frederik Timm

In anderthalb Stunden kann auch die VR-Brille HTC Vive vorbestellt werden. Ich habe die HTC Vive Pre mit Basisstationen und Controllern bereits am Freitag in der Redaktion in Betrieb genommen und bin bei jedem Abtauchen in die virtuelle Realität aufs Neue begeistert. Aber würde ich sie auch vorbestellen?

Die Technik ist gereift, aber nicht erwachsen

Installation, Auflösung, Tragekomfort, Tracking, Controller, Bewegung im Raum – nichts davon ist mir bisher extrem negativ in die Quere gekommen. Gegenüber der vielen Interessenten bekannten Oculus DK2 ist das Bild um Längen schärfer und Kondenswasser hat sich bisher keines auf den Linsen gebildet. Als ich DK2 vor einer Woche auf hatte, war das anders.

Auch das Gewicht von 555 Gramm ohne Kabel oder das Kabel beim freien Bewegen im Raum sind mir bisher nicht als unüberwindbare Hürde in den Weg gekommen. Und die Installation ist zwar komplex, dank guter Dokumentation und Software aber einfach zu bewerkstelligen. Aber gleich für 899 Euro vorbestellen?

VR ist so verdammt komplex

Ich habe seit Freitag einige Spiele ausprobiert, vom Puzzeln in Fantastic Contraction über die Büroumgebung in Job Simulator bis hin zum Weltraumflug in Elite: Dangerous. Im Sitzen, im Stehen und auch in der Hocke. Jedes Mal war ich begeistert und habe meine VR-Erfahrung trotzdem noch nicht gefunden. Ob mir auch in Zukunft noch mulmig wird, wenn ich mich in Hover Junkers über Dünen fortbewege, obwohl ich still stehe? Ob es mir weiterhin komisch vorkommt, mit einem Controller nach einer Kaffeetasse zu greifen?

Auch stelle ich mir jedes Mal erneut die Frage, ob die aktuell verwendete Auflösung von zwei Mal Full HD nicht doch noch zu wenig ist. In Spielen zeigt sich mir ultimativ immer wieder beim Lesen von Schriften, dass mehr besser wäre: Nicht jede Perspektive lässt Texte scharf erscheinen.

Fazit: Mir hat die Zeit mit der Brille bisher nicht gereicht, um zu einer abschließenden Beurteilung zu kommen.

Wer vorbestellt, sucht ein Abenteuer

Für mich gipfelt die Frage, ob ich vorbestelle, damit in der Entscheidung, ob ich Lust darauf habe, das alles am eigenen Leib in erster Reihe mit der HTC Vive selber heraus zu finden. Siegt der Enthusiast in mir, beantworte ich diese Frage mit ja. Und ich gebe der Alternative von Oculus – ohne deren fertiges Produkt je gesehen zu haben – den Laufpass.

Siegt die Vernunft, widerstehe ich gleich um 16:00 Uhr der Versuchung und warte ab, bis sich mein Blick auf VR ohne die Investition von 899 Euro lichtet. Bis sich Spielentwickler zu verbindlichen Veröffentlichungsterminen und unterstützten Plattformen durchgerungen haben und Tests wie auch Erfahrungen anderer Anwender mit der Vielfalt der Optionen näher bringen.

Offene Fragen klären

Weil ein am Wochenende erstellter Test mir selbst nicht weiter geholfen hätte, habe ich mich auch dagegen entschieden, einen solchen Artikel zu veröffentlichen. Vielmehr werde ich mit der ganzen Redaktion über die kommenden Tage und Wochen immer wieder gezielt offene Fragestellungen aufgreifen und hoffe so, Lesern wie mir selbst einen besseren Überblick über „VR“ zu verschaffen. Und jetzt installiere ich Live for Speed mit HTC-Vive-Unterstützung...

Hinweis: Der Inhalt dieses Kommentars gibt die persönliche Meinung des Autors wieder. Diese Meinung wird nicht notwendigerweise von der gesamten Redaktion geteilt.