Kommentar : HTC und Valve fangen Oculus ab

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Jan-Frederik Timm

Deutlich über 1.000 Euro“, so lautete die einhellige Meinung zum endgültigen Preis für HTCs und Valves VR-Brille Vive. Schließlich hatte Oculus die Erwartungen mit 699 Euro allein für die Brille weit übertroffen. Und jetzt kündigt die Konkurrenz das Paket aus Brille und Controllern für 799 US-Dollar an. Die 1.000 Euro dürften damit nicht fallen.

Damit ist es HTC und Valve auf der Zielgerade gelungen, Oculus nach Jahren der wahrgenommenen Alleinherrschaft als VR-Pionier noch abzufangen. Beide dürften sich das allerdings auch etwas kosten lassen. Oculus Chef Palmer Luckey verteidigte den endgültigen Preis mit Verweis auf die finanzkräftigen Geldgeber im Hintergrund - seit dem Jahr 2014 gehört Oculus VR zu Facebook. Dieser Hinweis auf Subventionen bei Oculus VR hatte Befürchtungen, Valve und der von vielen als finanzschwacher Smartphone-Hersteller eingestufte Hersteller HTC müssten deutlich mehr verlangen, angefacht.

Doch HTC und Valve haben die Gunst der Stunde und damit die Chance, mit einem noch höheren Preis nicht negativ aufzufallen, genutzt. 200 US-Dollar Aufpreis sind am Ende kein Schnäppchen, erscheinen aber gerechtfertigt: Der Lieferumfang enthält die Controller und früher verfügbar ist das Gesamtsystem auch. Und bei den Spielen liegt Oculus mit 97 zu 78 für dieses Jahr angekündigten Titeln auch nur noch knapp in Führung. Das hätte vor zwei Jahren, als Oculus in aller Munde war, niemand gedacht.

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