LG G5 : Ein Rückblick auf vier Jahre G‑Serie vor dem MWC

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LG G5: Ein Rückblick auf vier Jahre G‑Serie vor dem MWC

Seit rund dreieinhalb Jahren gibt es die G-Serie von LG. Nach einer sonderbaren ersten Generation hat LG eine klare Linie für die Flaggschiffe gefunden und mehrere Top-Smartphones mit Android auf den Markt gebracht. Am Sonntag folgt mit dem G5 die neueste Iteration, die Anlass für einen Rückblick auf die Serie ist.

Das GW620 war das erste Android-Smartphone von LG

Drei Jahre bevor das erste G das Licht der Welt erblickte, gab es mit dem GW620 das erste LG-Smartphone mit Android als Betriebssystem – damals noch mit 1.5 Cupcake. Wie bei Samsungs Galaxy S war die Premiere der Flaggschiff-Serie somit nicht gleichzeitig auch das Android-Debüt. Im Vergleich zur Konkurrenz hat sich LG relativ spät auf eine Smartphone-Serie als Flaggschiff-Produkt für Android festgelegt.

Optimus G: Besser spät als nie

Erst im September 2012 wurde das erste G-Modell vorgestellt, damals noch ohne Nummer im Namen, dafür aber mit dem Wort „Optimus“ vor dem Buchstaben. Nach Deutschland kam das Optimus G, intern E975 genannt, erst im Februar 2013. Ausgestattet war es mit einem Qualcomm Snapdragon S4 Pro mit vier Krait-Kernen und Adreno-320-GPU sowie 2 GByte LPDDR2-RAM. Das 4,7 große Display hatte das für Smartphones ungewöhnliche Seitenverhältnis von 1,66:1 bei 1.280 × 768 Pixeln.

LG Optimus G
LG Optimus G (Bild: LG)

Obwohl das Optimus eine grundsolide Ausstattung bot, kam es einfach viel zu spät auf den deutschen Markt. Zur selben Zeit hatte HTC bereits das One M7 mit besserer Hardware vorgestellt. Nur einen Monat nach dem Optimus G folgte von Samsung die Vorstellung des Galaxy S4, das dem LG-Smartphone ebenfalls haushoch überlegen war.

Die Basis für das Nexus 4

Google konnte LG mit dem Optimus G allerdings überzeugen. Die Kalifornier machten das Smartphone zur Basis des Nexus 4 und schickten dieses selbst in Deutschland Monate vor dem Optimus G auf den Markt. Abgesehen vom fehlenden LTE gab es deshalb keinen Grund zur stark verspäteten LG-Variante zu greifen.

G2: Das mit den Knöpfen hinten

Schon mit der zweiten Generation sollte bei LG die neue Serie auf den Kopf gestellt werden. In puncto Design hatte das G2 nichts mehr mit dem Original zu tun, auch das sperrige „Optimus“ im Namen wurde abgeschafft. Was folgte war ein Top-Smartphone mit einer nie dagewesenen Ausnutzung der Vorderseite für das Display. Um das zu schaffen, mussten auch die Tasten des Smartphones weichen. Diese versetzte LG von den Seiten auf die Rückseite und machte diesen Umstand nicht zum Nachteil, sondern zum Vorzeige-Feature der G-Serie – noch heute hält LG daran fest.

Viel Display auf wenig Fläche

Mit dem neuen Design ging auch der bisher größte Sprung bei der Display-Diagonalen einher. Statt der 4,7 Zoll des Optimus G bot das neue Display des G2 nun 5,2 Zoll. Das Seitenverhältnis folgte mit 16:9 dem gängigen Standard statt eigene Akzente zu setzen, die Auflösung von 1.920 × 1.080 Pixeln sorgte für eine sichtbare Steigerung der Schärfe. Dank des Snapdragon 800 von Qualcomm war auch das SoC endlich zeitgemäß und die neue 13-Megapixel-Kamera bot erstmals einen optischen Bildstabilisator.

LG G2
LG G2 (Bild: LG)

Das G2 wurde deutlich besser angenommen als noch das Optimus G. Zwei Monate nach Marktstart waren rund 3 Millionen Stück verkauft, aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit benötigte das Optimus G doppelt so lange, um ein Drittel dieser Absatzzahl zu erreichen. LG war mit der G-Serie endlich am Markt angekommen.

Das Nexus 5 war Segen und Fluch zugleich

Auch Google war wieder von der Vorarbeit von LG überzeugt, sodass für das Nexus 5 das G2 als Basis diente. Das Nexus 5 sollte sich zu einem der beliebtesten Nexus-Smartphones aller Zeiten entwickeln. Top-Hardware und stets die aktuelle Software – derzeit Android 6.0 – zum niedrigen Preis machten das Google-Smartphone attraktiv.

Für LG war das Nexus 5 deshalb auch Segen und etwas Fluch zugeleich, weil es dem eigenen Gerät Konkurrenz machte. Angeblich soll LG erst zum Marktstart des Nexus 5 vom niedrigen Preis erfahren haben, der 150 Euro unterhalb des G2-Preises lag.

G3: Mehr Pixel als alle anderen

Bereits zehn Monate später folgte im Juli 2014 die Veröffentlichung des LG G3 auf dem deutschen Markt. Das Gerät war eine Weiterentwicklung des G2, das bei der Hardware nachlegte und mit dem erweiterbaren Speicher und dem austauschbaren Akku zwei Features mit an Bord brachte, die einige Interessenten beim G2 noch vermisst hatten.

Das G3 gab es wieder in Varianten mit 16 oder 32 GByte Speicher, daran war auch die Größe des Arbeitsspeichers gebunden, der entweder 2 oder 3 GByte groß war. Für alle Varianten gleich war das verbaute Snapdragon-801-SoC von Qualcomm. Der aufgebohrte Snapdragon 800 sollte das vorerst letzte Top-SoC von Qualcomm im Hause LG werden.

Mehr Pixel als bei der Konkurrenz

Über das Display machte LG eine Ansage in Richtung Konkurrenz: 2.560 × 1.440 Pixel konnten weder Samsung, HTC noch Sony bieten. Das IPS-Panel war mit 5,5 Zoll zwar sehr groß, dank der erneut optimalen Nutzung der Vorderseite war das Gerät aber nur geringfügig größer als Smartphones mit kleinerem 5,2-Zoll-Display.

LG G3
LG G3 (Bild: LG)

Mit rund zehn Millionen verkauften G3 innerhalb eines Jahres war das Smartphone ein Erfolg für LG, auch wenn das Unternehmen damit weit entfernt von den Verkaufszahlen eines Samsung Galaxy S4 war, das diese Zahl bereits nach einem Monat erreicht hatte.

Ein Edelgehäuse fehlte noch

Das ein oder andere kritische Kommentar musste sich LG allerdings für das Gehäuse aus Kunststoff anhören. Zwar wurden die Speichererweiterung und der austauschbare Akku als Fortschritte gegenüber dem G2 gewertet, gleichzeitig wurden aber auch Smartphones wie das One von HTC oder die Z-Serie von Sony als Vergleich für eine hochwertige Materialwahl herangezogen, die LG nicht bieten konnte.

G4: Vernunft statt Prestige

Nachdem mit dem G2 und G3 mehr die technischen Features im Fokus standen, setzte das im April 2015 vorgestellte G4 mehr auf Design und Verarbeitung. Den Schritt zum geschlossenen Alugehäuse wagte LG zwar nicht, optional gab es für einen Aufpreis von 50 Euro nun aber auch einer Ledervariante des Smartphones. Von Braun und Schwarz bis hin zu exotischen Farben wie Rot oder Gelb konnte das Ledermodell bestellt werden. Die günstigere Basisversion hatte weiterhin eine Rückseite aus Kunststoff.

Das G4 ist aber auch das Smartphone, bei dem LG erstmals nicht auf das zur Zeit der Markteinführung schnellste System-on-a-Chip von Qualcomm setzte. Es war die Zeit, in der Qualcomm von allen Seiten Kritik für die Throttling-Problematik des Snapdragon 810 einstecken musste. Während HTC oder Sony zu dieser Zeit aus Prestigegründen dennoch auf den Snapdragon 810 für ihre Flaggschiffe setzten, spielte LG den Vernüftigen und nutzte den eine Stufe unter dem 810 positionierten Snapdragon 808 im G4. Das SoC hatte nur noch zwei statt vier Cortex-A57 und mit der Adreno 418 eine schwächere GPU. Schnell genug für das Alltag war der Chip dennoch und die Drosselung setzte viel später als bei Geräten mit Snapdragon 810 ein.

Die Kamera des G4 überzeugte

Zwischen Modellen mit 16 oder 32 GByte musste beim G4 nicht mehr gewählt werden, es gab in Deutschland nur noch eine Variante mit 32 GByte Speicher und 3 GByte RAM. Angesichts der auf 16 Megapixel erhöhten Auflösung der Kamera war dieser Schritt auch sinnvoll, zumal diese nicht nur wegen dem Plus an Pixeln, sondern auch aufgrund des RAW-Formats potenziell größere Bilder schoss. Die Kamera mit f/1.8-Blende zählte zu den Vorzügen des Smartphones, für Selfie-Fans gab es mit einer 8-Megapixel-Frontkamera auch eine ungewöhnlich hoch auflösende Kamera auf der Vorderseite.

Ein Ausblick

Übermorgen um 14:00 Uhr findet die Vorstellung des LG G5 im Vorfeld des MWC 2016 statt. Kurz vor dem Start der spanischen Messe sind bereits einige Gerüchte und mutmaßliche Fotos der fünften G-Generation veröffentlicht worden.

Metallgehäuse mit austauschbarem Akku

Wahrscheinlich wagt LG dieses Mal den Umbruch zu einem Metallgehäuse. Über eine Art Schublade an der Unterseite soll der Akku nach wie vor austauschbar bleiben. Auch der interne Speicher soll über eine kleines Fach in der Seite noch immer erweiterbar sein.

Always-on-Display wahrscheinlich mit OLED-Technik

An der Größe des Displays soll sich gegenüber dem G4 nichts verändern, damit würden weiterhin 2.560 × 1.440 Pixel auf 5,5 Zoll geboten werden. Der Bildschirm verfügt nun aber über eine Always-On-Funktion, wie LG unlängst offiziell über Facebook bestätigt hat. Damit könnte auch ein Wechsel der verwendeten Panel-Technik einhergehen, denn mit den bisher für alle G-Modelle verwendeten IPS-Panels verbraucht eine solche Technologie zuviel Energie. Deshalb ist der Einsatz eines OLED-Panels wahrscheinlich. Bei den Flex-Smartphones hat LG bereits Erfahrung damit gesammelt.

Dual-Kamera und Fingerabdrucksensor

Wie einige Leaks der jüngeren Vergangenheit nahelegen, ist das G5 auf der Rückseite mit einer Dual-Kamera und einem runden Fingerabdrucksensor ausgestattet. Bei den Kameras ist bisher nicht bekannt, ob diese als Standard- und Zoom-Linse oder für eine spätere Fokusverschiebung verwendet werden. Bei dem Fingerabdrucksensor dürfte es sich um eine ähnlich schnelle Version wie im von LG gefertigten Nexus 5X handeln. Vom Nexus 5X übernommen werden soll auch der USB-Typ-C-Anschluss.

Snapdragon 820 gilt als gesetzt

In puncto SoC wird LG wahrscheinlich wieder auf Qualcomm setzen, dieses Mal auch wieder auf das Flaggschiff. Denn mit dem Snapdragon 820 gehören die Probleme des Snapdragon 810 der Vergangenheit an. Die vier selbst entwickelte Kryo-Kerne des Snapdragon 820 sind viel schneller als der Octa-Core-Aufbau des 810, außerdem konnten die thermischen Probleme bewältigt werden. Mit der Adreno 530 steht dem hochauflösenden Displays zudem endlich auch eine potente GPU zur Seite.

Das G5 wird am 21. Februar um 14:00 Uhr vorgestellt

ComputerBase wird sich heute auf den Weg nach Barcelona machen und am Sonntag ab 14:00 Uhr über alle Details des neuen LG G5 berichten. Zur selben Zeit findet auch die Pressekonferenz von Huawei statt, am Abend folgt um 19:00 Uhr Samsung mit der Vorstellung des Galaxy S7 – neben dem iPhone wohl der größte Konkurrent des G5.

Alle G-Modelle im detaillierten Überblick

Abschließend ermöglicht der maßstabsgetreue Bildvergleich samt Datenblättern aller bisherigen G-Modelle einen detaillierten Blick auf die vierjährige Evolution der Serie.

LG G4 LG G3 LG G2 LG Optimus G
Software:
(bei Erscheinen)
Android 5.1 Android 4.4 Android 4.2 Android 4.1
Display: 5,50 Zoll
1.440 × 2.560, 534 ppi
IPS, Gorilla Glass 3
5,20 Zoll
1.080 × 1.920, 424 ppi
IPS, Gorilla Glass 2
4,70 Zoll
768 × 1.280, 318 ppi
IPS, Gorilla Glass 2
Bedienung: Touch
Status-LED
SoC: Qualcomm Snapdragon 808
2 × Cortex-A57, 1,80 GHz
4 × Cortex-A53, 1,44 GHz
20 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 801
4 × Krait 400, 2,46 GHz
28 nm, 32-Bit
Qualcomm Snapdragon 800
4 × Krait 400, 2,26 GHz
28 nm, 32-Bit
Qualcomm Snapdragon S4 Pro
4 × Krait, 1,50 GHz
28 nm, 32-Bit
GPU: Adreno 418
600 MHz
Adreno 330
578 MHz
Adreno 330
450 MHz
Adreno 320
400 MHz
RAM: 3.072 MB
LPDDR3
2.048 MB
LPDDR3
Variante
3.072 MB
LPDDR3
2.048 MB
LPDDR3
2.048 MB
LPDDR2
Speicher: 32 GB (+microSD) 16 / 32 GB (+microSD) 16 / 32 GB 32 GB
Kamera: 16,0 MP, 2160p
LED, f/1,8, AF, OIS
13,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/2,4, AF, OIS
13,0 MP, 1080p
LED, f/2,4, AF, OIS
13,0 MP, 1080p
LED, f/2,4, AF
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 8,0 MP, 1080p
AF
2,1 MP, 1080p
AF
1,3 MP, 720p
AF
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓300 ↑50 Mbit/s
Advanced
↓150 ↑50 Mbit/s
Ja
↓100 ↑50 Mbit/s
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
802.11 a/b/g/n
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 4.1 4.0 Low Energy 4.0
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou A-GPS, GLONASS
Weitere Standards: Micro-USB 2.0, SlimPort, NFC, Infrarot Micro-USB 2.0, MHL, NFC, Infrarot Micro-USB 2.0, MHL, NFC
SIM-Karte: Micro-SIM
Akku: 3.000 mAh (11,60 Wh)
austauschbar, kabelloses Laden
3.000 mAh (11,40 Wh)
austauschbar, kabelloses Laden
3.000 mAh (11,40 Wh)
fest verbaut
2.100 mAh (7,98 Wh)
fest verbaut
Größe (B×H×T): 76,1 × 148,9 × 9,80 mm 74,6 × 146,3 × 8,90 mm 70,9 × 138,5 × 8,99 mm 68,9 × 131,9 × 8,45 mm
Schutzart:
Gewicht: 155 g 149 g 140 g 145 g
Preis: ab 319 € / ab 313 € ab 239 € / ab 299 € ab 210 € / ab 299 € ab 190 €

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