2/4 Surface Book Core i7 im Test : Notebook mit Tablet, GeForce und Macken

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Die Taktraten unter Last

Wie alle aktuellen CPUs erreicht der Intel Core i7-6600U im Testmuster seinen maximalen Turbotakt nur dann, wenn Zielwerte bei Leistungsaufnahme oder Temperatur nicht übertroffen werden. Insbesondere in beengten Verhältnissen wie einem Tablet hat das Kühlsystem damit einen gewichtigen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit.

Modell Surface Kerne /
Threads
Takt /
Turbo
L3-Cache Grafik GPU-Takt
Core i7-6600U Book 2 / 4 2,6 / 3,4 GHz 4 MB HD 520 1.050 MHz
Core i5-6300U Pro 4 / Book 2 / 4 2,4 / 3,0 GHz 3 MB HD 520 1.000 MHz
Core m3-6Y30 Pro 4 2 / 4 0,9 / 2,2 GHz 4 MB HD 515 850 MHz

In der Praxis schwindet der Taktvorteil

Obwohl Microsoft beim Surface Book bis zu 80 °C CPU-Temperatur und damit 20 °C mehr als beim Surface Pro 4 erlaubt, fallen die Taktraten des Core i7 gegenüber jenen des Core i5-6300U nicht immer höher aus. Im Cinebench R15 liegen nach drei Durchläufen so beispielsweise nur noch 2,8, anstelle der maximal möglichen 3,2 GHz bei Last auf mehreren Kernen an, während der Prozessor im Surface Pro 4 die im Mehrkernbetrieb maximal möglichen 2,9 GHz hält.

In Prime95 inklusive AVX-Befehlssatz liegt nach 15 Minuten hingegen der Prozessor im Surface Book mit 2,5 zu 2,3 GHz bei 80 °C zu 60 °C vorne. Bevor das Kühlsystem zusammen mit fallenden Taktraten die Zieltemperatur einhalten konnte, wurden in der Spitze sogar 88 °C erreicht.

Tatsächlicher CPU-Takt unter Last mit 1 und x Threads
Modell CPU Turbotakt (max.) 1 Thread x Threads
Cinebench R15, Takt nach drei sequenziellen Durchläufen
Surface Book Core i7-6600U 3,4 GHz 3,2 GHz 2,8 GHz
Surface Pro 4 Core i5-6300U 3,0 GHz 2,9 GHz 2,9 GHz
Surface Pro 4 Core m3-6Y30 2,2 GHz 2,0 GHz 2,0 GHz
Surface Pro 3 Core i5-4300U 2,9 GHz 2,6 GHz 2,0 GHz
Prime95, Takt nach 15 Minuten
Surface Book Core i7-6600U 3,4 GHz 2,5 GHz
Surface Pro 4 Core i5-6300U 3,0 GHz 2,3 GHz
Surface Pro 4 Core m3-6Y30 2,2 GHz 1,9 GHz

Die in Cinebench R15 beobachteten Taktraten liegen auch in anderen rechenintensiven Alltagsanwendungen wie dem Video-Encoder Handbrake an. Extremszenarien außen vor gelassen, ist also mit 2,8 GHz, statt 3,2 GHz beim Core i7-6600U im Surface Book zu rechnen.

Die Taktraten fallen auch bei der GPU

Neben der klassischen CPU sind auch die integrierte Grafikeinheit sowie die dedizierte GeForce GT 940M nicht in allen Titeln in der Lage, die maximal erlaubten Taktraten dauerhaft zu halten. Bei der integrierten Grafikkarte ist die erlaubte maximale Leistungsaufnahme dafür verantwortlich, bei der GeForce hingegen die Temperatur die Ursache; die Schwelle liegt bei 71 °C.

Der Taktverlust der iGPU wiegt in der Regel schwerer, die von Intel angegebene Maximaltaktrate von 1.050 MHz wird auch beim Surface Book quasi nie genutzt. In Battlefield 4 liegt der tatsächlich anliegende Takt schon nach wenigen Sekunden bei nur noch 800 MHz.

Tatsächlicher GPU-Takt unter Last
Modell GPU Turbotakt (max.) Start Ende
Counter-Strike: Global Offensive, nach 30 Minuten Spielzeit Full HD
Surface Book Core i7-6600U 1.050 MHz 1.000 MHz 850/900 MHz
Surface Book GeForce 993 MHz 993 MHz 993 MHz
Surface Pro 4 Core i5-6300U 1.000 MHz 950 MHz 800/850 MHz
Surface Pro 4 Core m3-6Y30 850 MHz 800 MHz 700/750 MHz
Unravel, nach 30 Minuten Spielzeit Full HD
Surface Book Core i7-6600U 1.050 MHz 1.000 MHz 900/950 MHz
Surface Book GeForce 993 MHz 993 MHz 993 MHz
Battlefield 4
Surface Book Core i7-6600U 1.050 MHz 1.000 MHz 800 MHz
Surface Book GeForce 993 MHz 993 MHz 928 MHz

Die GeForce hält den maximal möglichen Takt von 993 MHz in Counter-Strike: Global Offensive und Unravel, in Battlefield 4 fällt der Takt um 65 MHz. In Star Wars Battlefront liegen auf dem Waldmond Endor schlussendlich nur noch 857 MHz an – niedriger, als der Basistakt vorgibt.

Dass auch die Taktraten der CPU bei Nutzung der iGPU massiv gesenkt werden, spielt bei der niedrigen Leistungsfähigkeit der integrierten Grafikkarte in keiner getesteten Anwendung eine Rolle: Obwohl Unravel nach kurzer Zeit nur noch mit 600 MHz auf beiden Kernen läuft, entspricht der Leistungsverlust lediglich dem Taktrückgang bei der integrierten Grafikeinheit. Bei Battlefield 4 und CS:GO liegen 1,3 respektive 1,5 GHz an.

Leistung im Alltag

ComputerBase stand für den Test das deutsche Topmodell Surface Book mit Core i7-6600U, 512-GB-SDD, 16 GB Arbeitsspeicher und GeForce zur Verfügung. Als alternativer Prozessor ist der Core i5-6300U aus dem Surface Pro 4 erhältlich, in diesem Fall auch ohne GeForce.

Modell Preis USA Preis Deutschland
Core i5, 8 GB, 128 GB 1.499 USD 1.649 Euro
Core i5, 8 GB, 256 GB 1.699 USD nicht verfügbar
Core i5, 8 GB, 256 GB, GeForce 1.899 USD 2.069 Euro
Core i7, 8 GB, 256 GB, GeForce 2.099 USD 2.319 Euro
Core i7, 16 GB, 512 GB, GeForce 2.699 USD 2.919 Euro
Core i7, 16 GB, 1 TB, GeForce 3.199 USD nicht verfügbar

Adobe Photoshop, Handbrake, Cinebench

Den in der Praxis anliegenden Taktraten entsprechend, positioniert sich das Surface Book mit Core i7 in den meisten Benchmarks unter Windows 10 (Testmethodik) nur knapp vor dem Surface Pro 4 mit Core i5 – und das auch nur, weil der Core i7-6600U mit einem Taktvorteil startet. Wer länger Last auf allen vier Threads anliegen hat, wird das Surface Book hingegen 100 MHz oder knapp drei Prozent hinter dem Surface Pro 4 mit Core i5 sehen. Der Core i5 dürfte sich im Surface Book nur unwesentlich anders verhalten.

Noch deutlicher wird der nur kurzfristig währende Taktvorteil in den Benchmarks für Tablets (Testmethodik). Aufgrund der kurzen Dauer dieser Tests liegt der Core i7-6600U hier teils deutlich vor dem Core i5-6300U – im Alltag kann die CPU diese Mehrleistung aber nur bei Lastspitzen, wie sie beim Surfen auftreten können, nutzen.

Spielen mit iGPU und GeForce

Wer mit dem Surface Book spielen will, der sollte zu einer Modellvariante mit GeForce greifen, etwas mehr als die doppelte Leistung ist in den meisten Titeln möglich. Counter-Strike: Global Offensive wird so auch mit vollen Details und achtfachem MSAA flüssig in Full HD spielbar. Die Native Auflösung von 3.000 × 2.000 Pixeln sollte auch in älteren Titeln gemieden werden.

Counter-Strike: Global Offensive
  • Full HD, maximale Details:
    • Surface Book Core i7 (GeForce)
      61,0
    • Surface Book Core i7 (Intel)
      34,0
    • Intel Core i5-6300U (Surface Pro 4)
      32,0
    • Intel Core m3-6Y30 (Surface Pro 4)
      28,0
  • Full HD, minimale Details:
    • Surface Book Core i7 (GeForce)
      160,0
    • Surface Book Core i7 (Intel)
      78,0
    • Intel Core i5-6300U (Surface Pro 4)
      76,0
    • Intel Core m3-6Y30 (Surface Pro 4)
      64,0

Microsoft setzt bei der schlicht „GeForce“ genannten Lösung auf eine spezifisch angepasste Version der GeForce GT 940M mit Maxwell GM108. Die Variante taktet mit 993 MHz im Boost langsamer als das bekannte Modell, kann dafür aber auf GDDR5, anstatt DDR3 zugreifen. Die Anzahl an Shadern, TMUs und ROPs entspricht jener der GeForce GT 740 für Desktop-PCs, deren Basistakt ebenfalls 993 MHz beträgt. Partnerkarten takten im Turbo allerdings bis über 1.200 MHz.

In der Praxis positioniert sich die GeForce im Surface Book damit in der Regel knapp hinter der GeForce GT 740 mit GDDR5 (Einstellungen Spiele, Messwerte nach Aufwärmen). Nur in CS:GO kann sich die GT 740 auf Basis von Kepler stärker absetzen.

Nicht immer läuft die stärkere GPU

Voraussetzung dafür, dass eine Anwendung von der Mehrleistung profitiert, ist, dass Windows die schnellere GPU auch nutzt. Und das ist nicht immer automatisch der Fall. Im Test lief beispielsweise das Spiel Unravel ohne Eingriff nur auf der iGPU des Core i7, erst die Installation des Nvidia Control Panels (Nvidia Systemsteuerung) ermöglichte es, die zugewiesene GPU auf die GeForce GT 940M zu ändern.

Nvidia bremst Adobe Photoshop aus

Auf eine weitere Herausforderung treffen Käufer der Modellvarianten mit GeForce in Adobe Photoshop. In der Anwendung fällt beim Zeichnen auf, dass die Verzögerung zwischen Stifteingabe und Darstellung unter Verwendung der GeForce GT 940M größer ist – erwartet wird das Gegenteil.

Anstatt auf die HD Graphics 520 der CPU zu wechseln, müssen Anwender in diesem Fall im Control-Panel aber lediglich das Energiesparprofil ändern, um die volle Leistung freizuschalten. Eine Anleitung findet sich auf YouTube. Ohne Hinweis werden die wenigsten Anwender diesen Weg gehen.

YouTube-Video: Surface Book - How to Fix Poor Brush Performance in Photoshop on nVidia GPU

Pfeilschnelle SSD mit NVMe

Auch beim Surface Book setzt Microsoft auf M.2-SSDs mit NVMe von Samsung, die wiederum weiterhin die Installation eines alternativen Treibers benötigen, um in Benchmarks die volle Leistungsfähigkeit zu offenbaren. Ist Samsungs NVMe-Treiber anstelle der Variante von Microsoft installiert, erreicht die SSD deutlich höhere Transferraten. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass der Einsatz des Samsung-Treibers nur eine „Notlösung“ darstellt, denn offiziell ist dieser ausschließlich für die Samsung 950 Pro bestimmt.

Die im Testmuster verbaute SSD mit 512 GByte Speicherplatz trägt die Kennung MZFLV512 (MZ-FLV512 in Samsungs üblicher Schreibweise). Somit handelt es sich um den großen Bruder der im Surface Pro 4 verbauten MZ-FLV256, die sich als Verwandter der Samsung PM951 mit jedoch nur zwei, statt vier PCIe-3.0-Lanes entpuppt hatte. Dass bei der MZ-FLV512 ebenfalls nur zwei der schnellen Datenleitungen genutzt werden, bestätigt das Tool Hwinfo64.

Über PCIe 3.0 x2 erreicht die SSD dennoch eine hohe Leserate von rund 1.400 MB/s. Die sequenzielle Schreibrate fällt mit rund 570 MB/s deutlich niedriger aus, übertrifft aber sämtliche SATA-SSDs. Noch höhere Transferraten erreicht zum Beispiel die besagte 950 Pro mit PCIe 3.0 x4.

PCMark 8 - Storage
  • Punkte:
    • Surface Book Core i7 512 GB
      5.027,0
    • Surface Pro 4 Core i5 (256 GB)
      4.980,0
    • Surface Pro 4 Core M 128 GB
      4.920,0
    • Surface Pro 3 Core i5 256 GB
      4.844,0
    Angaben in Punkten
  • Durchsatz:
    • Surface Book Core i7 512 GB
      383,0
    • Surface Pro 4 Core i5 (256 GB)
      271,6
    • Surface Pro 4 Core M 128 GB
      213,8
    • Surface Pro 3 Core i5 256 GB
      157,8

Anscheinend verwendet Microsoft nicht ausschließlich Samsung-SSDs beim Surface Book und Surface Pro 4. Zumindest bei frühen Exemplaren wurden auch SSDs aus Toshibas XG3-Reihe entdeckt.

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