2/2 Samsung Galaxy S7 : Was bisher geschah – vom ersten bis zum letzten Modell

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Galaxy S4: Mehr Pixel

Einen solch großen Sprung bei der Display-Diagonale wie vom Galaxy S II zum Galaxy S III gab es seitdem nie wieder beim Galaxy S. Das im Frühjahr 2013 veröffentlichte Galaxy S4 legte dafür an anderen Stellen zu: Erstmals bei einem Galaxy S gab es jetzt die Full-HD-Auflösung von 1.920 × 1.080 Pixeln zu bestaunen. Was heutzutage selbst bei einem 200-Euro-Smartphone zu haben ist, war damals eine Sensation.

Snapdragon 600 statt Exynos 5410

Das Galaxy S4 war gleichzeitig das erste Galaxy S, das zumindest in Deutschland nicht mehr mit einem hauseigenen Exynos-Prozessor angeboten wurde. Zwar gab es das Smartphone in der Variante GT-I9500 auch mit dem durchaus interessanten Exynos 5410, Samsungs erstem SoC mit 4 + 4 Kernen und big.LITTLE-Aufbau, hierzulande und im größten Teil von Europa und den USA wurde das Galaxy S4 jedoch mit dem Qualcomm Snapdragon 600 ausgestattet, der seinerzeit auch im HTC One M7 steckte.

Allerdings war nicht nur der Prozessor neu, mit LTE gab es auch erstmals einen schnelleren Mobilfunkstandard als HSPA+ mit 21,6 Mbit/s. Dank LTE konnte nun mit bis zu 100 Mbit/s runter- und 50 Mbit/s hochgeladen werden, solange der Mobilfunkanbieter dies unterstützte. HSPA+ wurde zudem auf bis zu 42,2 Mbit/s beschleunigt.

40 Millionen verkaufte Galaxy S4 in sechs Monaten

Das Galaxy S4 entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Galaxy-Smartphones aller Zeiten, 40 Millionen Stück konnte Samsung alleine in den ersten sechs Monaten nach Marktstart weltweit verkaufen. Ausgeliefert wurde das Gerät zunächst mit Android 4.2 Jelly Bean, offiziellen Support gab es bis zu Android 5.0.1 Lollipop.

Galaxy S5: Alles oder nichts

2014 folgte mit dem Galaxy S5 eines der am umfangreichsten ausgestatteten Smartphones aller Zeiten von Samsung. In gewissen Bereichen bot das Smartphone sogar mehr Funktionen als der ein Jahr später angekündigte Nachfolger. Alles, was technisch auch nur irgendwie möglich war, steckte Samsung in das Galaxy S5, unabhängig davon, ob die Technik bereits ausgereift und marktreif war oder nicht.

Zu den Neuerungen des Galaxy S5 zählten unter anderem ein Fingerabdrucksensor im Home-Button, eine Kamera mit 16 statt 13 Megapixeln, LTE mit 150 statt 100 Mbit/s, Micro-USB 3.0, ein Pulsmesser neben dem LED-Blitz und ein IP67-Schutz gegen das Eindringen von Wasser oder Staub. Vor allem für den unzuverlässigen Fingerabdrucksensor und Pulsmesser musste Samsung viel Kritik einstecken, auch das dank Abdeckung fummelige Micro-USB 3.0, dessen schnellere Übertragungsraten jedes Mal aufs Neue aktiviert werden mussten, sorgte für Frust.

Viel schwerer negativ wog für viele Interessenten aber das Design des Smartphones und das Festhalten von Samsung an einem Gehäuse aus Kunststoff, während die Konkurrenz den Trend zu Metall und Glas erkannt hatte. Pflaster nannten manche spöttisch die Rückseite des Smartphones, weil das Muster dem eines Wundschnellverbandes ähnlich war.

Trotz einiger Kritikpunkte überzeugte das Galaxy S5 in Summe dennoch viele Käufer. Der hierzulande verbaute Qualcomm Snapdragon 801 mit vier Krait-400-Kernen und bis zu 2,5 GHz Takt sorgte in Kombination mit der Adreno-330-GPU und 2 GByte LPDDR3-RAM für eine schnelle Bedienung. Außerdem machte die neue Kamera gute Fotos und der Akku war mit 2.800 mAh so groß wie niemals zuvor dimensioniert.

Das Galaxy S5 führte zum Umdenken

Bereits nach 25 Tagen hatte Samsung 10 Millionen Einheiten des Galaxy S5 an Händler ausgeliefert, nie zuvor war dieser Meilenstein schneller von einem Galaxy S erreicht worden. Kurze Zeit später setzte aber die Stagnation ein, nach drei Monaten war die Anzahl der verkauften Geräte mit 12 Millionen Stück nur wenig gestiegen. Das Galaxy S5 soll für Samsung das Smartphone gewesen sein, das zu einem Umdenken im Unternehmen geführt und damit den Weg für das Galaxy S6 geebnet hat.

Galaxy S6: Die Revolution

Das im letzten Jahr zum MWC 2015 vorgestellte Galaxy S6 war schließlich der größte Umbruch, den die Serie jemals ereilte. Kunststoff wich Aluminium und Glas, die Hardware stammte fast vollständig aus eigenem Haus und das zuweilen überfrachtete Android-Betriebssystem wurde durch eine aufgeräumtere Version ersetzt.

Schon seit Beginn der Serie vertraute Samsung beim Galaxy S auf AMOLED-Displays aus eigener Fertigung. Für das Galaxy S6 wurde die Diagonale des Galaxy S5 von 5,1 Zoll beibehalten, die Auflösung stieg aber von Full HD auf 2.560 × 1.440 Bildpunkte. Nicht nur diese Eigenschaft wurde verbessert, auch die Qualität der Darstellung erreichte Referenzniveau, außerdem strahlte das Display im Automatikmodus so hell wie nie zuvor. Beim Ableger Galaxy S6 edge gab es dieses Panel auch in einer beidseitig gebogenen Variante mit den gleichen Eigenschaften.

Schneller Exynos 7420 aus eigener 14-nm-Fertigung

Vorbei waren die Zeiten, in denen Samsung für gewisse Regionen Prozessoren von Qualcomm verbaute. Es war die Zeit des vielfach kritisierten Snapdragon 810, was Samsung nicht nur aufgrund der Throttling-Thematik dazu veranlasste, weltweit nur eine Variante mit Exynos 7420 anzubieten. Der eigene Prozessor war auch schlichweg schneller. Das SoC wurde in der noch heute aktuellen 14-nm-FinFET-Fertigungstechnik hergestellt und bot acht ARM-Kerne, wovon vier auf den Cortex-A57 und vier auf den Cortex-A53 entfielen, und eine Mali-T760 MP8 als flotte Grafikeinheit.

Mehr Samsung-Komponenten als jemals zuvor

Doch Samsung ging noch weiter und setzte auch bei den weiteren Komponenten fast ausschließlich auf eigene Bauteile – ein Novum in der Branche. Auch der schnelle LPDDR4-Speicher stammte von Samsung, ebenso der erstmals verbaute UFS-Speicher, der neue Rekordwerte bei den Leistungsdaten aufstellte. Auch das 16-MP-Kameramodul samt OIS stammte aus eigener Fertigung und bot eine ausgezeichnete Qualität.

Der Wechsel zu einem besonders dünnen Gehäuse aus Metall und Glas hatte aber auch Nachteile, die insbesondere treue Galaxy-S-Kunden bemängelten. Der interne Speicher war zwar sehr schnell, aber fortan nicht mehr durch den Nutzer erweiterbar, beim Kauf musste zwischen 32, 64 oder 128 GByte gewählt werden. Außerdem war der Akku nicht mehr austauschbar und zudem mit 2.550 mAh kleiner als beim Galaxy S5 oder Galaxy S4 dimensioniert. Auch die IP67-Zertifizierung des Vorgängers gab es nicht mehr.

Ein Top-Smartphone trotz Technik-Rückbau

Dennoch war das Galaxy S6 ein absolutes Top-Smartphone, das in den höchsten Tönen gelobt wurde. Samsung schien endlich den richtigen Weg eingeschlagen zu haben und lieferte ein fast rundum überzeugendes Smartphone ab. Auch im Test von ComputerBase räumte das Galaxy S6 eine der selten vergebenen Empfehlungen ab.

Vom Galaxy S6 und dem S6 edge konnte Samsung insgesamt 6 Millionen Einheiten innerhalb von einem Monat verkaufen und damit das Galaxy S5 übertreffen, obwohl davon im gleichen Zeitraum 10 Millionen Stück an Händler ausgeliefert worden waren. An die 10 Millionen verkauften Einheiten innerhalb von 27 Tagen des Galaxy S4 konnte das Galaxy S6 aber nicht anknüpfen. Ausgeliefert wurde das Galaxy S6 mit Android 5.0, derzeit findet der Rollout von Android 6.0 Marshmallow in ersten Ländern statt.

Ein Ausblick

Dass sich Samsung mit den Veränderungen am Galaxy S6 auf der sicheren Seite fühlt, zeigen die bisher veröffentlichten Gerüchte rund um das Galaxy S7. Wahrscheinlich handelt es sich um eine sanfte Weiterentwicklung des Galaxy S6 und nicht eine erneute Revolution. Das Gehäuse des Galaxy S7 soll sich nur geringfügig verändern, vielmehr soll das Innenleben auf den aktuellen Stand gebracht werden.

Exynos 8890 mit eigenen M1-Kernen

Im Raum steht unter anderem ein neuer Prozessor, der unlängst offiziell vorgestellte Exynos 8890, der mit den Mongoose 1 (M1) erstmals von Samsung selbst entwickelte CPU-Kerne bietet. Mit der Mali-T880 MP12 bietet das SoC auch eine äußert potente Grafikeinheit. Der LPDDR4-Arbeitsspeicher soll diesmal 4 statt 3 GByte groß sein. Des Weiteren soll im Galaxy S7 eine neue 12-Megapixel-Kamera mit größeren Pixeln und f/1.7-Blende für besonders gute Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen stecken.

Größerer Akku und Speichererweiterung kommen zurück

Die Akkukapazität soll schon beim normalen Galaxy S7 eklatant größer ausfallen, von 3.000 mAh ist aktuell die Rede. Beim Galaxy S7 edge, das mit 5,5 Zoll das größere der beiden Modelle sein soll, werden sogar 3.600 mAh spekuliert. Das Galaxy S7 soll hingegen bei 5,1 Zoll bleiben und auch die Auflösung von 2.560 × 1.440 Bildpunkten vom aktuellen Modell übernehmen. Geladen wird das Smartphone wahrscheinlich über eine USB-Typ-C-Buchse. Zu guter Letzt soll ein Feature, das beim Galaxy S6 fehlte, wieder zurückkommen: die Speichererweiterung über microSD-Karten.

Morgen um 19:00 Uhr wird das Galaxy S7 vorgestellt

Alle Details zum Galaxy S7 und seinen eventuellen Ablegern mit gebogenem oder größerem Display werden am morgigen Sonntag um 19:00 Uhr gelüftet, wenn Samsung einen Tag vor dem Start des MWC 2016 zum Unpacked-Event im spanischen Barcelona lädt. ComputerBase ist bereits vor Ort und wird über alle Neuheiten von Samsung und den anderen Herstellern berichten. Wer die Vorstellung des Galaxy S7 live verfolgen möchte, kann diese über den Livestream von Samsung auf YouTube begleiten.

Alle Galaxy S im detaillierten Überblick

Abschließend ermöglicht der maßstabsgetreue Bildvergleich samt Datenblättern aller bisherigen Galaxy S einen detaillierten Blick auf die sechsjährige Evolution der Serie.

Samsung Galaxy S6 Samsung Galaxy S5 Samsung Galaxy S4 Samsung Galaxy S III Samsung Galaxy S II Samsung Galaxy S
Software:
(bei Erscheinen)
Android 5.0 Android 4.4 Android 4.2 Android 4.0 Android 2.3 Android 2.1
Display: 5,10 Zoll
1.440 × 2.560, 576 ppi
WQHD Super AMOLED, Gorilla Glass 4
5,10 Zoll
1.080 × 1.920, 432 ppi
Full HD Super AMOLED, Gorilla Glass 3
5,00 Zoll
1.080 × 1.920, 441 ppi
Full HD Super AMOLED, Gorilla Glass 2
4,80 Zoll
720 × 1.280, 306 ppi
HD Super AMOLED, Gorilla Glass 2
4,30 Zoll
480 × 800, 217 ppi
Super AMOLED Plus, Gorilla Glass
4,00 Zoll
480 × 800, 233 ppi
Super AMOLED, Gorilla Glass
Bedienung: Touch
Fingerabdrucksensor, Status-LED
Touch
Status-LED
Touch
SoC: Samsung Exynos 7420
4 × Cortex-A57, 2,10 GHz
4 × Cortex-A53, 1,50 GHz
14 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 801
4 × Krait 400, 2,50 GHz
28 nm, 32-Bit
Qualcomm Snapdragon 600
4 × Krait 300, 1,90 GHz
28 nm, 32-Bit
Samsung Exynos 4412
4 × Cortex-A9, 1,40 GHz
32 nm, 32-Bit
Samsung Exynos 4210
2 × Cortex-A9, 1,20 GHz
45 nm, 32-Bit
Samsung Exynos 3110
1 × Cortex-A8, 1,00 GHz
45 nm, 32-Bit
GPU: Mali-T760 MP8
772 MHz
Adreno 330
578 MHz
Adreno 320
400 MHz
Mali-400 MP4
440 MHz
Mali-400 MP4
266 MHz
PowerVR SGX540
200 MHz
RAM: 3.072 MB
LPDDR4
2.048 MB
LPDDR3
1.024 MB
LPDDR2
512 MB
LPDDR
Speicher: 32 / 64 / 128 GB 16 / 32 GB (+microSD) 16 / 32 / 64 GB (+microSD) 16 GB (+microSD) 8 GB (+microSD)
Kamera: 16,0 MP, 2160p
LED, f/1,9, AF, OIS
16,0 MP, 2160p
LED, f/2,2, AF
13,0 MP, 1080p
LED, f/2,2, AF
8,0 MP, 1080p
LED, f/2,6, AF
5,0 MP, 720p
f/2,6, AF
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 5,0 MP, 1440p
f/1,9, AF
2,1 MP, 1080p
AF
1,9 MP, 720p
AF
2,0 MP, 480p
AF
0,3 MP
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
HSPA+
↓21,6 ↑5,76 Mbit/s
HSPA
↓7,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓300 ↑50 Mbit/s
Advanced
↓150 ↑50 Mbit/s
Ja
↓100 ↑50 Mbit/s
Nein
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
802.11 a/b/g/n
Wi-Fi Direct
802.11 b/g/n
Bluetooth: 4.1 4.0 Low Energy 4.0 3.0
Ortung: A-GPS, GLONASS A-GPS
Weitere Standards: Micro-USB 2.0, NFC, Infrarot Micro-USB 3.0, MHL, NFC, Infrarot Micro-USB 2.0, MHL, NFC, Infrarot Micro-USB 2.0, MHL, NFC Micro-USB 2.0, MHL Micro-USB 2.0
SIM-Karte: Nano-SIM Micro-SIM Mini-SIM
Akku: 2.550 mAh (9,82 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
2.800 mAh (10,78 Wh)
austauschbar
2.600 mAh (9,88 Wh)
austauschbar
2.100 mAh (7,98 Wh)
austauschbar
1.650 mAh (6,11 Wh)
austauschbar
1.500 mAh (5,55 Wh)
austauschbar
Größe (B×H×T): 70,5 × 143,4 × 6,80 mm 72,5 × 142,0 × 8,10 mm 69,8 × 136,6 × 7,90 mm 70,6 × 136,6 × 8,60 mm 66,1 × 125,3 × 8,49 mm 64,2 × 122,4 × 9,90 mm
Schutzart: IP67
Gewicht: 138 g 145 g 130 g 133 g 116 g 119 g
Preis: ab 399 € / ab 549 € / ab 817 € ab 299 € / 749 € ab 199 € / 779 € 699 € / 749 € / 799 € 649 €

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