Seagate : Erste 2-TB-Festplatte für Ultrabooks nutzt SMR

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Seagate: Erste 2-TB-Festplatte für Ultrabooks nutzt SMR
Bild: Seagate

Externe Festplatten (HDD) mit einer Speicherkapazität von 2 Terabyte gibt es schon lange. Jedoch waren diese bisher ausschließlich mit 9,5 oder sogar 15 Millimeter Bauhöhe zu haben, für kompakte Mobilgeräte wie Ultrabooks ist dies zu hoch. Seagate bringt jetzt die erste 2-TB-HDD mit nur 7 mm Höhe auf den Markt.

Das interne Laufwerk im 2,5-Zoll-Gehäuse trägt die Kennung ST2000LM007 als Basismodell; die Varianten ST2000LM009 (Secure) und ST2000LM0010 (Secure FIPS) werden in bestimmten Regionen als Self Encrypting Drive (SED) mit Datenverschlüsselung angeboten. Neben der kleineren Variante mit 1 TByte (ST1000LM035/037/038) gehört die 2-TB-Festplatte zur neuen Serie Mobile HDD. Seit einiger Zeit benennt Seagate die eigenen HDD-Serien nach ihrem Haupteinsatzgebiet, siehe auch Desktop HDD oder NAS HDD.

Seagate hat die flachste 2,5-Zoll-HDD mit 2 TByte

Ein Blick in den Preisvergleich bestätigt Seagates Aussage, die „weltweit erste 7mm-Festplatte mit 2 TB Speicherkapazität“ anbieten zu können. Aktuell werden 19 interne 2,5-Zoll-HDDs mit 2 TByte aufgeführt, von denen der Großteil mit 15 mm deutlich höher ausfällt und für die meisten Notebooks damit zu groß ist. Lediglich zwei Modelle sind 9,5 mm flach, passen damit aber auch nicht in kompakte Laptops oder Ultrabooks, die maximal 7 mm Bauhöhe erlauben.

Als erste der Branche waren unsere Entwickler in der Lage, die Speicherdichte auf 1 TB pro Scheibe im 2,5-Zoll-Formfaktor zu erhöhen. Damit geben wir unseren OEM-Kunden die nötige Flexibilität, um jede erdenkliche Art von Laptop zu entwerfen und zu bauen – und das mit reichlich Speicherplatz

Matt Rutledge, Senior Vice President, Client Storage bei Seagate
Seagate Mobile HDD mit 2 TB
Seagate Mobile HDD mit 2 TB (Bild: Seagate)

2-Platter-Design wird durch SMR möglich

Die flache Bauweise hat Seagate durch den Einsatz von nur zwei Magnetscheiben (Platter) mit einer hohen Datendichte von je 1 Terabyte erreicht. Bei der Datendichte hilft wiederum der Einsatz von Shingled Magnetic Recording (SMR) statt des herkömmlichen Perpendicular Magnetic Recording (PMR). Bei der SMR-Technik überlappen Datenspuren ähnlich den Schindeln eines Daches. Der Vorteil liegt in der höheren Datendichte, der Nachteil in einer niedrigen Schreibleistung, wenn Spuren erneut beschrieben werden, da angrenzende Spuren ebenfalls aktualisiert werden müssen. Für ein häufiges Beschreiben eignen sich SMR-HDDs entsprechend schlecht.

Das Datenblatt (PDF) nennt eine Dauertransferrate von 100 MB/s über die SATA-Schnittstelle. Auf Nachfrage bestätigte der Hersteller eine Rotationsgeschwindigkeit von 5.400 U/min. Welche Schreibrate noch beim Wiederbeschreiben von Spuren erreicht wird, lässt sich dem Dokument nicht entnehmen. Der Cache fasst 128 MByte Daten. Die physischen 4.096-Byte-Sektoren werden logisch als 512-Byte-Sektoren emuliert. Die Leistungsaufnahme gibt Seagate mit 0,5 Watt im Leerlauf und 1,7 Watt bei Zugriffen an. Das schlanke 2-Platter-Design macht sich auch beim Gewicht bemerkbar, das mit lediglich 90 Gramm laut Seagate 25 Prozent geringer als bei der vorherigen Generation ausfällt.

SSD als bessere aber teure Alternative

Auch in diesem Segment bilden SSDs eine schnellere und lautlose Alternative zu HDDs. SSDs gibt es inzwischen auch mit 2 TByte im 2,5-Zoll-Gehäuse mit 7 mm Höhe. Allerdings sind SSDs deutlich teurer als HDDs und kosten pro Gigabyte das Vielfache. Seagates Mobile HDD mit 2 TB soll im Handel etwa 120 Euro kosten, für die 1-TB-Variante werden 70 Euro genannt. Eine 2,5-Zoll-SSD mit rund 1 TByte kostet hingegen mindestens 230 Euro und mit 2 TByte weit mehr als 600 Euro.

Vorstellung ließ lange auf sich warten

Seagates Vorstellung der flachen Mobile HDD mit 2 TB kommt nicht überraschend sondern vielmehr später als gedacht: Bereits Anfang September 2015 hatte der Hersteller 7 mm flache 2,5-Zoll-HDDs mit 2 TByte und 1 TByte pro Magnetscheibe angekündigt, ohne dabei nähere Details oder Modelle zu nennen. Die Auslieferung an Kunden erfolgt jedoch erst jetzt.