2/2 Hitman Benchmarks : DirectX 12 hebt das CPU-Limit massiv an

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Testsystem und Testverfahren

Als Testsystem kommt ein Intel Core i7-6700K der Skylake-Generation zum Einsatz, der mit den Standardtaktraten betrieben wird. Als Mainboard dient ein Asus Z170-Deluxe und als Speicher vier DDR4-2.133-Riegel mit einer Kapazität von jeweils vier Gigabyte. Als Betriebssystem ist Windows 10 (64 Bit) mit sämtlichen Updates aufgespielt. Als Treiber sind der Crimson 16.3 beziehungsweise der GeForce 364.51 installiert.

Auch wenn Hitman mit einem integrierten Benchmark ausgestattet ist, nutzt ComputerBase wie gewohnt eine richtige Spielszene. In dieser läuft Agent 47 durch größere Menschenansammlungen in verschiedenen Räumen. Es handelt sich um eine überdurchschnittlich fordernde Szene im Spiel. Sowohl für 1.920 × 1.080 sowie 2.560 × 1.440 sind die maximalen Details aktiviert. In 3.840 × 2.160 ist die Schattenauflösung auf die mittlere Einstellung reduziert, da die Performance sonst zu niedrig ausfällt.

Grafikkarten-Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

DirectX 12 in Hitman ist laut IO Interactive noch in einer frühen Phase und das zeigen neben den Problemen auch die Benchmarks. Ein Ergebnis ist allerdings bekannt: Wie in Ashes of the Singularity kann Nvidia auf einem schnellen Prozessor nicht von DirectX 12 profitieren, meistens werden die Grafikkarten erneut ein paar Prozentpunkte langsamer.

Die Hawaii-GPU profitiert deutlich von DirectX 12

Anders sieht es dagegen bei AMD aus. Die GPU Hawaii hat die wahre Freude an DirectX 12 in Hitman. So können sowohl die Radeon R9 390X als auch die Radeon R9 390 durch die API um neun bis zehn Prozent in 1.920 × 1.080 zulegen, sodass die größere der beiden Grafikkarten fast so schnell wie eine Radeon R9 Fury ist. Je höher die Auflösung, desto kleiner wird dieser Effekt allerdings.

Fury mit Fiji-GPU kommt nicht ganz so gut mit DirectX 12 klar. In Full HD legen die Beschleuniger noch um fünf bis sechs Prozent zu, in Ultra HD ist DirectX 12 dann gleich schnell wie DirectX 11.

Tonga verliert wie Nvidia an Tempo

Die Tonga-GPU erwischt es schlechter. Bereits in Full HD ist die Radeon R9 380 schneller unterwegs mit DirectX 11. Es scheint also, dass Tonga sowie Fiji – und die dritte Generation der GCN-GPU – in Hitman von dem besseren API-Overhead bei DirectX 12 profitieren können. Anders als Hawaii ist DirectX 12 im GPU-Limit dann aber nicht mehr von Vorteil oder gar von Nachteil. Hier müssen AMD oder der Entwickler noch Fortschritte machen.

Unabhängig von der API sind Grafikkarten von AMD in Hitman vor allem in hohen Auflösungen deutlich schneller als die von Nvidia. Selbst eine stark übertaktete GeForce GTX 980 Ti ist in Full HD kaum schneller als die Radeon R9 Fury X und wird in höheren Auflösungen geschlagen. Das geschieht in jeder Preisklasse.

Für die meisten Grafikkarten empfiehlt sich DirectX 11

Empfehlenswert ist DirectX 12 in Hitman aktuell nur auf einer Grafikkarte von AMD mit der Hawaii-GPU, die mit Abstand am besten in Hitman funktioniert. Selbst auf Fiji ist es ratsamer, derzeit DirectX 11 zu nutzen – das Mehr an Leistung rechtfertigt die Probleme nicht, zumal VSync dem Plus meistens eh einen Riegel vorschiebt. Mit einer Grafikkarte von Nvidia sollte in jedem Fall DirectX 11 genutzt werden.

Allerdings gibt es Ausnahmen und die hängen mit dem im System verbauten Prozessor zusammen.

DirectX 12 auf einem AMD FX-8370

Alle bisherigen Tests wurden mit dem Core i7-6700K und damit einem sehr schnellen Prozessor durchgeführt. Die folgenden Testreihen setzen mit dem AMD FX-8370 hingegen eine deutlich langsamere CPU ein. Und es zeigt sich: DirectX 12 hat in Hitman durchaus einen großen Effekt.

Hitman – CPU-Skalierung auf GTX 980 Ti
  • 1.920 × 1.080, Maximale Details:
    • GTX 980 Ti @ i7-6700K @ DX11
      72,5
    • GTX 980 Ti @ i7-6700K @ DX12
      68,3
    • GTX 980 Ti @ FX-8370 @ DX12
      65,2
    • GTX 980 Ti @ FX-8370 @ DX11
      41,5

Auf dem FX-8370 profitiert selbst die GeForce GTX 980 Ti massiv von DirectX 12. Hitman läuft mit DirectX 12 in dieser Konfiguration um 57 Prozent schneller als mit DirectX 11 und erreicht fast die Leistung eines Core i7-6700K. Wie in Ashes of the Singularity zeigt sich in dem Fall, dass bei langsamen Prozessoren auch Nvidia deutlich von DirectX 12 profitieren kann.

Hitman – CPU-Skalierung auf R9 Fury X
  • 1.920 × 1.080, Maximale Details:
    • R9 Fury X @ i7-6700K @ DX12
      78,2
    • R9 Fury X @ i7-6700K @ DX11
      74,2
    • R9 Fury X @ FX-8370 @ DX12
      64,9
    • R9 Fury X @ FX-8370 @ DX11
      37,0

Da AMDs DirectX-11-Treiber im CPU-Limit mehr Probleme hat als der von Nvidia, legt die Radeon R9 Fury X auf dem FX-8370 mit 75 Prozent gar noch mehr zu. Und ein störendes Stottern wie unter DirectX 11 gibt es mit DirectX 12 nicht mehr.

Technischer Eindruck

Auf Systemen mit schneller CPU lohnt sich DirectX 12 in Hitman unter Berücksichtigung der Probleme derzeit nur auf Grafikkarten mit Hawaii- oder älterer Architektur von AMD. DirectX 11 läuft auf flotten CPUs mit anderen Architekturen ebenfalls schnell und problemloser.

Allerdings zeigen die Benchmarks auf dem FX-8370, wie groß das Potenzial von DirectX 12 in Hitman ist: sehr groß. Auch Grafikkarten von Nvidia legen dann massiv zu und die Leistung eines Core i7-6700K wird fast erreicht. Das CPU-Limit steigt signifikant, die Grafikkarte entscheidet.

Wer DirectX 12 nutzen möchte, kann dies im Launcher vor dem Spielstart einfach einstellen.

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