2/5 Gigabyte Brix mit Skylake im Test : Sehr guter Technik steht das BIOS im Weg

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Installation und Inbetriebnahme

Bei den Mini-PCs hat sich seit Jahren für die Inbetriebnahme nichts geändert – und das ist auch gut so. Wie üblich sind bei der Barebone-Variante, wie sie im Fachjargon genannt wird, kein Arbeitsspeicher (RAM) und kein Massenspeicher (SSD) enthalten. DDR4-Speicher kostet kaum noch mehr als sein Vorgänger und geht aktuell ebenfalls in den preislichen Tiefflug über, die benötigten 2 × 4 GByte DDR4-2133 im SODIMM-Format beginnen bereits ab 3,20 Euro pro Gigabyte, 16 GByte in Form von zwei 8-GByte-Riegel kosten 51 Euro. Maximal unterstützt werden 32 GByte DDR4-Speicher in Form von zwei Modulen.

Gigabyte Brix GB-BSi5A-6200 mit DDR4 und M.2-SSD
Gigabyte Brix GB-BSi5A-6200 mit DDR4 und M.2-SSD

Bei M.2-SSDs haben sich die Preise ebenfalls sehr erfreulich entwickelt, Mittelklasse-Modelle starten dort bereits für ab 72 Euro für 256 GByte Speicherplatz. Erst wenn es in die High-End-Schiene der M.2-SSDs geht, wird es teurer, doch ist dies kein Muss in einem Mini-PC, da größere Datenmenge mit hoher Übertragungsrate sind in einem Mini-PC in der Regel nicht an der Tagesordnung sind.

Erster Start und ein BIOS-Update wie in alten Tagen

Je nachdem, welche BIOS-Version ab Werk hinterlegt ist, kann ein BIOS-Update nötig sein. Das ComputerBase-Testsample hatte noch ein Vorserien-BIOS, um den Vergleich mit handelsüblichen Modellen herzustellen, musste dieses aktualisiert werden. Das war allerdings leichter gesagt als getan, denn eine einfache Lösung wie das Updaten im BIOS oder Windows gab es nicht. Stattdessen muss eine klassische DOS-Umgebung geschaffen werden, aus der das BIOS aktualisiert werden kann. Inzwischen hat Gigabyte das benötigte Tool zum Updaten unter Windows aber nachgereicht.

Weiterhin rudimentär sind hingegen die Einstellungsmöglichkeiten im BIOS, die Anwendern kaum Raum für Anpassungen geben. Das getestete BIOS ist auch weiterhin das aktuellste. Die Version F2 datiert auf den 27. November 2015.

Windows ja, OpenELEC (Kodi) nein

Bei der Installation von Windows gab es auf dem Testsystem keine Probleme. Der Intel-LAN-Treiber und der ASMedia-Chip ASM1142 für den USB-3.1-Port benötigt dabei allerdings die Aufmerksamkeit des Kunden, sie werden nicht automatisch installiert. Im Lieferumfang des Brix ist eine Treiber-CD enthalten, alternativ aber auch die Webseite mit den aktuellsten Updates verfügbar.

Externe Festplatten erhalten Strom über USB Typ C

Sind alle Treiber installiert, zeigt das System unter Windows seine Stärken. Der USB-Typ-C-Anschluss funktioniert problemlos, eine externe 8-TByte-Festplatte vom Typ Seagate innov8 wird über den Anschluss nicht nur mit durchschnittlich 190 Megabyte pro Sekunde beschrieben, sondern auch gleichzeitig mit Strom versorgt. Und die Platte hat es in sich: Fast den doppelten Verbrauch genehmigt sich der Brix, wenn die Platte im Leerlauf rotiert. Bei gleichzeitigem Beschreiben der Platte steigt der Verbrauch auf bis zu 15 Watt zusätzlich. USB Typ C erlaubt die Übertragung dieser elektrischen Leistung außerhalb der dafür bisher benötigten Spezifikation USB Power Delivery.

Das Booten vom USB-Stick macht mit OpenELEC Probleme

Als alternatives Betriebssystem für den Einsatz als Media-Center wird im Test der Mini-PCs auf OpenELEC (Kodi) zurückgegriffen. Diesbezüglich gab es auch bei Gigabyte keine Unterschiede zu den bisher getesteten Geräten. Für den Test kam OpenELEC in der aktuellen ersten Beta-Version 7 (intern 6.95.1) zum Einsatz, da dort die letzten neuen Features und Optimierungen eingeflossen sind.

Doch es traten unerwartet Probleme auf, die erneut auf das BIOS zurückzuführen waren. Die Installation vom USB-Stick wollte unter keinen Umständen und mit jedweden Einstellungen im BIOS funktionieren, das Booten vom Stick hängte sich jedes Mal auf. Der Wechsel zurück zum Asus VivoMini bestätigte: An den Installationsmedien liegt es nicht. Auch als OpenELEC nicht mehr nur als bootfähiger Installations-Stick vorlag und bereits komplett auf einem zweiten USB-Stick installiert worden war, änderte sich das Verhalten nicht. Dieses Problem ist insofern noch unverständlicher, da es beim Vorgänger-Brix mit Broadwell-CPU auch bei Gigabyte problemlos funktionierte. ComputerBase steht seit über zwei Wochen mit Gigabyte in Kontakt, eine Lösung ist bisher aber nicht gefunden worden.

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