2/6 Amazon Kindle : Ein Rückblick auf neun Jahre E-Book-Reader

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Kindle DX – Großer Reader für Magazine und Zeitungen

Der Kindle DX nimmt eine Sonderstellung ein. Mit 9,7 Zoll war der Reader vor allem für Zeitungen und Magazinen konzipiert. Die Auflösung des Panels lag bei 824 × 1.200 Bildpunkten und basierte ebenfalls auf der Vizplexx-Technologie von E-Ink, welche nun aber 16 Graustufen darstellen konnte. Aufgrund der Möglichkeit zur Anzeige von großen PDF-Dateien wurde zudem der interne Speicher auf vier Gigabyte verdoppelt.

Der Kindle DX kam am 10. Juni 2009 in den USA für 489 US-Dollar in den Handel, im Januar 2010 machte Amazon den Riesen-Reader auch international verfügbar – bestellt werden musste dieser jedoch weiterhin über amazon.com. Ebenfalls im Januar stellte Apple das erste iPad vor – dieser Umstand und der vergleichsweise hohe Preis dürften dazu beigetragen haben, dass dem ersten großen Reader von Amazon kein großer Erfolg gegönnt war.

Kindle DX
Kindle DX (Bild: Amazon)

Im selben Jahr sorgte Amazon für negative Schlagzeilen: Am 17. Juli löschte der Online-Händler eine Reihe von im Store gekauften Büchern ohne Vorwarnung und Mitteilung von den Kindle-Geräten seiner Kunden, darunter Bücher von George Orwell. Laut späteren Angaben seitens Amazon verfügte der verantwortliche Marketplace-Verkäufer nicht über die nötigen Lizenzen, um die Titel als E-Book anbieten zu können. Nach anhaltenden Protesten gab Amazon an, in Zukunft von solchen Aktionen abzusehen.

Kindle 3 – Endlich auch in Deutschland verfügbar

Am 29. Juli 2010 vorgestellt, stellte die neue Kindle-Generation die erste grundlegende Neugestaltung der Reihe dar. Während die Gehäusemaße um rund ein Fünftel abnahmen und der Reader vor allem leichter wurde, hatte Amazon auch Hand am technischen Aufbau angelegt.

Neben einem schnelleren Prozessor sorgte vor allem das neue Display mit Pearl-Technologie durch die Erhöhung des Kontrastes um rund 50 Prozent und der Verringerung des Ghosting-Effektes, also dem Durchscheinen von Überresten aus vorangegangenen Seiten, für sichtbar mehr Lesekomfort.

Kindle 3
Kindle 3 (Bild: Amazon)

Im April 2011, also rund 9 Monate nach Markteinführung in den USA, war zum ersten Mal ein Kindle-Reader offiziell in Deutschland erhältlich. Ab September 2011 wurde dieser fortwährend als Kindle Keyboard angeboten. Diesen veräußerte Amazon zum ersten Mal in zwei Varianten, an denen der Online-Händler bis heute festhält: Als reine WLAN-Version und als Kombination aus WLAN und 3G-Mobilfunk. Obwohl der Kindle 3 nun über amazon.de bezogen werden konnte, war dieser über seinen gesamten Lebenszeitraum hinweg komplett für den US-amerikanischen Markt ausgelegt. Dies fing bei der fehlenden Übersetzung der Bedienelemente an und hörte bei den übermäßig auf Englisch angebotenen Inhalten auf.

Kindle DX2 mit Pearl-Technologie

Im Juli 2010 ging auch eine verbesserte Version des großen Kindle DX ins Rennen. Auf dem ersten Blick unterschied sich der DX2 von seinem Vorgänger lediglich durch sein graues Äußeres, aber auch im Inneren gab es Veränderungen: So hielt Amazon zwar weiterhin an der Displaygröße von 9,7 Zoll bei einer Auflösung von 824 × 1.200 Bildpunkten fest, setzte aber wie beim Kindle 3 auf E-Inks aktuelle Pearl-Technologie.

Kindle DX2
Kindle DX2 (Bild: Amazon)

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