Core i7-6950X und i7-6800K im Test: 10 Kerne, 20 Threads und neuer Turbo für 1.600 Euro 11/11

Volker Rißka 246 Kommentare

Fazit und Empfehlung

Broadwell-E macht da weiter, wo Haswell-E aufgehört hat: Die Messlatte wird noch einmal höher gelegt. Der erste Zehn-Kern-Prozessor kann mit seinen 20 Threads und neuen Instruktionen je nach Einsatzgebiet 20, 30 oder im Extremfall sogar fast 40 Prozent gegenüber dem Vorgänger Core i7-5960X gutmachen. Im Schnitt über alle Benchmarks sind es mit neuem Turbo Boost 3.0 rund 15 Prozent. Damit zeigt das neue Topmodell Intel Core i7-6950X (Extreme Edition) eine Leistung, die seines Namens würdig ist. Der Preis von über 1.600 Euro ist für das Gebotene trotzdem zu hoch, nur sehr spezielle Ansprüche können die Investition rechtfertigen.

Der alte unter der neue kleine Sechskerner mit dem Zehn-Kern-Flaggschiff (v.l.n.r.)
Der alte unter der neue kleine Sechskerner mit dem Zehn-Kern-Flaggschiff (v.l.n.r.)

Der Core i7-6800 macht einen Klassensprung

Für Privatanwender interessanter ist der kleinere Core i7-6800K, der in Anwendungen teils deutlich schneller als der Core i7-6700K ist, in Spielen im Schnitt aber nur drei Prozent langsamer agiert. Im Vergleich zur Konkurrenz auf demselben Sockel liefert er eine hohe Leistung, die immer minimal über dem direkten Vorgänger Core i7-5820K auf Niveau des damals höher angesiedelten Core i7-5930K liegt – und das bei geringerer Leistungsaufnahme. Beim aktuellen Preisgefüge bleibt der Vorgänger Core i7-5820K allerdings vorerst die bessere Alternative.

Der Vergleich mit den beiden kleineren Haswell-E-Vorgängern vermittelt gleichzeitig einen Eindruck von der gesteigerten Pro-Takt-Leistung, die wie erwartet minimal ausfällt. Von den prophezeiten fünf Prozent des Herstellers bleibt in entsprechenden Anwendungen rund die Hälfte übrig.

Während CPUs bzw. Mainboards in der Redaktion noch mit Schwierigkeiten im Leerlauf-Verbrauch zu kämpfen hatten, werden die Fortschritte bei der Leistungsaufnahme unter Last deutlicher: Bis zu 35 Watt gegenüber dem Vorgänger sind als Einsparung in AVX-lastigen Tests durch die neue Fertigung möglich. Beim Overclocking hingegen enttäuscht die neue Serie, viele Rekorde werden mit dieser so schnell nicht aufgestellt.

Der Preis verhagelt Broadwell-E den Auftritt

Das erste Mal zehn Kerne und in den Klassen darunter mehr Leistung bei weniger Verbrauch – eine sehr gute Vorstellung, das Aber liegt im Preis. Denn mit Entscheidung, das neue Topmodell preislich deutlich höher anzusetzen und in den Klassen darunter die Preise anzuziehen, verpufft der technische Fortschritt im Portemonnaie. Daran ändert auch der neue und eigentlich Jahre zu spät freigegeben Turbo Boost 3.0 nichts.

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