Finanzen : Jolla erhält Kapitalspritze von 12 Millionen US-Dollar

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Finanzen: Jolla erhält Kapitalspritze von 12 Millionen US-Dollar

Der finnische Softwarehersteller Jolla konnte seit Dezember 12 Millionen US-Dollar Kapital einsammeln. Damit soll der Betrieb für 2016 gesichert sein. Musste Jolla im Herbst noch Mitarbeiter zeitweise freistellen, so sollen jetzt zusätzliche Entwickler eingestellt werden.

Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung (PDF) des Unternehmens hervor. Demnach macht die Konsolidierung des im vergangenen Jahr schwer angeschlagenen Unternehmens Fortschritte. So konnten neue Abkommen mit den Gläubigern geschlossen und die staatlich kontrollierte Umschuldung abgewendet werden.

Rückzahlung an die Unterstützer im Gange

Das frische Kapital in Höhe von 12 Millionen US-Dollar soll laut Vorstandsmitglied Antti Saarnio den Geschäftsbetrieb für das laufende Jahr sichern. Eine weitere Finanzierungsrunde sei bereits in Vorbereitung. Das Geld soll der Weiterentwicklung von Sailfish OS dienen und die Abwicklung der Rückzahlung an die Schwarmfinanzierer des gescheiterten Jolla-Tablets absichern.

Die Auslieferung einer kleinen Anzahl noch verfügbarer Tablets ist laut Saarnio fast vollständig abgeschlossen. Der erste Teil der zweiteiligen Rückzahlung an die Unterstützer soll noch im Mai durchgeführt werden. Die zweite Teilzahlung will Jolla spätestens im Mai 2017 abschließen.

Sailfish OS weiter lizenziert

Bereits im Dezember hatte Jolla ein Lizenzabkommen für ein Smartphone des großen indischen Mobilfunkkonzerns Intex Technologies abgeschlossen. Das Intex Aqua Fish getaufte Smartphone soll in den nächsten Monaten in Indien auf den Markt gelangen. Eine weitere Lizenzierung für Sailfish OS konnte mit Turing Robotics Industries für deren auf Sicherheit getrimmtes Turing Phone erzielt werden. Laut Saarnio wird Sailfish OS derzeit an das Turing Phone angepasst.

Jolla war in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres in sehr schwieriges Fahrwasser geraten, nachdem trotz vielfacher Überfinanzierung das Jolla-Tablet gescheitert war und daraufhin eine schon sicher geglaubte Finanzierung scheiterte. Ein Konkurs des Unternehmens konnte durch das Zustandekommen einer weiteren Finanzierung im Dezember abgewendet werden.