Nachrichten-Manipulation : Facebook dementiert Vorwürfe

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Nachrichten-Manipulation: Facebook dementiert Vorwürfe
Bild: mkhmarketing (CC BY 2.0)

Gestern berichtete das IT-Portal Gizmodo über eine angeblich seit Jahren durch Facebook-Mitarbeiter manipulierte Anzeige von Nachrichten, heute folgte das Dementi durch Tom Stocky, Leiter der Abteilung für Trending Topics. Dieser habe keine Hinweise darauf gefunden, dass die Anschuldigungen der Wahrheit entsprechen.

Die Manipulationen sollen neben einem ehemaligen Mitarbeiter auch mehrere ehemalige Nachrichtenkuratoren, welche zwischen Mitte 2014 und Dezember 2015 für das Unternehmen tätig waren, bestätigt haben. Durch die angebliche Manipulation wurden in der Vergangenheit nicht wie den Trends entsprechend die beliebtesten und meist diskutierten Nachrichten auf Facebook den Nutzern angezeigt, einige der Themen sollen dabei sogar bewusst entfernt worden sein.

Besonders oft soll dies bei Nachrichten mit eher konservativem Hintergrund geschehen sein. So waren Beiträge über die jährlich stattfindende konservative Aktivistenkonferenz CPAC angeblich genauso wenig in der Auflistung zu finden wie Berichterstattungen über den 2012 unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney oder dem republikanischen Senator Rand Paul. Anderseits sollen laut den Anschuldigungen Themen, über die nicht oder nur wenig diskutiert wurde, über die Kuratoren manuell in die Trendliste eingefügt worden sein.

Damit würde es sich bei der als „Trending Topics“ bezeichnete Funktion nicht wie bisher angenommen um eine Liste von Themen handeln, für welche sich Nutzer zu diesem Zeitpunkt besonders interessieren, sondern um eine redaktionell bearbeitete und somit einem Einfluss unterliegende Auflistung handeln, für die eigens für diesen Bereich zuständige Journalisten Überschriften und Zusammenfassungen generiert haben sollen.

Facebook-Bereichsleiter sieht keine Hinweise

Diese drastischen Vorwürfe bewogen nun Tom Stocky in einem ausführlichen Facebook-Beitrag dazu, die an seine Abteilung gerichteten Anschuldigungen zurückzuweisen. In dem Statement verweist dieser auf die strengen Richtlinien bei Facebook, welche eine Unterdrückung oder gar Manipulation von politischen Meinungen – auch auf Anweisung – erst gar nicht zulassen würden. Gleiches gelte für die Reihenfolge der angezeigten Nachrichten. Zudem würden manipulative Änderungen einzelner Mitarbeiter nicht unentdeckt bleiben, da diese aufgezeichnet würden und im Falle eines unberechtigten Eingriffes zur Kündigung führen können.

Somit sieht Stocky keine Anzeichen dafür, dass die gegen Facebook erhobenen Anschuldigungen der Wahrheit entsprechen. Eine Möglichkeit des Eingriffes räumte dieser dennoch ein – wenn auch nur indirekt: Zwar soll für die Ermittlung von populären Themen ausschließlich ein entsprechender Algorithmus verantwortlich sein, das Team besäße jedoch die Möglichkeit, Nachrichten auf ihre Popularität hin zu überprüfen und bei Bedarf Falschmeldungen, sich wiederholende Themen oder Beiträge ohne ausreichende Quellenangaben entfernen zu können.

Auch dem Verdacht des manuellen Einfügens von Beiträgen erteilte Stocky eine Absage; den Mitarbeitern sei es lediglich möglich, bestimmte Nachrichten zusammen zu fassen.