Plextor-SSDs : NVMe mit MLC für Spieler und mit TLC für die Massen

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Plextor-SSDs: NVMe mit MLC für Spieler und mit TLC für die Massen

Plextor ist zur Computex mit den im Vorfeld angekündigten NVMe-SSDs für Spieler und Power-User, die nun zeitnah in den Handel kommen sollen, der externen USB-SSD EX1 sowie einem Ausblick auf neue TLC-Lösungen angereist, die Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen sollen.

Drei Varianten mit und ohne Kühlkörper

Nicht zum ersten Mal zu sehen ist Plextors erste NVMe-SSD M8Pe, die zeitnah in den Handel kommen soll. Auf der Computex gibt es nun weitere Details. Das Unternehmen wird die SSD in drei Varianten sowie jeweils in vier Kapazitätsstufen zwischen 128 GByte und 1 TByte anbieten. Dies ist zum einen eine PCIe-Steckkarte mit beleuchtetem Aluminium-Kühlkörper im HHHL-Format (M8PeY). Zum anderen eine M.2-Karte (2280) mit 80 Millimetern Länge, die mit und ohne ebenfalls beleuchteten Aluminium-Kühlkörper auf den Markt kommen soll (M8PeG).

Auf der HHHL-Karte mit PCIe-3.0-x4-Anschluss verbaut Plextor, wie schon bei der M6e Black Edition, zusätzlich einen herkömmlichen SATA-Stromanschluss, der als Backup für Mainboards mit schlechter Stromversorgung gedacht ist. In aller Regel sollte die Stromversorgung über den PCI-Express-Slot aber mehr als ausreichen, sofern die Spezifikationen eingehalten werden.

Bis zu 2.500 MByte/s und 280.000 IOPS

Plextor M8PeY
Plextor M8PeY

Die Leistung der drei Varianten mit und ohne Kühlkörper ist zumindest auf dem Papier identisch. In der Praxis dürfte es aber darauf hinaus laufen, dass die M.2-Variante ohne Kühlkörper bei längerer, hoher Belastung und schlechter Belüftung die Leistung drosselt, zumindest ist dies bei anderen schnellen M.2-SSDs der Fall. Kühlung benötigen in diesem Fall weniger die NAND-Chips als vielmehr der Controller und das DRAM, die vom Kühlkörper der anderen Varianten bedeckt sind.

Die größte Ausführung der SSDs mit 1 TByte Speicherplatz soll eine sequenzielle Leserate von bis zu 2.500 MB/s, eine Schreibrate von bis zu 1.400 MB/s sowie bis zu 280.000 respektive 240.000 IOPS bei wahlfreien Lese- und Schreibzugriffen erreichen. Damit fallen die Leistungsangaben nochmal ein gutes Stück höher aus als noch im Januar.

Obwohl die M8Pe in den nächsten Wochen in den Handel kommen soll, ist nach wie vor offen, wie teuer die NVMe-SSDs werden.

Plextor M8PeY Plextor M8PeG Samsung SSD 950 Pro Intel SSD 750 Series
Controller: Marvell 88SS1093, 8 NAND-Channel Samsung UBX (S4LN058A01), 8 NAND-Channel Intel CH29AE41AB0, 18 NAND-Channel
DRAM-Cache:
512 MB LPDDR3
Variante
1.024 MB LPDDR3
512 MB LPDDR3
Variante
1.024 MB LPDDR3
512 MB LPDDR3
1.024 MB DDR3L-1600
Variante
DDR3L-1600
Variante
2.048 MB DDR3L-1600
Speicherkapazität: 128 / 256 / 512 / 1.024 GB 128 / 256 / 512 / 1.024 GB 256 / 512 GB 400 / 800 / 1.200 GB
Speicherchips: Toshiba 15 nm Toggle DDR 2.0 MLC NAND, ? Samsung ? Toggle DDR 2.0 MLC (3D, 32 Lagen) NAND, 128 Gbit Intel 20 nm ONFi 3.0 MLC NAND, 128 Gbit
Formfaktor: PCIe-Steckkarte (HH/HL) M.2 (80 mm) PCIe-Steckkarte (HH/HL)
Interface: PCIe 3.0 x4
seq. Lesen:
1.600 MB/s
Variante
2.000 MB/s
Variante
2.300 MB/s
Variante
2.500 MB/s
1.600 MB/s
Variante
2.000 MB/s
Variante
2.300 MB/s
Variante
2.500 MB/s
2.200 MB/s
Variante
2.500 MB/s
2.200 MB/s
Variante
2.100 MB/s
Variante
2.400 MB/s
seq. Schreiben:
500 MB/s
Variante
900 MB/s
Variante
1.300 MB/s
Variante
1.400 MB/s
500 MB/s
Variante
900 MB/s
Variante
1.300 MB/s
Variante
1.400 MB/s
900 MB/s
Variante
1.500 MB/s
900 MB/s
Variante
800 MB/s
Variante
1.200 MB/s
4K Random Read:
120.000 IOPS
Variante
210.000 IOPS
Variante
260.000 IOPS
Variante
280.000 IOPS
120.000 IOPS
Variante
210.000 IOPS
Variante
260.000 IOPS
Variante
280.000 IOPS
270.000 IOPS
Variante
300.000 IOPS
430.000 IOPS
Variante
420.000 IOPS
Variante
440.000 IOPS
4K Random Write:
130.000 IOPS
Variante
230.000 IOPS
Variante
250.000 IOPS
Variante
240.000 IOPS
130.000 IOPS
Variante
230.000 IOPS
Variante
250.000 IOPS
Variante
240.000 IOPS
85.000 IOPS
Variante
110.000 IOPS
230.000 IOPS
Variante
210.000 IOPS
Variante
290.000 IOPS
Leistungsaufnahme Aktivität (typ.): ?
5,100 W
Variante
5,700 W
k. A.
Leistungsaufnahme Aktivität (max.): ?
6,40 W
Variante
7,00 W
12,00 W
Variante
15,00 W
Variante
22,00 W
Leistungsaufnahme Leerlauf: ? 70,0 mW 4.000,0 mW
Leistungsaufnahme DevSleep: kein DevSleep
Leistungsaufnahme L1.2: ? 2,5 mW kein L1.2
Funktionen: NVMe, NCQ, TRIM, SMART, Garbage Collection NVMe, NCQ, TRIM, SMART, Garbage Collection, Power-Loss Protection
Verschlüsselung: keine AES 256 keine
Total Bytes Written (TBW): ?
192,00 Terabyte
Variante
384,00 Terabyte
Variante
768,00 Terabyte
200,00 Terabyte
Variante
400,00 Terabyte
127,00 Terabyte
Garantie: 5 Jahre
Preis: 109 € / 159 € / 264 € / 435 € 73 € / 123 € / 228 € / 399 € ab 190 € / ab 346 € 389 $ / – / 1.029 $
Preis je GB: € 0,85 / € 0,62 / € 0,52 / € 0,42 € 0,57 / € 0,48 / € 0,45 / € 0,39 € 0,74 / € 0,67 $ 0,81 / € 0,67

M.2-SSD und TLC für den Mainstream

Für den Mainstream-Markt zeigt Plextor verschiedene Produkte mit TLC-NAND. Dies ist einerseits die M.2-SSD M8Se mit PCIe-3.0-x4-Interface, NVMe-Schnittstelle und angeblich haltbarerem „Premium“-TLC-NAND von Toshiba. Andererseits gibt das Unternehmen einen Ausblick auf die nächste Generation der günstigeren TLC-SSDs im 2,5-Zoll- und M.2-Format, die aber erst gegen Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres erscheinen sollen.

Bis zu 2.300 MB/s und 250.000 IOPS mit TLC-NAND

Bei der M8Se setzt Plextor den gleichen Marvell-Controller wie bei der teureren M8Pe (88SS1093) ein, ersetzt aber das kostspieligere MLC-NAND durch TLC-NAND von Toshiba (TH58TFT1UHLBAEG), das drei Bit pro Zelle speichert. In der Spitze soll das 1-TByte-Modell dennoch eine Leseleistung von bis zu 2.300 MB/s respektive 250.000 IOPS erreichen. Beim Schreiben ist der Abstand zur M8Pe dann aber doch etwas größer, hier soll die M8Se maximal 800 MB/s beziehungsweise 170.000 IOPS schaffen. Denkbar ist dabei der Einsatz eines SLC-Cache zur Beschleunigung der potentiell langsamen TLC-Speicherzellen.

Günstige Modelle mit SM2258-Controller und SATA-Schnittstelle

Bei den preisgünstigen Modellen arbeitet Plextor an 2,5-Zoll- und M.2-SSDs mit SATA-Schnittstelle, TLC-NAND und SM2258-Controller von Silicon Motion, den unter anderem auch Intel für die neuen SSDs mit TLC-NAND verwendet. Die Leistungsangaben erreichen mit maximal 540 MB/s und 96.000 IOPS die für SATA-SSDs typischen Bereiche. Da die noch namenlosen SSDs erst Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres erscheinen, kann es hier aber noch zu kleineren Veränderungen kommen.

Ohnehin hat der Hersteller mit der Plextor M7V erst im April eine neue 2,5-Zoll-SSD mit TLC-NAND von Toshiba auf den Markt gebracht. Als Controller wird bei diesem Modell allerdings der Marvell 88SS1074 verbaut.

Plextor M8Se
Controller: Marvell 88SS1093, 8 NAND-Channel
DRAM-Cache:
256 MB LPDDR3
Variante
512 MB LPDDR3
Variante
768 MB LPDDR3
Variante
1.280 MB LPDDR3
Speicherkapazität: 128 / 256 / 512 / 1.024 GB
Speicherchips: Toshiba 15 nm Toggle DDR 2.0 TLC NAND, ?
Formfaktor: M.2 (80 mm)
Interface: PCIe 3.0 x4
seq. Lesen:
1.300 MB/s
Variante
1.900 MB/s
Variante
2.300 MB/s
seq. Schreiben:
500 MB/s
Variante
800 MB/s
4K Random Read:
100.000 IOPS
Variante
200.000 IOPS
Variante
250.000 IOPS
4K Random Write:
56.000 IOPS
Variante
84.000 IOPS
Variante
130.000 IOPS
Variante
170.000 IOPS
Leistungsaufnahme Aktivität (typ.): ?
Leistungsaufnahme Aktivität (max.): ?
Leistungsaufnahme Leerlauf: ?
Leistungsaufnahme DevSleep: kein DevSleep
Leistungsaufnahme L1.2: ?
Funktionen: NVMe, NCQ, TRIM, SMART, Garbage Collection
Verschlüsselung:
Total Bytes Written (TBW): ?
Garantie: ?
Preis:
Preis je GB:

Plextor EX1 für unterwegs

Zusätzlich zum angestammten Terrain wagt sich Plextor zur Computex auch in den Bereich der mobilen Datenträger vor. Die Plextor EX1 mit VIA-VL716-Bridge-Controller, auf die der Hersteller fünf Jahre Garantie gewährt, ist eine externe SSD mit Metallgehäuse in Silber oder Gold, USB-3.1-Anschluss (Gen 2) und Typ-C-Stecker, die in Kapazitäten von 128, 256 und 512 GByte auf den Markt kommen soll. Wann und zu welchem Preis dies sein wird, ist noch nicht bekannt.

Im CrystalDiskMark kommt ein auf der Computex ausgestellter Prototyp auf Transferraten von bis zu 549 MB/s beim Lesen und bis zu 460 MB/s beim Schreiben. Plextors Datenblatt gibt für alle drei Kapazitäts-Varianten bis zu 550 MB/s beim Lesen und bis zu 500 MB/s beim Schreiben an. Damit könnte sie zu einem potenten Konkurrenten für die Samsung Portable SSD T3 werden, die es allerdings mit Speicherkapazitäten von bis zu 2 TByte gibt. Noch schneller als die Plextor EX1 ist aber die SanDisk Extreme 900, die mit bis zu 850 MB/s die Schnittstelle besser auslastet und in der Spitze 1,92 TByte bietet.

Technische Daten Plextor EX1
Technische Daten Plextor EX1