2/2 Total War: Warhammer im Test : Gegen Vampire und Orks in die Schlacht

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Zu schlanke Verwaltung

Unsere einzige inhaltliche Kritik richtet sich an die Verwaltung der Städte und Provinzen. Ein großer Vorwurf an frühere Total-War-Titel war, dass sie für Einsteiger zu komplex ausfielen. Darauf haben die Entwickler mit einer merklichen Verschlankung der Verwaltung reagiert.

So lässt sich beispielsweise die Höhe der Steuer nicht mehr stufenweisen regulieren. Stattdessen legen wir einfach fest, ob die Bewohner einer Stadt zahlen müssen oder nicht. Auch das Thema Nahrung ist geschrumpft: Kornfelder etwa produzieren jetzt direkt die Währung „Wachstum“. Die eigentlich wichtigen Ressourcen fließen allenfalls kaum merklich in die Handelsbilanz, sodass wir kaum darauf achten, was in unserem Reich eigentlich zur Verfügung steht.

Durch diese und andere Maßnahmen ist Total War: Warhammer zwar zugänglicher, auf der Ebene der Rundenstrategie phasenweise aber auch zu einfach. Gerade wer die Vorgänger kennt, wird die weggefallenen Stellschrauben häufiger vermissen. Schade!

Ein Makel bei der Technik

In Sachen Grafik wirkt Total War: Warhammer durchaus überarbeitet. Vor allem die Kampagnenkarte glänzt mit neuen Effekten und einer aufgeräumteren Oberfläche. Zu neuen Ufern brechen die Entwickler an dieser Stelle insgesamt aber nicht auf. Insbesondere auf dem Schlachtfeld wirken viele Animationen wie aus den Vorgängern bekannt. Sehen lassen kann sich das Gebotene aber trotzdem.

Die für das Genre schicke Grafik lässt sich der Titel aber auch einiges kosten. Die Systemanforderungen sind, ebenfalls für Genreverhältnisse, denkbar hoch. Auf unserem Testsystem lief Total War: Warhammer auf „Ultra“-Details in einer Auflösung von 1.920 × 1.080 bei aktiviertem VSync flüssig. Eine aktuelle Konfiguration sollte man aber tatsächlich haben, um das Maximum aus dem Titel herauszuholen.

Ist bei der Umsetzung im Großen und Ganzen also alles bestens? Nicht ganz, denn eine Kritik haben wir dann doch: die KI. Zwar gehört diese auf dem Schlachtfeld bei Total War schon immer zur kompetenteren Riege. Eine echte Verbesserung ist bei Warhammer allerdings leider auch nicht zu erkennen.

Total War: Warhammer
Total War: Warhammer

So kommt es, dass Computer-Generale nach wie vor viel zu behäbig auf flankierende Angreifer reagieren. Nur selten verlegen sie etwa Speerkämpfer auf die Seiten, selbst wenn wir schon zu Schlachtbeginn unsere Kavallerie auf die große Umgehungsreise schicken. Und selbst wenn dann schließlich unsere Streiter heranpreschen, verändert sich die Schlachtordnung der KI kaum. So ist es oft ein Leichtes, gefährdete Fernkämpfer frühzeitig auszuschalten. Dadurch werden selbst eher aussichtslose Kräfteverhältnisse nicht selten zu einem Sieg für den Spieler.

Fazit

Unsere Skepsis gegenüber dem Zusammengehen von Total War und Warhammer ist trotz zweier Kritikpunkte verflogen. Die beiden Ansätze passen gut zusammen und profitieren merklich von einander. Creative Assembley gelingt es auf diesem Weg, seiner Strategiereihe frisches Leben einzuhauchen, ohne sie für Veteranen zu verhunzen.

Möglich wird dies durch die sinnvolle Integration der Warhammer-Inhalte in das Total-War-Spielprinzip. Grünhäute, Vampire und Zwerge sehen nicht nur anders aus, sie machen sowohl in den Schlachten als auch auf der Kampagnenkarte auch spielerisch tatsächlich einen großen Unterschied.

Inhaltlich ist dabei, Kritikpunkt Nummer eins, nur eine Sache schief gegangen: Die Verwaltung und Entwicklung der Städte ist deutlich simpler geworden. Das hilft zwar beim Einstieg, sorgt aber auch dafür, dass wichtige Aspekte im Gameplay verloren gehen.

Wer mit dieser Eigenschaft und der leider nicht merklich verbesserten Schlachten-KI (Kritikpunkt zwei) leben kann, wird mit Total War: Warhammer aber durchaus glücklich werden. Insgesamt ist die Fantasy-Portierung der altehrwürdigen Reihe gut gelungen, auch wenn wir sagen müssen: Die realistische Variante ist uns persönlich trotzdem lieber.

Total War: Warhammer im CB-Test

Kopier- & Jugendschutz

Total War: Warhammer funktioniert über Steam, sodass der Key über die Valve-Plattform aktiviert werden muss. Dazu ist einmalig eine Internetverbindung nötig; ein Wiederverkauf ist durch die Bindung an das Konto nicht möglich.

Die USK hat den Titel ab 12 Jahren freigegeben.

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