Valve : Übersetzer klagt wegen Diskriminierung

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Valve: Übersetzer klagt wegen Diskriminierung
Bild: Orangeaurochs

Erneut erhebt ein Übersetzer Anschuldigungen gegen Valve. Dieses Mal handelt es sich jedoch um einen bezahlten Mitarbeiter, der mit der Übersetzung von Texten in spanischer Sprache beschäftigt war und dem Unternehmen unter anderem Diskriminierung vorwirft.

Als freier Mitarbeiter eingestuft

Die Klageschrift nennt insgesamt drei Punkte, wegen denen vor Gericht verhandelt werden soll. Nach einem Umzug zur Durchführung einer Geschlechtsumwandlung und der Umstellung auf teilweise gesundheitlich bedingte Heimarbeit wurde der zuvor fest angestellte Übersetzer von Valve nur noch als freier Mitarbeiter klassifiziert. Damit seien unter anderem die Bezahlung von Überstunden und die betriebliche Krankenversicherung entfallen.

Die Tätigkeit, die Einbindung des Mitarbeiters und Führung durch das Unternehmen hätten sich jedoch nicht verändert, heißt es in der Klage, ein Umstand, der auch für US-Amerikanisches Recht wichtig ist. Dort gilt, wie der Game Informer anmerkt, eine Tätigkeit nur dann als selbstständig, wenn eine Anzahl an Bedingungen erfüllt werden, um die für Unternehmen steuerlich günstigere Scheinselbstständigkeit zu unterbinden.

Diskriminierung und Kündigung nach Beschwerde

Kurz nachdem sich der Mitarbeiter schließlich über die Behandlung unbezahlter Community-Übersetzer in der Personalabteilung beschwert hat, heißt es in der Klage, sei das Arbeitsverhältnis nach vier Jahren aufgelöst worden. Der angegebene Grund, eine Verlagerung der Stelle zurück in die Büroräume des Unternehmens, wird als vorgeschoben bezeichnet, weil sich die klagende, nicht namentlich genannte Person sowohl zum erneuten Umzug als auch zur Rückkehr zu einer solchen Tätigkeit bereit erklärt habe.

An diesem Punkt schließt die Klage an Vorwürfe an, die Community-Übersetzer bereits im Februar erhoben hatten und die in der Klage aufgegriffen wurden. Im Kern ging es hierbei um die Ausbeutung freiwilliger, laut Klage auch minderjähriger Helfer durch das Versprechen von bezahlten Positionen und Kompensation für besonders fleißige Übersetzer, die jedoch nie eingelöst wurden. Damit erhalten die zuvor von den Community-Übersetzern erhobenen Vorwürfe neues Gewicht.

Vorwürfe treffen den gleichen Verantwortlichen bei Valve

Dabei fällt erneut der Name des für die Übersetzer verantwortlichen Valve-Mitarbeiters als zentrale Figur dieses Systems, der schon im Februar für die ihm vorgeworfenen Praktiken in der Kritik stand. In der Klage wird zudem eine vergiftete Arbeitsatmosphäre, die schlechte Behandlung von Valve-Personal sowie Diskriminierung angelastet: Der klagende Übersetzer soll von dem Mitarbeiter, der als direkter Vorgesetzter fungiert hat, nach seiner Geschlechtsumwandlung nur noch abwertend mit dem Personalpronomen „es“ bezeichnet worden sein.

Valve selbst nennt die Klage gegenstandslos und weist die Anschuldigungen vollständig zurück.

Die Redaktion dankt ComputerBase-Leser „addicT*“ für den Hinweis zu dieser Meldung!