3/4 Dell Latitude 7370 im Test : Hochkarätiges Notebook mit tief taktender CPU

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Gutes Display mit nervigem Eigenleben

Das Testmuster verfügt über das matte Full-HD-Display ohne Touch-Funktion. Der an drei von vier Kanten mit einem extrem dünnen Rahmen versehene Bildschirm überzeugt mit einer hohen maximalen Helligkeit und stabilen Blickwinkeln. Die minimale Helligkeit von knapp über 20 cd/m² ist hingegen vergleichsweise hoch und strengt die Augen beim konzentrierten Arbeiten in dunkler Umgebung stärker an.

Homogene Ausleuchtung

Die LED-Hintergrundbeleuchtung leuchtet das Display homogen aus, bei zwei von der Redaktion in Augenschein genommenen Testmustern lag die Differenz zwischen hellster und dunkelster Stelle bei maximal 15 Prozent. Wie in der Vergangenheit auch schon bei anderen Geräten beobachtet, fällt die maximale Helligkeit je nach Modell unterschiedlich aus: Beim ersten Muster waren es 418 cd/m², beim zweiten 460 cd/m².

Die adaptive Helligkeit nervt

Der Kontrast des Displays lässt sich mit dem etwas träge reagierenden Equipment in der Redaktion hingegen nicht ermitteln. Der Grund: Das Display passt die Helligkeit dem Bildschirminhalt an. Umso geringer der Anteil weißer Flächen, desto geringer die Helligkeit des Displays. Dieses Verhalten ist nicht zu vergleichen mit der Anpassung der Helligkeit an die Lichtverhältnisse in der Umgebung des Notebooks. Potentiell erhöht Dells „Dynamic Brightness Control“ den Kontrast, kann aber auch für Probleme sorgen. So ist beim Wechsel von einer hellen zu einer dunklen Webseite im Browser mit dem bloßen Auge wahrnehmbar, dass der Browser um die Seite herum die Farbe wechselt: Aus dem hellen Grau der Statusleisten und Menüs bei der Darstellung einer hellen Webseite wird ein dunkleres Grau beim Wechsel auf eine dunkle Webseite.

Bereits ein winziger Anteil Schwarz auf dem ansonsten weißen Bildschirm genügt, um die maximale Helligkeit des weißen Bereiches von 460 auf 370 cd/m² fallen zu lassen. Sind nur noch rund 25 Prozent der Fläche weiß und der Rest schwarz, fällt dieser Wert im weißen Bereich auf 175 cd/m² ab.

Anteil Weiß Maximale Helligkeit
100 Prozent 460 cd/m²
99 Prozent 370 cd/m²
75 Prozent 340 cd/m²
50 Prozent 240 cd/m²
25 Prozent 175 cd/m²

Im Gegensatz zum XPS 13, für das es nach großen Protesten von Anwendern ein Update zum Deaktivieren der Funktion gibt, hat Dell dem Latitude 7370 diese Wahlfreiheit noch nicht nachgereicht. Die „Dynamic Brightness Control“ ist somit immer an und lässt sich auch in den Tiefen der Systemeinstellungen oder im BIOS nicht deaktivieren.

Durchwachsene Akkulaufzeit

Weil das Display des Latitude 7370 die Helligkeit des Bildschirms an den Bildschirminhalt anpasst, sind die nachfolgenden Ergebnisse zur Akkulaufzeit nicht zu anderen Modellen vergleichbar. Denn während die Konkurrenz die Tests mit konstant eingestellten 200 cd/m² bei weißer Bildschirmmitte absolviert hat, war das beim Notebook von Dell nicht der Fall.

Akzeptable Laufzeiten trotz kleinem Akku

Dass Dells adaptive Anpassung der Helligkeit starke Auswirkungen auf die Akkulaufzeit haben kann, zeigt insbesondere das sehr unterschiedliche Abschneiden in beiden Testszenarien: Im PCMark 8 mit dunklem Windows-10-Hintergrund schlägt sich das Latitude 7370 mit über fünf Stunden trotz des kleinen 34-Wh-Akkus sehr gut, bei der Wiedergabe eines 720p-Videos über YouTube (gestreamt über 5-GHz-WLAN) ist die Akkulaufzeit mit knapp über sieben Stunden hingegen nur unteres Mittelmaß. Hier macht sich der relativ kleine Akku bemerkbar. Optional gibt es das Notebook mit einem 43 Wh großen Akku, beim Modell mit QHD+-Display ist dieser Standard.

Das mitgelieferte 45-Watt-Netzteil lädt den 34-Wh-Akku schnell auf: In einer Stunde und zwanzig Minuten sind 80 Prozent des Akkus voll.

Hochwertige Eingabegeräte

Tastatur und Touchpad sind überdurchschnittlich gut ausgeprägt, ohne Probleme lassen sich auch längere Texte sicher verfassen und zielgerichtet Objekte über das Touchpad markieren. Gegenüber dem Touchpad des XPS 13 hat Dell dem geschäftlichen Ableger zwei Tasten spendiert. Das freut den einen, den anderen, der per Touchpad klickt, ärgert der verschenkte Platz. Die Tastatur verfügt über eine LED-Hintergrundbeleuchtung in weiß, die die Modi an und aus kennt. Einen Trackpoint, wie er im geschäftlichen Umfeld auch von Dell bei vielen Geräten zu finden ist, bietet das Latitude 7370 nicht.

Immer wieder für Verwirrung sorgt, dass Dells Funktionstasten (blau) standardmäßig auf den F-Tasten aktiviert sind, obwohl die ebenfalls blaue Beschriftung der Fn-Taste es anders suggeriert.

Windows Hello mit dem Finger

Anders als das XPS 13 unterstützt das Latitude 7370 Windows Hello. Dabei erkennt keine Kamera sondern ein Fingerabdruckscanner in der Handballenauflage den Benutzer. Im Gegensatz zu den von Notebooks seit Jahren bekannten Versionen zum darüber hinweg streichen erkennt der Scanner im Modell von Dell den Finger beim Auflegen. An das Erlebnis, das Anwender heutezutage von Smartphones gewohnt sind, reicht diese Umsetzung aber nicht heran: Es dauert gut und gerne zwei bis drei Sekunden, bis der Desktop freigegeben wird. Auch Microsofts Kamera-Umsetzung oder der Fingerabdruckscanner im Type Cover mit Fingerprint ID sind schneller.

Der Fingerabdruckscanner arbeitet langsam
Der Fingerabdruckscanner arbeitet langsam

Schon die Einrichtung ist hakelig, weil Windows 10 auf zwei verschiedenen Testgeräten beim Aufruf der Anmeldeoptionen in den Einstellungen die Einstellung entweder schließt oder nur mit einer Sekunden andauernden Verzögerung öffnet. Im Test wurde zudem die Möglichkeit, das Betriebssystem mit dem Finger zu entsperren, bei einem ersten Muster nach der Einrichtung oft nicht angeboten. Ein von Dell bereitgestelltes zweites Muster hatte diese Probleme dann allerdings nicht.

Dell Latitude 7370 – Fingerabdruckscanner

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