4/6 Moto G4 Plus im Test : Mehr Display und mehr Laufzeit + mehr Kamera

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Technik stärker, aber nicht neu

Auch wenn die Hardware nicht haargenau übereinstimmt, erinnert das Moto G4 Plus unter der Haube doch an das Moto X Play. Der Unterschied zwischen Snapdragon 617 mit acht Cortex-A53-Kernen mit bis zu 1,5 GHz (Moto G4 Plus) und dem Snapdragon 615 mit zwei Clustern bestehend aus jeweils vier Cortex-A53-Kernen bis zu 1,7 GHz respektive 1,0 GHz (Moto X Play) ist aus Leistungssicht gering. Beide haben zudem 2 GByte Arbeitsspeicher gemein. Die GPU Adreno 405 taktet in beiden Smartphone mit 550 MHz. Für einen Aufpreis von 55 Euro gibt es das G4 Plus im Moto Maker mit 64 GByte Speicher und 4 GByte RAM und zusätzlich mit eigenem Design – eine Investition, die erwägt werden sollte.

Ein weiteres Modell mit vergleichbarer Ausstattung ist das Honor 5X. Dieses setzt auf einen Snapdragon 616, der wie der 615 auf zwei Cluster setzt, mit bis zu 1,7 GHz und 1,2 GHz aber höher taktet. Dazu kommen ebenfalls 2 GByte RAM. Die Taktrate der Adreno 405 im 5X ist allerdings nur 400 MHz.

Snapdragon 615 (Moto X Play) Snapdragon 616 (Honor 5X) Snapdragon 617 (Moto G4 Plus)
Maximaler Takt
4 × 1,7 GHz, 4 × 1,0 GHz 4 × 1,7 GHz, 4 × 1,2 GHz 8 × 1,5 GHz
GPU-Takt 550 MHz 400 MHz 550 MHz

Gewohnt flüssige Bedienung mit warmer Kamera

Wie von ehemals Motorola gewohnt, navigiert auch das Moto G4 Plus flüssig durch Menüs und Apps. Durch die unverbastelte Oberfläche geht das Modell genügsamer mit der vorhandenen Technik um. Dies spiegelt sich durch die jederzeit hohe Reaktionsfreude und schnelle Bereitschaft des Modells wieder. Große Wartezeiten sind im normalen Alltagseinsatz kaum auszumachen, die Startzeit großer Anwendungen ist aber erwartungsgemäß nicht auf Top-Niveau. Auch für intensive Spiele ist die Leistungsklasse nicht ausgelegt. Bei längerer Nutzung der Kamera fiel zudem eine spürbare Wärmeentwicklung auf.

Leistung auf Vorjahresniveau des Moto X Play

Auch synthetische Messungen liefern keine Überraschungen. Durch die insgesamt acht Cortex-A53-Kerne profitiert das Moto G4 Plus vor allem in Benchmarks, die die Leistung aller Kerne in Erwägung ziehen, wie beispielsweise die Multi-Core-Messungen des Geekbench. Ebenfalls nicht überraschend fällt vor allem die GPU-Leistung der Adreno 405 ab, die nicht mit den Reserven von stärkeren SoCs mithalten kann und somit auch bei Spielen deutlich schneller an ihre Grenzen stößt.

Das Leistungsniveau ist dabei im Groben vergleichbar mit Moto X Play und Honor 5X sowie dem teureren One A9, das ebenfalls auf den Snapdragon 617 setzt. Je nach Messung kann sich das Moto G4 Plus durch die acht gleichen Kerne etwas mehr absetzen, einen großen Vorsprung verschafft sich Lenovos Modell dadurch allerdings nicht – zumal die Ergebnisse in erster Linie theoretischer Natur sind. Für einen auffälligen Unterschied sorgt im direkten Vergleich der niedrigere Takt der GPU des Honor 5X.

Reines Android mit guten Apps

Zwar hat die Moto-G-Reihe über die Zeit manche Änderungen erfahren, davon unberührt bleibt aber auch im vierten Anlauf das unverbastelte Android. Version 6.0.1 von Googles mobilem Betriebssystem wird wie gewohnt nur durch wenige Apps und Funktionen ergänzt, entspricht im Prinzip aber der Standardausführung.

Auch unter Lenovo mit bewährter Software

Diese überzeugt durch eine klare Struktur und eine übersichtliche Anzahl an installierten Anwendungen. Von Lenovo ergänzt sind Moto und die Kamera-App. Moto beinhaltet unter dem Punkt Action verschiedene Kurzbefehle anhand von Bewegungen sowie Infos, eine Darstellung von Uhrzeit und Benachrichtigungen Standby auf dem Bildschirm, ähnlich Nokias/Microsofts Glance Screen.

Unter Action bietet Motorola die Möglichkeit, den Klingelton eines Anrufs nach Anheben des Telefons stummzuschalten, zweifaches Drehen des Smartphones für einen Schnellstart der Kamera aus jeder Situation heraus, „Nicht stören“ zu aktivieren, indem das Telefon auf das Display gelegt wird, sowie zweifaches Hacken für die Taschenlampe. Diese Gesten können je nach Situation mehr oder weniger nützlich sein, gerade der Schnellstart der Kamera unabhängig von der geöffneten App oder aus dem Standby heraus erweist sich als praktisch.

Der Fingerabdrucksensor unterhalb des Bildschirms lässt sich sehr schnell einrichten. Im Anschluss erkennt er Finger zuverlässig und schnell, dabei ist die Erkennung auch ohne eingeschaltetes Display aktiv. Genutzt werden kann der Sensor zum Beispiel als Passwort-Ersatz und zur Verifizierung von App-Käufen.

Fingerabdrucksensor
Fingerabdrucksensor

Keine Oberfläche ist ein großes Argument

Seit der ersten Generation des Moto G überzeugt das unveränderte Android mit den wenigen, aber sinnvollen Ergänzungen durch Motorola und nun Lenovo. Auch nach vier Generationen geht das Konzept auf, gefällt und sorgt für einen großen Pluspunkt für den Hersteller.

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