4/6 Honor 5C & Sony Xperia XA im Test : 100 Euro günstiger und trotzdem besser

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Leistung auf einem Niveau

Für Vortrieb sorgen in beiden Smartphones SoCs mit jeweils acht Cortex-A53-Kernen von ARM. Das Xperia XA setzt auf den MediaTek Helio P10, dessen acht Kerne alle in einem Cluster organisiert sind und bis zu 2,0 GHz hoch takten können. Das Honor 5C setzt auf einen Kirin 650 von HiSilicon, dessen Kerne sich in zwei Cluster mit jeweils vier Kernen aufteilen. Das stärkere Cluster taktet wie beim Helio P10 des XA mit bis zu 2,0 GHz, das schwächere Cluster mit maximal 1,7 GHz.

Honor 5C bereits mit 16-nm-Chip

Während das SoC von MediaTek noch in 28 nm gefertigt, setzt der Kirin 650 auf die modernere 16-nm-Fertigung. Weitere Unterschiede finden sich bei der GPU: Das XA setzt auf die Mali-T860 MP2 mit bis zu 700 MHz, im Honor steckt eine Mali-T830 MP2 mit bis zu 600 MHz. Beide Smartphones sind mit 2 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet.

Beide Smartphones navigieren zügig durch das Android-Betriebssystem, Apps und Webseiten öffnen ausreichend schnell, Rekorde stellen die Mittelklasse-Modelle aber erwartungsgemäß nicht auf. Der Wechsel zwischen bereits geöffneten Anwendungen gelingt ebenfalls zügig. Anders als noch das mit Android 5.1 ausgelieferte 5X, fühlt sich das 5C mit Android 6.0 nicht mehr so stark von der Benutzeroberfläche beansprucht, so dass diese die Alltagsleistung nicht mindert.

In synthetischen Messungen ordnen sich beide Smartphones erwartungsgemäß im Mittelfeld ein. Bei der Grafikleistung halten sich die Ergebnisse die Waage, ein klarer Sieger kann weder im CPU- noch im GPU-Bereich festgehalten werden. Für anspruchsvolle Spiele in hoher Auflösung reicht die Leistung nicht aus.

Schlankes Android gegen EMUI

Wie von Sony gewohnt, ist die Oberfläche der Japaner schlank und ändert Android nur geringfügig kosmetisch sowie mit eigenen Apps. Die grundlegende Struktur des Google Now Launchers lässt sich etwa an den Einstellungen oder der Benachrichtigungsleiste klar erkennen. Die Oberfläche wirkt schlüssig und konsequent. Mit der Xperia-X-Reihe bietet Sony einen überarbeiteten App-Drawer, der noch minimalistischer ist als zuvor und der über eine Seite für die Suche verfügt. Diese kann wie unter iOS mit einem Wisch nach unten geöffnet werden. Anstelle der eigenen Xperia-Tastatur setzt Sony auf das mittlerweile zu Microsoft gehörende SwiftKey.

Leichtfüßige Oberfläche, nicht deinstallierbare Apps

Neben den Apps von Google liefert Sony auch eigene sowie Apps von Drittanbietern mit. Darunter fallen unter anderem Sky Go, Kobo und AVG. Diese können aber nur deaktiviert, nicht aber deinstalliert werden. Dies ist auch vor dem Hintergrund des geringen internen Speichers kritisch, denn von den 16 GByte Speicher stehen nur rund 8 GByte für den Nutzer zur Verfügung. Darüber hinaus werden manche Apps über den Play Store und andere separat über die Einstellungen des Smartphones aktualisiert, was den Wartungsaufwand für Apps erhöht, die nicht deinstallierbar sind. Über einen Fingerabdrucksensor verfügt das Smartphone im Vergleich zur Z5-Reihe sowie den teureren Modellen Xperia X und X Performance nicht. Mittlerweile bieten die meisten Smartphones der Preisklasse von rund 300 Euro hingegen eine solche Ausstattung.

EMUI greift tief ein, lässt aber Apps deinstallieren

Gänzlich anders als Sony geht Honor das Thema Benutzeroberfläche an. Das EMUI, das von Huawei bekannt ist, verändert Android tiefgreifend. Wie von vielen asiatischen Benutzeroberflächen bekannt, fällt bei EMUI der App-Drawer weg. Alle Apps werden auf den Homescreens abgelegt oder durch Ordnern organisiert. EMUI fällt durch die bunte Gestaltung auf, die wie bei Sony durch Themes angepasst werden kann. Auch eine Suche mit einer Wischgeste nach unten ist vorhanden. Für die Texteingabe setzt auch Honor auf das Wischen der Wörter, als Tastatur kommt Swype zum Einsatz. Benachrichtigungen werden auf einer vertikalen Zeitleiste, Schnelleinstellungen auf einer separaten Seite untergebracht.

Wie beim Xperia XA misst der interne Speicher 16 GByte, frei ist davon aber ebenfalls nur rund die Hälfte. Neben der Benutzeroberfläche kosten auch hier mitgelieferte Apps Speicherplatz. Dazu zählen unter anderem News Republic, Opera sowie Gameloft-Spiele. Anders als bei Sony lassen sich solche Apps allerdings auch deinstallieren, um Speicherplatz freizuräumen. Im Gegensatz zum wenig teureren 5X verzichtet Honor beim 5C auf einen Fingerabdrucksensor. In der Preisklasse von 200 Euro ist dieser aber in der Regel selten anzufinden.

Die Unterschiede könnten kaum klarer sein

Die Philosophien hinter den verschiedenen Benutzeroberflächen zeigen große Unterschiede auf, die jeder Nutzer gänzlich anders beurteilt. Sony ist deutlich näher am Stock-Android und überzeugt durch seine Leichtfüßigkeit und klare Struktur. Das EMUI greift deutlich tiefer ein, ist aber ebenfalls einfach in der Handhabung. Beide Oberflächen und die mitgelieferten Apps kosten Speicherplatz. In dieser Hinsicht zieht EMUI an Sony vorbei, da sich unerwünschte Anwendungen deinstallieren, statt nur deaktivieren lassen.

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