4/5 QNAP TBS-453A im Test : Leises Quad-Core-NASbook mit vier M.2‑SSDs im RAID

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Lautstärke & Leistungsaufnahme

Festplattengeräusche sind dem TBS-453A aufgrund der vier M.2-SSDs ein Fremdwort. Lediglich ein kleiner 40-mm-Notebook-Lüfter im Inneren des NASbook sorgt mit rund 1.500 U/min für ein surrendes Geräusch, das in nahem Abstand zum TBS-453A durchaus wahrnehmbar ist. Dieses Geräusch hält sich jedoch in jedem Betriebsmodus in Grenzen und resultiert dank des Verzichts auf mechanische Festplatten in der leisesten Lautstärkemessung im Testfeld, so dass das TBS-453A mit nur 29 Dezibel wohnzimmertauglich ist.

Im Standby-Betrieb der SSDs liegt die Leistungsaufnahme des TBS-453A mit rund 10 Watt in etwa auf dem Niveau der TS-253A. Bemerkbar machen sich die M.2-SSDs dann jedoch im Leerlauf und beim Schreiben. Mit ebenfalls 10,1 Watt und nur 15,5 Watt liegt die TBS-453A in dieser Disziplin erwartungsgemäß deutlich vor anderen NAS mit vier HDDs. Sogar viele 2-Bay-NAS werden problemlos in die Schranken gewiesen und unterboten.

Preis-Geschwindigkeits-Verhältnis

Wer nur auf die Übertragungsgeschwindigkeit des NAS-Systems und nicht auf die Software und zusätzliche Funktionen oder Anschlüsse Wert legt, für den bietet nachfolgendes Preis-Geschwindigkeits-Diagramm, in das die Übertragungstests gemittelt einfließen, eine gute Orientierung. Die Leistung bei Nutzung von Link Aggregation und Verschlüsselung wird nicht in das Diagramm einbezogen, da nicht alle Systeme diese Funktionen beherrschen. Auch die externen Schnittstellen und der Funktionsumfang der Software haben keinen Einfluss auf das Abschneiden im Preis-Geschwindigkeits-Diagramm. Wer das NAS nicht als reine Netzwerkfestplatte nutzt, sollte seine Entscheidung deshalb nicht allein auf Basis dieses Diagramms treffen.

Im Preis-Geschwindigkeits-Diagramm schneidet das TBS-453A schlechter ab als andere aktuelle 2- und 4-Bay-NAS. Erst in Relation zur TS-453A, die nicht im Diagramm vertreten ist, relativiert sich der Preis von derzeit 438 Euro des TBS-453A, da die TS-453A derzeit rund 490 Euro kostet. Durch die Ausreißer im Intel NAS Performance Toolkit verliert das TBS-453A im Rating zu stark auf die Konkurrenten, um beim Preis-Geschwindigkeits-Verhältnis konkurrenzfähig zu sein.

Der Anschaffungspreis inklusive SSDs liegt bei über 800 Euro

Darüber hinaus muss der Kunde bedenken, dass die M.2-SSDs für das TBS-453A deutlich teurer sind, als herkömmliche HDDs in anderen NAS. Die im Test verwendeten Samsung SSD 850 Evo mit 250 GByte kosten pro Stück derzeit rund 92 Euro. Bei vier SSDs im RAID5 ergibt dies eine Speicherkapazität von rechnerisch 750 GByte für 368 Euro. Vier herkömmliche HDDs mit jeweils 250 GByte sind hingegen schon für insgesamt rund 80 Euro erhältlich, so dass die SSDs für das NASbook in dieser Konfiguration mehr als das Viereinhalbfache herkömmlicher HDDs kosten.

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