5/6 Xperia X Performance im Test : Das Beste von Sony kommt zum Schluss

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Kamera

Die Hauptkamera des Xperia X Performance nimmt Fotos mit einer Auflösung von 23 Megapixel im Bildformat 4:3 auf. Damit weist der zugrundeliegende 1/2.3"-Bildsensor eine verhältnismäßig kleine Pixelgröße von gerade einmal 1,12 µ pro Pixel auf. Videos zeichnet das Xperia X Performance maximal in 1.080p mit 60 Bildern die Sekunde auf, UHD gibt es auch hier nicht mehr. Für genügend Lichtstärke sorgt eine f/2.0-Linse, die mit einer zum Kleinbild äquivalenten Brennweite von 24 mm, wie für die meisten Smartphones üblich, weitwinklige Aufnahmen anfertigt.

Für Selfies oder Videotelefonie stehen der Frontkamera 13 Megapixel bei derselben Lichtstärke, jedoch dieses Mal bei 22 mm Brennweite zur Verfügung. Der verwendete Sensor fällt mit 1/3" nochmals etwas kleiner aus als jener der rückwärtigen Kamera.

Die maximale Auflösung von Videos ist Full HD bei 60 Bildern pro Sekunde. Die Topmodelle anderer Hersteller – und auch Modelle der alten Z-Reihe – nehmen bewegte Bilder aber in UHD auf. Dafür bietet Sony mit SteadyShot eine Funktion, die Videos merklich stabilisiert, wie der Test des Xperia X gezeigt hat. Die Stabilisierung funktioniert aber nur bei Videos in Full HD mit 30 Bildern pro Sekunde.

Sony Xperia X Performance
Sony Xperia X Performance

Der Autofokus denkt mit

Sony wirbt mit einem „prädiktiven Autofokus“, der die Bewegung von Objekten erkennen und daraufhin automatisch für die wahrscheinlich nächste Position scharfstellt. Eine Technik, die in DSLRs und Systemkameras schon seit Jahren zum Einsatz kommt und dort in der Praxis gut funktioniert. Der Autofokus arbeitet im Alltag sehr schnell. Das zu fokussierende Objekt wird mit dem Finger ausgewählt und anschließend begleitet. Ob die Aufnahmen allerdings scharf werden, hängt von den Lichtverhältnissen und der Geschwindigkeit des Objekts ab.

Mit ihren lebendigen Farben konnten Kameras von Sony-Smartphones schon immer punkten. So verwundert es kaum, dass auch dem Xperia X Performance am Tag eine ansehnliche Farbsättigung und eine gute Farbbalance mit immer passendem Weißabgleich gelingen. Die Schärfe der Aufnahmen erstreckt sich bis zum Bildrand gleichmäßig und ist mit einem „Gut“ zu bewerten.

Sony gelingt es, auch Situationen mit höherem Dynamikumfang zu meistern, was anhand der Aufnahme 5 in der Bilderstrecke zu erkennen ist. Wenn jedoch in Richtung der Sonne fotografiert wird, belichtet das Smartphone den Himmel oft über, was zum Teilverlust der Zeichnung von diesem führt (Bild 6 und 7). Außerdem treten in solchen Situationen gerne leichte Streulichteffekte wie eine Kontrastminderung oder Linsenflecken auf.

Eine extrem hohe Auflösung ist nach wie vor irrsinnig

Dass Sonys Megapixel-Wahnsinn neben der hohen Auflösung, die ohnehin nicht voll ausgereizt wird, auch diverse Nachteile mit sich bringt, zeigt die 100-Prozent-Ansicht jedes einzelnen Fotos. Durch die kleine Pixelgröße von gerade einmal 1,12 µ pro Pixel weisen die Aufnahmen selbst bei den niedrigsten Empfindlichkeiten und nach der Optimierung durch den internen Bildbearbeitungsalgorithmus ein sichtbares Rauschen auf. Besonders letzterer hat, wie der ausführlichere Test zum Huawei P9 gezeigt hat, einen sehr großen Einfluss auf die Bildqualität, kann aber auch keine Wunder bewirken.

Sony Xperia X Performance – Kamera

In Innenräumen und bei Kunstlicht gelingt es dem Xperia X Performance sehr gut, einen korrekten Weißabgleich zu ermitteln. Auch das Detail-Rausch-Verhältnis ist bei Empfindlichkeiten bis zu ISO 800 noch immer sehr ansehnlich. Höhere ISO-Werte als ISO 1.600 verweigert das Smartphone jedoch, weshalb einige Nachtaufnahmen trotz lichtstarker Optik und einer Belichtungszeit von 1/16 Sekunde zu knapp belichtet sind (Bild 25 in der Bilderstrecke).

Insgesamt ist es Sony mit dem Xperia X Performance gelungen, den eigenen Sensor wieder ein Stück weit zu optimieren und eine unterm Strich gute Leistung abzuliefern. Ein altbekanntes Problem bleibt jedoch weiterhin bestehen: Durch die hohe Auflösung und die kleine Pixelgröße ist es selbst bei niedrigen Empfindlichkeiten nicht möglich, rauschfreie Bilder aufzunehmen. Das macht sich besonders am Himmel oder an feineren Strukturen durch krisselige Flächen bemerkbar, ist im Alltag jedoch nicht sonderlich störend, solange die 100-Prozent-Ansicht vermieden wird.

Noch kein USB Typ C

Bei der Anschlussausstattung zeigt sich das X Performance üppig bestückt und verfügt über WLAN nach den Standards a/b/g/n/ac, LTE mit bis zu 600 Mbit/s im Down- und 150 Mbit/s im Upstream, Bluetooth 4.2 LE sowie NFC. Für Ortungsdienste stehen A-GPS, GLONASS, BeiDou und Galileo zur Verfügung. Daten überträgt Sonys Flaggschiff auch Mitte 2016 über Micro-USB 2.0, USB Typ C schafft es auch dieses Jahr nicht in Sonys bestes Smartphone. Der 32 GByte große interne Speicher setzt noch auf eMMC, Xiaomi, LG und Samsung bieten bei den High-End-Smartphones den schnelleren UFS-2.0-Standard.

Im Alltag ist das X Performance ein solider Begleiter ohne Aussetzer bei Telefonaten oder Downloads. Einzig bekannte Problemquellen wie U-Bahn und schnelle Zugfahrten bereiteten vereinzelt Probleme. Gesprächspartner waren klar und deutlich zu verstehen. Die Stereo-Lautsprecher verzerren auch auf höchster Stufe nicht, sind aber nicht so laut wie beispielsweise beim HTC 10.

Kleiner Akku soll langlebig sein

Der Akku des X Performance bietet eine Nennladung von 2.700 mAh und fällt somit nur 80 mAh größer aus als beim Xperia X; das Xperia Z5 verfügte über 2.900 mAh. Wie bei allen Modellen der X-Serie spricht Sony von zwei Tagen Akkulaufzeit, sofern auf den Stamina-Modus zurückgegriffen wird. Durch diesen lassen sich umfangreiche Einstellungen vornehmen, um die Laufzeit zu verlängern.

Eine Neuerung der X-Reihe ist der Einsatz von einem Akku mit Qnovo-Technologie. Hierdurch werden die Akkuzellen in Echtzeit von der Software analysiert und der Ladevorgang angepasst, um mehr Ladezyklen zu ermöglichen. Dadurch soll der Akku öfter aufgeladen werden können, ohne an Leistung einzubüßen. Von bis zu 800 Zyklen ist dabei die Rede. Auch ein schnelleres Aufladen und mehr Akkulaufzeit sollen Vorteile sein.

In den Messungen ordnet sich das X Performance im unteren Mittelfeld ein. Im Video-Dauertest und im PCMark stehen rund sieben Stunden auf der Uhr. Damit erreicht das X Performance keine schlechten Werte, kann sich aber auch nicht deutlich von anderen Flaggschiffen oder dem Xperia X absetzen. Im Alltag kommt das Smartphone bei dem Abgleich mehrerer E-Mail-Konten, der Nutzung von Instant Messaging, sozialen Netzwerken und stets aktiviertem WLAN sowie Ortungsdiensten problemlos über den Tag. Ein zweiter Tag ist nur bei gemäßigter Nutzung, vor allem mit Nutzung des Stamina-Modus möglich.

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