2/4 Roccat Sova & Sova MK im Test : Ein komfortables Brett auf dem Schoß

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Sova und Sova MK im Vergleich

Angeboten wird das Sova in zwei Varianten, die sich nur hinsichtlich der verbauten Taster unterscheiden: Das einfache Modell für rund 150 Euro greift auf Rubberdome-Technik zurück, während das 200 Euro teure Sova MK mit mechanischen Tastern des Typs TTC Brown bestückt ist. Hierbei handelt es sich um Taster, die hinsichtlich Technik und Charakteristik Cherrys MX Brown nachempfunden sind.

TTC Brown Cherry MX Brown
Charakteristik: taktil
Hubweg: 4,0 mm
Position des Signalpunktes: 2,0 mm
Widerstand am Signalpunkt: 45 g
Lebensdauer (Anschläge): ? 50 Mio.

Obwohl die technischen Spezifikationen bis hin zum Kraftdiagramm identisch ausfallen, unterscheiden sich TTC Brown praktisch von Cherry-Tastern. Auffällig ist, dass der Druckpunkt besser erspürt werden kann, wodurch die Taster etwas taktiler werden. Wie bei anderen Derivaten von Cherry-Tastern kann der Widerstand beim Betätigen zudem in seltenen Fällen ansteigen, wenn größere Tastenkappen wie „Tab“ nicht zentriert, sondern am äußeren Rand betätigt werden – hier scheint sich der Schlitten etwas zu verkanten. Grundsätzlich wirkt die Betätigung dabei „kratziger“ als bei MX Brown. Dabei handelt es sich allerdings um Unterschiede, die nur im unmittelbaren Vergleich oder dann in Erscheinung treten, wenn der Taster sanft bis zum Signalpunkt gedrückt wird. Je größer der Kraftüberschuss ausfällt, desto stärker werden die Unterschiede nivelliert; im Alltag tritt vor allem die größere Taktilität der TTC-Schalter in Erscheinung.

Das einfache Sova ist leiser und flacher

Beim Sova werden Signale hingegen mit Hilfe von einfacher Rubberdome-Technik generiert. Die Umsetzung von Roccat passt zur Preisklasse: Der Widerstand erreicht am Druckpunkt rund 55 Gramm und fällt im Anschluss rapide ab, was eine ausgeprägt taktile Charakteristik generiert. Da sich die Glocken beim Ausfedern schnell in ihre Ausgangsposition bewegen, sind zusammen mit dieser Eigenheit sichere Eingaben gewährleistet. Außerdem fällt die verwendete Technik durch ihr typisch geringeres Betriebsgeräusch auf. TTC Brown sind hingegen akustisch stärker präsent: Wie viele Alternativen zu MX-Tastern, sind diese Modelle nicht nur mechanisch hörbar, sondern treten außerdem durch Federgeräusche in Erscheinung.

Roccat Sova (Rubberdome)
Roccat Sova MK (TTC Brown)

Die Unterschiede zwischen Sova und Sova MK betreffen nicht nur die Tastentechnik selbst, sondern unter anderem die – bei der Sova MK nicht gänzlich sauber beschrifteten – Tastenkappen und damit die „Bauhöhe“: Mit sechs Millimeter hohen Kappen ist das Sova etwas flacher als das Sova MK, das den Fingern einen Anstieg von einem Zentimeter abverlangt.

Aufgrund der Handballenauflage und der im Gehäuse des Lapboards eingelassenen Taster ist die Höhendifferenz zum Untergrund für den Handballen aber in beiden Fällen geringer als bei herkömmlichen Tastaturen auf dem Schreibtisch. Zudem bietet die Sova MK theoretisch die Option zum Wechsel der Tastenkappen, der durch das abweichende Layout allerdings tendenziell erschwert wird.

Mechanisch können mehr Tasten betätigt werden

Weitere Unterschiede zwischen beiden Ausführungen betreffen das Key-Rollover. Während die Sova MK das gleichzeitige (erfolgreiche) Betätigen aller vorhandenen Tasten erlaubt (N-KRO), ist die einfache Variante auf Rubberdome-typisches 2-KRO limitiert. Hierbei handelt es sich allerdings lediglich um einen Minimalwert, der vor allem im Bereich um das für Spieler wichtige „WASD“ herum deutlich nach oben abweicht und deshalb im Normalfall zu keinerlei Einschränkungen führt.

Zweimal Beleuchtung in Blau

Beiden Modellen gemein ist wiederum die blaue Hintergrundbeleuchtung der Tasten. Technisch bedingt unterscheiden sich Stärken und Schwächen beider Ausführungen allerdings: Weil mechanische Taster individuell mit einer einzelnen LED beleuchtet werden, kann die Ausleuchtung insbesondere bei schwarzem Tastergehäuse nicht gleichmäßig erfolgen. Sekundärbelegungen zeigen daher sichtbare Helligkeitsverläufe. Im Gegenzug verfügt die Sova MK über massive Helligkeitsreserven – die Beleuchtung ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut zu erkennen.

Dies ist bei der einfachen Sova nicht der Fall, weil hier die Beleuchtung indirekt mit einer geringeren Anzahl Dioden sowie durch die Gummiglocken hindurch erfolgt. Einerseits steigt daher die Blickwinkelabhängigkeit der Beleuchtung, andererseits sinkt die Helligkeit, wenngleich nur auf ein dem Alltag noch immer angemessenes Niveau.

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