2/2 Apple watchOS 3 : Macht Generation Eins schneller, nicht schnell

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Schnelleres Multitasking per Dock

Eine der größten Änderungen bei watchOS 3 betrifft ein neu eingeführtes Dock, das vom Nutzer ausgewählte Apps enthält, um schnell zwischen den Anwendungen zu wechseln. Zusätzlich können sich Anwendungen auf der Uhr nun im Hintergrund aktualisieren, um so direkt mit den neuen Inhalten zu starten.

App-Start mit Ladebalken|Dock
App-Start mit Ladebalken|Dock

Das neue Dock beinhaltet neben den vom Nutzer festgelegten Programmen auch einen Zugriff auf die zuletzt verwende App, um so den Wechsel zwischen regelmäßig und kürzlich genutzten Anwendungen zu beschleunigen. Die Sortierung gelingt am schnellsten auf dem iPhone. Auf der Uhr kann immer nur die zuletzt geöffnete Anwendung hinzugefügt werden. Das Dock kann per Finger oder noch schneller per digitaler Krone durchgeblättert werden. Darüber hinaus können alle Apps weiterhin über den Launcher per Druck auf digitale Krone geöffnet werden. Auf diese Weise müssen seltener verwendete Programme nicht dauerhaft im Dock abgelegt.

Multitasking läuft schneller, App-Starts bleiben träge

Der Wechsel zwischen den Anwendungen gelingt so schnell, benötigt am Anfang aber etwas Eingewöhnung. Anders als auf dem iPhone stellt das Dock nur eine kürzlich geöffnete Anwendung dar und nicht alle, während der Rest vom Nutzer ausgewählt ist. Die Apps sind sowohl aus dem Dock als auch aus dem Launcher heraus merklich reaktionsfreudiger nach dem erneuten Aufrufen. So fühlt sich die Uhr schneller an und die Bedienung ist zudem vereinfacht.

Das Dock über das iPhone einrichten
Das Dock über das iPhone einrichten

Hintergrund-Aktualisierung nicht immer zuverlässig

Die Hintergurnd-Aktualisierung erfolgt hingegen nicht immer zuverlässig, sondern wird reproduzierbar oft erst in Gang gesetzt, wenn die App auf dem iPhone geöffnet wird und sich somit aktualisiert. Nur wenige Apps wie die Wetter-App, die App für den aktuell gespielten Musiktitel oder der Kalender aktualisieren sich beim Aufruf des Docks zuverlässig und präsentieren, sofern vorhanden, neue Informationen schon in der Vorschau.

Die erste Apple Watch wird schneller

Neben der gefühlten Zunahme der Geschwindigkeit erhält die Apple Watch der ersten Generation auch einen messbaren Leistungsschub: Insbesondere in Apps von Drittanbietern navigiert es sich schneller. Schnell ist die Uhr aber immer noch nicht: Es bleiben Verzögerungen bei der Eingabe und die neuen, in iMessage gezeichnete Nachrichten stocken bei der Wiedergabe sichtbar.

Auch Ladezeiten der Apps, wenn sie das erste Mal gestartet werden, fallen unter watchOS 3 weiterhin vergleichsweise lang aus. Auf der Apple Watch Series 1 und 2 mit schnellerem Prozessor sind an dieser Stelle auffälligere Änderungen zu erwarten.

Zifferblätter mit einem Wisch wechseln

Passend zum weiter verstärkten Fokus auf Fitness und Gesundheit hat Apple mit watchOS 3 auch neue Zifferblätter eingeführt, die sofort Einblick auf die Aktivität des Trägers geben. Zudem kann nun auch mit einem Wisch von links nach rechts oder andersherum sofort zwischen den Zifferblättern gewechselt werden, vorher war dies nur über Force Touch möglich. Dies gelingt schnell und zügig. Über festes Drücken wird nach wie vor die Übersicht aller Ziffernblätter inklusive die Möglichkeit, diese anzupassen und eigene zu erstellen, aufgerufen.

Zifferblätter unter watchOS 3
Zifferblätter unter watchOS 3

Als Gimmick sagen unter watchOS 3 Micky beziehungsweise Minnie Mouse die Uhrzeit an, wenn sie berührt werden. Zusätzlich gibt es neue Komplikationen auf Basis der neuen Apps wie etwa Erinnerungen, die optional integriert werden können.

Fazit

Die Änderungen am neuen watchOS fallen im Vergleich zu iOS 10 weniger umfangreich aus. Apple verstärkt die Ambitionen, Sporttreibende mit der Watch anzusprechen und führt das Betriebssystem dahingehend konsequent fort. Die neuen Features für Gesundheit und Fitness bringen zusammen mit den bisherigen einen Mehrwert, der aber nur bei regelmäßiger Aktivität seine Vorteile voll ausspielt.

Mehr Tempo, aber nicht über all mehr Komfort

Die Reaktionsgeschwindigkeit war bisher, anders als von den iPhones gewohnt, teils träge. Mit watchOS 3 dreht Apple an einigen Stellschrauben und sorgt für schnelleres Multitasking. Dadurch wird die Watch der ersten Generation in der täglichen Bedienung spürbar schneller, so richtig schnell ist sie aber noch nicht. Dies liegt vor allem an Apps von Drittanbietern: Diese starten nach wie vor relativ langsam und die Hintergrundaktualisierung funktioniert teils nur zuverlässig, wenn sie durch die App auf dem iPhone angestoßen wird. Aber auch die neuen gezeichneten Nachrichten in iMessage ruckeln auf der 1. Generation sichtbar.

watchOS 3
watchOS 3 (Bild: Apple)

Die notwendige Umstellung der Tastatursprache auf Englisch, um handschriftliche Eingaben zu tätigen, ist unverständlich. Das neue Kontrollzentrum erfüllt seinen Zweck, beispielsweise der Wegfall der Steuerung des aktuellen Titels kostet aber auch Komfort. Der schnelle Wechsel der Zifferblätter kann nützlich sein und ist einfach und schnell gelöst.

Das Upgrade lohnt sich

Insgesamt ist watchOS 3 ein Schritt in die richtige Richtung, bei dem Apple auf Seiten der Software auch die Leistung auf der allerersten Apple Watch erhöht. Weitere Sprünge wird aber erst das schnellere System-in-a-Package der überarbeiteten Series 1 und der Series 2 bringen. Die überarbeite Bedienung und die Anpassung an iOS 10 profitieren von Apples geschlossenem Ökosystem. watchOS 3 ist kein enormer Schritt, dafür aber ein konsequenter. Doch wie bei jedem größeren Update gilt auch an dieser Stelle: umgewöhnen. Nicht jede Änderung ist ideal umgesetzt, insgesamt wirkt die Aktualisierung aber runder als der Vorgänger.

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