3/5 ASRock DeskMini 110 im Test : Mini-Selbstbau-PC im Gewand eines Netzteils

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Testergebnisse mit vier CPUs

Bei der Leistungsmessung greift ComputerBase für den ASRock DeskMini 110 auf den angestammten Mini-PC-Parcours zurück, so dass sich der kleine PC in Relation zu den bisher getesteten Vertretern setzen lässt. Bei der Betrachtung der Ergebnisse muss jedoch beachtet werden, dass die Preisspanne der einzelnen PCs von 100 bis über 800 Euro reicht.

Vier Prozessoren im Einsatz

In diesem Test sind vier Prozessoren im Einsatz um einen Eindruck davon zu vermitteln, welche Leistung für wie viel Geld im Mini-STX-Format verfügbar wird. Die Auswahl erfolgte dabei auf Basis des im Handel größten Interesses in der jeweiligen Preisklasse. Den Einstieg bildet der Celeron G3900, der mit zwei Kernen bei 2,8 GHz für kaum 35 Euro der kleinste relevante Skylake-Prozessor ist. Es folgt der Pentium G4400 als deutlich höher taktende Zwei-Kerne-Variante, 3,3 GHz gibt es dort für knapp 55 Euro.

Darüber kommen Core-i-Prozessoren zum Einsatz. Mit dem kleinen Core i3-6100 gibt es zwei Kerne und erstmals vier Threads bei 3,7 GHz für 110 Euro. Abgeschlossen wird das Testfeld vom meistverkauften Mittelklasse-Prozessor mit vier Kernen, dem 195 Euro teuren Core i5-6500.

Alle vier Prozessoren wurden ComputerBase für diesen Test leihweise vom Onlineshop Alternate zur Verfügung gestellt.

Benchmarks in Full HD

Der Celeron G3900 ist der mit Abstand günstigste Prozessor und leistet auch vergleichsweise wenig. Die 500 zusätzlichen Megahertz des Pentium G4400 bringen allerdings nicht immer Verbesserung, da die Grafikeinheit identisch ist.

Deutlich größer ist dann der Sprung vom Pentium zum Core i3. Dort gibt es nicht nur noch einmal 400 MHz mehr Takt, sondern auch die stärkere Grafik und darüber hinaus neben die Unterstützung für Hyper-Threading und somit vier Threads. Das Gesamtpaket ist am Ende die empfehlenswerte Version im Test. Der Core i3 ist allen Notebook-Prozessoren aus der verlöteten U-Serie bereits überlegen. Der Core i5-6500 bietet zwar vier echte Kerne und ist deshalb in einigen Anwendungen nochmals schneller unterwegs, leidet ab und an aber unter dem geringen Takt.

Die Grafikeinheit ist nur beim Core iX stark

Je nach Spiel und Anforderung ist die integrierte iGPU von Intel in den beiden Core iX für Full HD mit hohen Details nutzbar – für die HD 510 in Celeron und Pentium gilt das aber nicht. Spätestens nach dem Herabsetzen der Details und dem Verzicht auf Anti-Aliasing kann im Jahre 2016 auch mit der schnelleren Intel-Grafiklösung abseits der AAA-Titel problemlos gespielt werden.

Videos in 4K, HEVC (H.265) und Streaming

Die Wiedergabe von Full- oder Ultra-HD-Videos von der zum Test verbauten SSD ist für alle Mini-PCs heutzutage keine Hürde mehr, das gilt natürlich auch für einen selbst zusammengesetzten Kleinst-PC. Die Leistungsaufnahme liegt aufgrund der sehr geringen Prozessorlast auch mit vier unterschiedlichen CPUs mit 16 Watt (Core i5-6500, Pentium G4400, Celeron G3900) respektive 14,5 Watt (Core i3-6100) auf vergleichbarem Niveau.

HEVC/H.265 in der 4K-Wiedergabe

Die Wiedergabe von in HEVC/H.265 codierten Ultra-HD-Videos ist selbst für teure Prozessoren noch eine Herausforderung. Für den Test wird der Media Player Classic Home Cinema in Version 1.7.10 genutzt, das Videomaterial stammt aus dem HEVC-Showcase von DivX – in der 4K-Variante von Sintel.

Die Skylake-Architektur ist die erste, die offiziell nahezu alle Multimedia-Features einschließlich HEVC unterstützt. Es gibt aber immer noch Ausnahmen wie HEVC 10 Bit, welches teilweise nur über Software unterstützt wird. Mit dem Refresh Kaby Lake hält dieses in der nächsten Mini-PC-Generation Einzug.

HEVC dank Skylake kein Problem

In der Regel liegt die CPU-Last bei 20 bis 25 Prozent, lediglich die Spitzenlast liegt auf den beiden kleinen CPUs höher. Die Leistungsaufnahme des gesamten ASRock-Mini-PCs liegt jetzt mit 26 respektive 29 Watt mit dem Celeron G3900/Pentium G4400, 30 Watt mit einem Core i5-6500 und gar 31 Watt beim Core i3-6100 deutlich höher.

Unter Linux respektive OpenELEC ist die Software-Unterstützung noch besser, sodass der PC dort nur 20 Watt (i5-6500, Pentium G4400) oder 18 Watt (i3-6100, Celeron G3900) für die Wiedergabe des gleichen Videos benötigt.

Streaming mit Watchever

Der Streaming-Test über den deutschen Anbieter Watchever erfolgt in Form von zwei Serienfolgen, eine ältere in SD-Qualität und im 4:3-Format (The Office) und eine neuere HD-Serie in 16:9 (Clone Wars).

Die Wiedergabe klappt auch hier problemlos, die Leistungsaufnahme liegt bei 16 und 18 Watt bei der Wiedergabe von SD- und HD-Material. Sowohl die CPU-Last als auch die Leistungsaufnahme (20 bis 22 Watt) liegen im grünen Bereich.

Videos über OpenELEC (Kodi)

Als alternatives Betriebssystem für den Einsatz als Mediacenter wird im Test der Mini-PCs auf OpenELEC (Kodi) zurückgegriffen. Diesbezüglich gibt es keine Unterschiede zu den bisher getesteten Geräten. Für den ComputerBase-Test kommt OpenELEC in der aktuellen ersten Version 7.0 Beta 3 (intern 6.95.3) zum Einsatz, da dort die letzten neuen Features und Optimierungen eingeflossen sind.

Einmal mehr gibt es auch hier keine Probleme, denn die neuen Multimedia-Standards werden von der Skylake-CPU unterstützt. Das 4K-HEVC-Video von Sintel wird so bei einer Leistungsaufnahme von 16 bis 18 Watt wiedergegeben. Standardvideos in 720p, beispielsweise aus der ZDF-Mediathek, spielt der Mini-PC bei einer Leistungsaufnahme von 14,5 bis 15,5 Watt auf allen vier Prozessoren ab.

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