2/2 Parrot Disco : Die Drohne für Modellflieger

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Parrot: „Hochpräzises Fliegen für alle“

Für den Flug gelten natürlich die Versicherungspflicht, die allgemeinen Regeln und die der Vernunft. Man muss viel Platz einplanen und benötigt möglichst freies Feld. Das Areal kann mit Parrots neuer Freeflight-Pro-App begrenzt werden. Per sogenanntem Geofencing schafft die Software eine unsichtbare Grenze, an der die Disco automatisch umdreht. Die Autonomie erleichtert den Flug. Es kam mehrfach vor, dass Piloten ihre Fluggeräte nicht von anderen unterscheiden konnten, nur durch die Barriere ist keine Drohne entflogen. Sie prallte dann immer von Distanzlimit zu Distanzlimit.

Auch bei Start und Landung ist die Flugautomatik eine Hilfe. Auf das Schütteln verzichtet Parrot mittlerweile und startet den Klapp-Propeller per Knopfdruck. Es reicht, wenn die Disco ähnlich anderen Starflüglermodellen bei vollem Schub in den Steigflug geworfen wird. Erreicht sie die voreingestellten 50 Meter Höhe, kreist sie im 30-Meter-Radius über dieser Stelle und wartet, bis der Pilot die wirklich einfache Steuerung überimmt.

Parrot Disco mit Skycontroller 2
Parrot Disco mit Skycontroller 2
Das Smartphone wird über USB angeschlossen
Das Smartphone wird über USB angeschlossen
Parrot liefert auch ein FPV-Headplay für den Einsatz von Smartphones
Parrot liefert auch ein FPV-Headplay für den Einsatz von Smartphones

Dafür bringt die Disco den handlicheren Skycontroller 2 mit, der über vier Antennen eine stabilere Verbindung aufbaut, so dass das ebenfalls im Lieferumfang enthaltene FPV-Headset „Cockpitglasses“ einen HD-Videostream per USB-Kabel an das Smartphone liefern kann. Wer bereits Modellflieger ist, kann die Disco auch mit einem eigenen RC-Transmitter bestücken und komplett manuell steuern. Bis zur eingestellten Grenze von 350 Meter gab es keinerlei Aussetzer bei Steuerung und Videostream.

Freeflight Pro mit Side-by-Side-FPV

Die Cardboard-Variante von Parrot liefert dem Piloten im Zusammenspiel mit einem Smartphone ein hochqualitatives FPV-Erlebnis, der übertragene HD-Stream ist flüssig mit großem Blickwinkel und in hoher Schärfe. An dieser Stelle haben die meisten sehr teuren Do-it-yourself-Lösungen aus dem Modellflug das Nachsehen.

Parrot Disco Testflug

ComputerBase hat sich die Aufnahmen geben lassen, musste aber feststellen, dass der Produktmanager in den Einstellungen nur die HD-Auflösung von 1.280 × 720 Pixel gewählt hat. Das Videomaterial wurde daher hochskaliert, von Parrots 14-Megapixel-Optik dürfen also bessere Bilder erwartet werden. Im Test der Bebop 2 zeigte sich das volle Potential. Auch für die Disco gilt, für bestmögliches Bildmaterial einen ruhigen Flug ohne hastige Bewegungen zu wählen.

OVP der Parrot Disco
OVP der Parrot Disco

Fazit: Ausdauernd, wendig, immersiv und nicht günstig

Die Parrot Disco macht als Hybrid aus Modellflugzeug und Kameradrohne sehr viel Spaß und richtet sich wie die Bebop 2 des französischen Unternehmens an Einsteiger, die mit diesem Gesamtpaket bereits sehr viel abdecken. Neben dem Kaufpreis für das Produkt genügt ein überschaubares Budget, das die Luftfahrthaftpflicht mit einschließt, und viel freies Gelände, dann kann ohne Bastelei und Training gestartet werden. Nur die Tutorials sollte man sich vorher mindestens anschauen.

Flugzeiten von mehr als 30 Minuten werden im Modellflug meist nur von Segelflugzeugen unter Ausnutzung von Thermik erreicht. Mit einem Akku blieb die Disco tatsächlich etwa 35 Minuten in der Luft und hatte noch 20 Prozent Ladung übrig. Will man nach 10 Minuten FPV-Flug kurz verschnaufen, lässt sich die Disco per Tastendruck auf „Einstellungen“ in den Kreisflug versetzen. Sie fliegt tatsächlich so lange, dass Piloten mitunter eine kurze Pause einlegen wollen.

Die Steuerung gestaltet sich so einfach wie von Parrot versprochen, ein wenig Beschäftigung mit den Prinzipien der Luftfahrt schadet aber nicht. Beeindruckend ist das First-Person-View-Erlebnis, das bisher nur Bastlern und leidenschaftlichen Piloten vorbehalten blieb. Mit der integrierten 14-Megapixel-Kamera, der Freeflight-App und einem Smartphone kann sich jeder in die Perspektive der Disco versetzen. Einen Begleiter, der den Flug beobachtet und eingreifen kann, setzt das jedoch voraus. Bildqualität und Übertragung in HD können überzeugen, es ist denkbar, dass Modellflugprofis ihre Fluggeräte mit der Parrot Disco aus der Luft filmen.

Es bleibt das Preisschild von 1.300 Euro als hohe Hürde. Kleine Starrflügler sind bereits für einen Bruchteil zu bekommen, ob Parrots Disco mit dem gelungenen Gesamtpaket hier nicht zu teuer einsteigt, entscheiden letztendlich angehende Piloten.

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