6/7 Pixel XL im Test : Google-Phone par excellence

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Endlich lange Laufzeiten

Beinahe unverändert aus den Nexus des Vorjahrs hat Google die Akkus für Pixel und Pixel XL übernommen. Das Pixel macht einen kleinen Sprung von 2.700 mAh im Nexus 5X auf nun 2.770 mAh. Beim großen Pixel XL herrscht sogar Gleichstand gegenüber dem Nexus 6P: Die Nennladung liegt wieder bei 3.450 mAh (13,28 Wh).

Das Pixel XL erzielt seine im Vergleich zum Vorjahr und dem Nexus 6P deutlich längeren Laufzeiten deshalb nicht über Veränderungen am Akku, sondern über das etwas kleinere Display und erneut das deutlich effizientere System-on-a-Chip von Qualcomm.

Laufzeitplus von 39 und 34 Prozent

Der im WLAN der Redaktion durchgeführte YouTube-Dauertest in 720p-Auflösung läuft mit einer Display-Helligkeit von kalibrierten 200 cd/m² fast elfeinhalb Stunden. Das ist ein Plus von 39 Prozent gegenüber dem Nexus 6P und liegt auf Augenhöhe mit dem iPhone 7 Plus. Apples iPhone SE und das Samsung Galaxy S7 edge halten noch etwas länger durch, Spitzenreiter ist seit letzter Woche das Moto Z Play von Lenovo.

Auch im PCMark gibt es ein deutliches Plus von 34 Prozent gegenüber dem Nexus 6P zu verzeichnen. Das Pixel XL erreicht mit rund neuneinhalb Stunden ein Ergebnis auf Niveau des Samsung Galaxy S7 edge oder Sony Xperia X Compact. Dem Moto Z Play müssen sich alle anderen Geräte aber auch hier wieder klar geschlagen geben.

Geht dem Pixel XL nach rund zwei Tagen Nutzung im Alltag dann doch mal der Saft aus, ist es auch wieder schnell geladen. Google legt dem Smartphone ein 18-Watt-Netzteil bei, das laut Google innerhalb von 15 Minuten Ladezeit bis zu sieben Stunden Nutzungsdauer ermöglicht. Im Test ließ sich diese Angabe bestätigen, das Smartphone kann zudem innerhalb von rund 90 Minuten vollständig geladen werden.

Alle wichtigen Kabel im Lieferumfang

Das von Google beigelegte Netzteil hat wie das Smartphone selbst einen USB-Typ-C-Anschluss. Im Karton liegt zum einen ein Kabel mit USB Typ C an beiden Enden, das zum Laden oder auch für den Anschluss an moderne Computer genutzt werden kann. Zum anderen legt Google auch noch ein Kabel mit USB Typ C auf USB Typ A bei, um eine Verbindung zu älteren Rechnern oder anderen Netzteilen herstellen zu können.

Kabel und auch die Buchse am Smartphone entsprechen dem USB-3.0-Standard, sodass Übertragungsraten von theoretisch bis zu 5 Gbit/s möglich sind. Das ist bei Smartphones noch immer eine Ausnahme, oft steckt hinter dem vermeintlich schnellen neuen Steckerformat nur das ältere USB 2.0 mit bis zu 480 Mbit/s.

Anders als beim Pixel C wird über die USB-Typ-C-Buchse des Pixel XL nicht der Alternate Mode für HDMI unterstützt. Googles entsprechender Adapter von USB Typ C auf HDMI kann deshalb nicht in Kombination mit dem Smartphone für die Ausgabe eines Bildsignals verwendet werden. Der Google Store listet korrekt einzig das Pixel-C-Tablet als passendes Produkt.

Schnelles LTE

Wie bereits im Snapdragon 820 steckt auch im neuen Ableger Snapdragon 821 das X12-LTE-Modem von Qualcomm. Laut Qualcomms Spezifikationen ist das Modem für LTE Cat. 13 im Downstream für bis zu 600 Mbit/s und LTE Cat. 12 im Upstream für bis zu 150 Mbit/s ausgelegt. In die Praxis umgesetzt hat diese Spezifikationen bisher aber noch kein Smartphone-Hersteller am Markt. High-End-Smartphones nutzen das X12-Modem bisher maximal mit 450 Mbit/s im Downstream – bei Google ist das anders.

600 Mbit/s im Downstream und 75 Mbit/s im Upstream

Das Pixel XL unterstützt offiziell bis zu 600 Mbit/s im Downstream und 75 Mbit/s im Upstream. Das ist zumindest für die Netze in Deutschland noch nicht relevant, da hierzulande maximal 375 und 50 Mbit/s von Vodafone unterstützt werden, das Smartphone ist aber immerhin für die Zukunft gewappnet. Während des Testzeitraums wurde das Pixel XL im Netz der Deutschen Telekom im Stadtgebiet von Berlin verwendet. Dabei waren je nach Bezirk bis zu rund 200 Mbit/s im Downstream möglich, während der Upstream mit 50 Mbit/s häufiger voll ausgenutzt werden konnte.

Die Pixel-Smartphones unterstützen mehr LTE-Bänder als das aktuelle iPhone 7 (Plus) und können für den Downstream eine 3 × Carrier Aggregation (3×CA) der in Deutschland relevanten Bänder 3, 7 und 20 vornehmen.

Durch die Bank guter Empfang

Die Empfangsqualität des Pixel XL lag im Berliner Stadtgebiet stets auf hohem Niveau. Wenngleich die Redaktion nicht im Besitz von entsprechendem Messequipment ist, lässt sich dennoch sagen, dass der Empfang stellenweise sogar etwas besser als mit dem iPhone 7 Plus war. Die im Betriebssystem angezeigte Signalstärke war im Durchschnitt etwas höher, auch mehrere LTE-Geschwindigkeitstests erzielten auf dem Pixel XL stets leicht höhere Ergebnisse als auf dem iPhone 7 Plus. Auf die Sprachqualität hatte dies jedoch keinen Einfluss, Verständigungsprobleme gab es mit keinem Gerät.

Die Telekom arbeitet an VoLTE und WLAN-Telefonie

Voice over LTE (VoLTE) und WLAN-Telefonie konnten auf dem Pixel XL noch nicht im Netz der Deutschen Telekom genutzt werden. Beide Features durchlaufen derzeit eine Testphase und sollen zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar gemacht werden.

Unterstützte LTE-Bänder
Pixel XL
(G-2PW2200-041-A)
iPhone 7
(A1778)
iPhone 6s
(A1688)
1 (2.100 MHz)
2 (1.900 MHz)
3 (1.800 MHz)
4 (AWS)
5 (850 MHz)
7 (2.600 MHz)
8 (900 MHz)
12 (700 MHz)
13 (700c MHz)
17 (700b MHz)
18 (800 MHz)
19 (800 MHz)
20 (800 DD)
21 (1.500 MHz) × ×
25 (1.900 MHz)
26 (800 MHz)
27 (800 MHz) ×
28 (700 APT MHz)
29 (700 de MHz)
30 (2.300 MHz) ×
32 (1.500 MHz) × ×
38 (TD 2.600)
39 (TD 1.900)
40 (TD 2.300)
41 (TD 2.500)
Fett = In Deutschland verwendete Bänder

50 MB/s im WLAN erreicht

Zur weiteren Konnektivität des Pixel XL zählen WLAN 802.11 a/b/g/n/ac mit 2×2 MIMO, Bluetooth 4.2, A-GPS, GLONASS und BeiDou sowie NFC. Mit einem Asus-Router des Typs RT-AC68U konnten im 5-GHz-Netz Übertragungsraten von bis zu 50 MB/s (400 Mbit/s) erreicht werden – im selben Zimmer des Routers und im Nachbarzimmer.

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